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Nervenschlacht am Siebenmeter-Punkt

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SG Flensburg-Handewitt verliert Finale beim Erima-Cup gegen Melsungen / Starker Auftritt von Neuzugang Bogdan Radivojevic

Bremen | Wenn das Finale des Bremer Erima Cups ein Fingerzeig war, dürfen sich die Handball-Fans auf eine spannende Saison freuen. Die SG Flensburg-Handewitt und die MT Melsungen trennten sich nach 60 Minuten mit 26:26 (13:14), sodass ein Siebenmeterwerfen über den Sieg bei diesem Vorbereitungsturnier entscheiden musste. Und dieses schien kein Ende nehmen zu wollen. Am Ende hatte Melsungen ein Quäntchen mehr Glück, gewann mit 11:10 und errang den Erima Cup. "Man sah, dass beide Teams in der Endphase der Vorbereitung stecken und dass Melsungen eine starke Mannschaft beisammen hat", bilanzierte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Es war ein sehr intensives Spiel." Es gab nicht weniger als 17 Zeitstrafen.

Rekordverdächtig war aber noch mehr der "Showdown" mit insgesamt 28 Siebenmetern. Es wurde eine Nervenschlacht. Beim 10:10 verwarf Steffen Weinhold, während Patrik Fahlgren für Melsungen vollstreckte. Fast hätten die gut 4000 Zuschauer auf der Bremer Bürgerweide aber auf dieses Spektakel verzichten müssen. 20:23 hatte die SG elf Minuten vor Schluss zurückgelegen. SG-Trainer Ljubomir Vranjes trommelte nochmals seine Jungs zusammen. In den letzten Minuten sorgte Bogdan Radivojevic mit einem Doppelschlag tatsächlich für den Ausgleich. Der serbische Rechtsaußen demonstrierte enorme Sprungkraft, und weckte Hoffnungen bei den Fans, dass Ljubomir Vranjes da ein echtes "Juwel" geangelt hat.

Tags zuvor hatten beide Finalisten einen souveränen Ritt hingelegt. Während Melsungen beim 37:25 über den TBV Lemgo, der erschreckend schwach agierte und in dieser Form zu den Abstiegskandidaten zählen dürfte, kurzen Prozess machte, bezwang die SG den dänischen Meister Aalborg Handball mit 28:19 (14:10). Deutlicher als vor Wochenfrist, als sich beide Teams in Nordjütland gegenübergestanden hatten. "Ich bin zufrieden, es sind Fortschritte zu sehen", meinte SG-Trainer Ljubomir Vranjes. "Man soll dieses Spiel aber nicht überbewerten, Aalborg hatte mehrere Verletzte." Aufgrund des Personalnotstands feierte sogar der 41-jährige Co-Trainer Morten Bjerre, der zwischen 1997 und 2000 das SG-Trikot getragen hatte, ein Comeback.

Ljubomir Vranjes rotierte an beiden Tagen kräftig im Kader. Nur Lasse Svan Hansen (Handverletzung) kam nicht zum Einsatz. Lars Kaufmann war erst gar nicht mitgefahren. Der Halblinke wurde nach einer Knie-Operation erst vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Seine Rückkehr aufs Spielfeld wird sich weiter verzögern. Genauere Angaben wollte am Wochenende niemand machen. Fest steht nur: Durch den Ausfall von Lars Kaufmann werden Olafur Gustafsson und Drasko Nenadic zumindest in der Anfangsphase der Saison voll gefordert sein.

Am Sonnabend gegen Aalborg zeigte vor allem der Serbe einige starke Aktionen. Insgesamt sah Ljubomir Vranjes aber noch einige Baustellen im Angriff. "Wir haben bislang noch gar nicht das Spiel gegen offensive Abwehrreihen trainiert", verriet er. "Das merkte man, als Aalborg 45 Minuten lang so deckte."

SG Flensburg-Handewitt (gegen Aalborg): Andersson - Karlsson, Nenadic (4), Eggert (8/1), Glandorf (3), Mogensen (2), Weinhold (1), Wanne, Nicolaisen, Heinl (2), Gustafsson (2), Gottfridsson (1), Radivojevic (5/1), Knudsen.

SG Flensburg-Handewitt (gegen Melsungen): Rasmussen, Andersson (bei einigen 7m) - Karlsson, Machulla, Nenadic (4/1), Eggert (9/8), Glandorf (5), Mogensen (5), Weinhold (2/2), Wanne (2/2), Heinl, Gustafsson, Gottfridsson, Radivojevic (7/2), Knudsen (2).

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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