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Handball : Neue Wege in der Trainerausbildung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kreishandballverband will mit Profi-Coaches den Ausbildungsstand im Jüngstenbereich nachhhaltig verbessern.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 08:00 Uhr

„Die jüngsten Kinder müssen von den besten Trainern angeleitet werden.“ Das fordern Handball-Experten seit Jahren. Die Realität sieht anders aus – besonders in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein. Entsprechend unterschiedlich sind das spielerische und taktische Verständnis bei den Kids. Dieses Übel will der Kreishandballverband (KHV) Flensburg nun an der Wurzel packen, um dem Nachwuchs auf breiter Basis das gleiche Rüstzeug für eine erfolgreiche sportliche Laufbahn mitzugeben. Dazu werden die Vereinstrainer von Profi-Coaches in Fortbildungsreihen geschult. Die erste Veranstaltung findet am Sonnabend von 9 bis 14 Uhr in Lindewitt statt. „Wir fangen klein an“, sagt Jugendwart Hans Liebenow. Das „klein“ bezieht sich dabei auf die Altersklassen. Zunächst sollen die Trainer der F- und E-Jugend geschult werden.

„Wir können von den Vereinen nicht erwarten, dass sie ihre Trainer im Alleingang ausbilden. Auch der Kreishandballverband steht in der Pflicht. Wir müssen Qualität anbieten“, sagt der 2. Vorsitzende Dierk Petersen. Der Vorstand hat lange und intensiv darüber diskutiert, wie die Trainerausbildung zu verbessern sei, nachdem Auswahltrainer von unterschiedlichsten Leistungsständen bei ihren Auswahlspielern berichtet hatten. Der KHV entschied sich für eine kommerzielle Lösung. Die CommEvent Management GmbH mit Mannhard Bech und die Fit GmbH und Ko. KG sollen den Verband unterstützen und ihr Knowhow mit professionellen Trainern zur Verfügung stellen.

Doch bevor die Ausbildung der Trainer koordiniert werden kann, muss zunächst der Ausbildungsstand der Übungsleiter analysiert werden. „Wird nach den Richtlienien des Deutschen Handballbundes trainiert, wie ist der Wissensstand, und wo stehen die Trainer“, erläutert Petersen. Liebenow hat bei seinen Besuchen in Sporthallen festgestellt: „In vielen Spielen bei den ganz Kleinen sieht es doch aus, als wenn es in einer Ecke des Spielfeldes Schokolade gibt, weil dort alle Kinder sind. Will sagen, die Breite des Spielfeldes wird überhaupt nicht genutzt.“ Von der richtigen Anwedung der Spielform ganz zu schweigen. Nach der Veranstaltungsreihe sollen alle Vereinstrainer die Jüngsten im KHV einheitlich nach den Richtlinien des DHB ausbilden und die geforderten Spielformen trainiern, der Verband wird ab 2015 nach den neuen Strukturen spielen lassen. „Bei den Jüngsten wird es dann keine Punktrunde mehr geben, das Motto soll viel mehr lauten: Lernen statt Siegen“, erklärt Liebenow. Der Jugendwart erhofft sich von der Maßnahme eine Menge. „Wenn alle Trainer den gleichen Wissensstand haben, wird das für den Nachwuchs ein Riesenschritt nach vorn sein.“

Die Ausbildung mit kommerziellen Anbietern kostet Geld. Der Verband lässt die Vereine dabei jedoch nicht im Regen stehen. Drei Viertel der Kosten werden übernommen. „Eine Veranstaltung kostet 1000 Euro, der KHV übernimmt 750 Euro, den Rest teilen sich die teilnehmenden Vereine“, rechnet Dierk Petersen vor. Die Resonanz war enorm. Für das erste KHV-Angebot am Sonnabend liegen über 50 Anmeldungen aus elf Vereinen vor. „Unser Angebot beschränkt sich nicht allein auf die Trainer, auch interessierte Jugendliche und Eltern dürfen mitmachen“, so Petersen.

Der Kreishandballverband hat insgesamt neun Veranstaltungen dieser Art geplant – aufgeteilt in jeweils drei Seminare mit jeweils drei Themen. Der zweite Termin steht auch schon fest: Am 28. Juni in Sieverstedt. „Und wenn es gut läuft, werden wir vielleicht noch vor den Sommerferien oder gleich danach einen dritten anbieten“, verspricht Hans Liebenow.

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