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Handball : Neuaufbau mit Matthias Hinrichsen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

HSG Tarp-Wanderup startet zur neuen Punktrunde in der Schleswig-Holstein-Liga mit dem ehemaligen Zweitliga-Kapitän als Trainer.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 08:03 Uhr

Das Insolvenzverfahren ist noch nicht abgeschlossen, doch nach dem Zwangsabstieg aus der 2. Handball-Bundesliga und schweren Wochen zwischen Hoffen und Bangen blickt die HSG Tarp-Wanderup wieder nach vorn. Es wird einen tiefen Fall geben. Die HSG wird zur neuen Saison in der Schleswig-Holstein-Liga starten, nachdem der Verein vergeblich versucht hatte, einen Kader für die 3. Liga zusammen zu bekommen. „Aber es wird kein Fall ins Bodenlose sein“, unterstreicht der neue Manager Ingo Breuel, der gemeinsam mit Handballobmann Mario Kretschmer bei der HSG den Neuaufbau einleiten will, um „mittelfristig – so in fünf, sechs Jahren – wieder an die Tür zur 3. Liga anzuklopfen“.

Den sportlichen Neuanfang auf dem Spielfeld soll Matthias Hinrichsen als Trainer forcieren. Olaf Worm wird ihm als Co-Trainer zur Seite stehen. Der Kapitän der ehemaligen Zweitliga-Mannschaft wechselt nach achteinhalb Jahren Bundesliga das Spielertrikot mit der Trainerbank. „Ich hätte bei der HSG gerne noch ein, zwei Jahre 2. Liga gespielt“, gesteht der 31-Jährige. „Aber es hat bekanntlich nicht sollen sein.“ Dass er nach seiner aktiven Laufbahn irgendwann einmal auf die Trainerbank wechseln würde, war Hinrichsen schon seit Jahren klar. „Ich glaube, das ist etwas für mich“, sagt er. Bestärkt wurde sein Entschluss, diesen Schritt jetzt zu vollziehen, als er nach seinem in der Saisonvorbereitung erlittenen Kreuzbandanriss während seiner Rekonvaleszenz als Co-Trainer von Christian Voß fungierte. „Das scheint bei den Spielern wohl gut angekommen zu sein.“

Allerdings werden aus dem in die Saison gestarteten Zweitliga-Kader höchstens zwei Akteure für die HSG auch in der SH-Liga auflaufen: Lutz Cordes hat bereits fest zugesagt, mit Lasse Worm steht noch ein Gespräch aus. Aber Hinrichsen ist zuversichtlich: „Lasse und Lutz wären wichtig für das neue Team.“ 14 Spieler hat der neue Coach bislang auf dem Zettel, der überwiegende Teil sind Akteure aus der bisherigen Reserve. Weitere Spieler sollen nur aufgenommen werden, wenn sie wirklich eine qualitative Verstärkung sind“, betont der Coach, der gegen einen zu großen Kader ist, „in dem fünf oder sechs unzufrieden sind“. Hinrichsen hat Vertrauen zu seinen Leuten. „Sie haben als Aufsteiger in der abgelaufenen Saison gezeigt, dass sie die Qualität für die SH-Liga haben.“

Henning Stein, der bislang die Tarper Reserve in die SH-Liga geführt hat, wird sich in Zukunft wieder auf seine Arbeit als angestellter Nachwuchstrainer im Verein konzentrieren. „Die Entscheidung für Matthias Hinrichsen ist keine Entscheidung gegen Henning Stein“, betont Ingo Breuel. Die HSG will einen Schnitt machen, der ehemalige Zweitliga-Spieler soll dabei für den Neuanfang stehen. Der Manager ist darüber froh: „Matthias ist bei der HSG Tarp-Wanderup groß geworden. Jetzt will er dem Verein etwas zurückgeben.“

Die meisten Spieler aus dem ehemaligen Zweitliga-Kader haben der HSG nach der Insolvenz dagegen den Rücken gekehrt. „Das kann ich zum Teil nachvollziehen“, sagt Hinrichsen. Fast alle haben sich inzwischen einem anderen Club angeschlossen, waren nicht gewillt, in der 3. Liga für die HSG zu spielen. Hinrichsen, der nach wie vor guten Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hat, hatte deshalb mit einigen Gesprächen aufgenommen. Doch trotz wochenlanger Verhandlungen gelang es nicht, einen Kader für die 3. Liga zusammen zu bekommen. So zog der Vorstand um Georg Görrissen zwangsläufig die Notbremse.

Die SH-Liga soll aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg zurück nach oben sein. „Unser Ziel ist die Meisterschaft und der Aufsteig in die Oberliga“, erklären Breuel und Hinrichsen unisono. Entsprechend wird der Aufwand sein. „Wir werden drei Mal pro Woche trainieren und von den Gegnern Videos machen. Das ist nicht alltäglich in dieser Klasse“, so Breuel.

Der Manager hofft, dass die HSG-Anhänger den neuen Weg mitgehen und wieder zahlreich in die Treenehalle kommen. „Entscheidend ist natürlich die Frage, wie sich die Mannschaft präsentiert, aber Spiele vor zehn Zuschauern wären einfach frustrierend.“

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