Sportler des Jahres : Mogensen will noch besser werden

Dauerbrenner Thomas Mogensen: Höchste Einsatzbereitschaft und Vereinstreue zeichnen den dänischen Profi aus.
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Dauerbrenner Thomas Mogensen: Höchste Einsatzbereitschaft und Vereinstreue zeichnen den dänischen Profi aus.

Der Spielmacher des Champions-League-Siegers wird als fünfter SG-Handballer Flensburgs Sportler des Jahres.

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05. Januar 2015, 08:41 Uhr

Es war ein weiter Weg von der dänischen Kleinstadt Odder nach Köln. Dort kam Thomas Mogensen am 1. Juni 2014 endlich auf dem Gipfel der Handballwelt an. Der wertvollste Titel für Vereinsteams gehörte der SG Flensburg-Handewitt und ihrem Spielmacher. „Einmal im Leben hast du so ein Gefühl – es war der geilste Moment meiner Handball-Karriere“, erinnert sich Mogensen an den Gewinn des Endspiels in der Champions League.

Der Däne, der am 30. Januar seinen 32. Geburtstag feiert, tritt als Flensburgs „Sportler des Jahres 2014“ in die Fußstapfen der Kameraden Jan Holpert (2006), Lars Christiansen (2007), Jacob Heinl (2009) und Mattias Andersson (2012). Heute ist Mogensen hinter Linksaußen Anders Eggert der dienstältester SG-Profi. Neben seinen herausragenden Leistungen im vergangenen Jahr – nicht nur in Köln – ist wohl auch die seit 2007 währende Treue zur SG ein Grund dafür, dass Thomas Mogensen die neunte Auflage unserer Sportlerwahl gewonnen hat.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Das zeigt, dass ich persönlich ein gutes Jahr als Handballer hatte, aber noch mehr macht es mich stolz, dass ich es mit dieser Mannschaft geschafft habe“, sagt Mogensen. Mit einiger Sicherheit hätte es die Mannschaft ohne ihn beim Final  4 in Köln nicht geschafft, und sie würde wohl auch in der aktuellen Saison nicht so gut dastehen ohne den Dauerbrenner, der 2002 von Odder ausgezogen war, die Handballwelt zu erobern.

In Mogensens Erfolgsliste hat sich einiges angesammelt: Neben dem Triumph in der Königsklasse und dem Europacup der Pokalsieger 2012 mit der SG auch der EM-Titel 2012, die Vize-Weltmeisterschaft 2011, zwei dänische Meistertitel 2004 und 2007 sowie zwei dänische Pokale 2004 und 2006. „Aber auch viel zu viele zweite Plätze“, sagt Mogensen. Deshalb war der Finalsieg über den THW Kiel so wichtig: „Endlich ganz oben, endlich haben wir den letzten Schritt getan.“ Mogensen fühlte sich bestätigt, trotz etlicher anderer Angebote in Flensburg geblieben zu sein: „Hier hat immer alles gepasst: Für meine Familie, mit meiner Rolle bei der SG und mit den Ambitionen des Vereins. Ich bin stolz, in diesem Traditionsclub zu spielen.“ Seine Rolle hat sich entwickelt. „Ich kam ja ’mal als Jüngster. Heute gehört es zu meiner Aufgabe, Erfahrungen weiterzugeben. Ich erkläre den Jungen, was es bedeutet, für die SG zu spielen, wie man ein Profileben lebt“, sagt Mogensen.

Obwohl er auch in der neuen Saison beim 34-Spiele-Marathon vom 23. August bis zum zweiten Weihnachtstag der herausragende Feldspieler des Champions-League-Siegers war, hat man das Beste von ihm noch nicht gesehen. Das glaubt sein Trainer Ljubomir Vranjes, das glaubt Mogensen selbst. „Thomas hat in seiner Entwicklung schon einen riesigen Schritt gemacht, aber ich habe noch viel mit ihm vor“, sagt Vranjes. Und der bald 32-Jährige meint: „Wenn ich es aufgebe, besser werden zu wollen, kann ich gleich mit Handball aufhören.“ Die Fähigkeit, ein Spiel in schwierigen Phasen zu steuern, liegt Mogensen besonders am Herzen. „Da habe ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt, aber das geht immer noch besser.“

Jetzt genießt er aber erst einmal die Handballpause. „Ich bin so froh, dass ich mich entschieden habe, die WM nicht zu spielen. Das hätte ich nach diesem Jahr nicht geschafft“, sagt Mogensen, der bedingt durch die Verletzung von Jim Gottfridsson fast pausenlos den Flensburger Angriff lenken musste. „Man spürt die Knochen, es ist nicht mehr so wie mit 20 Jahren.“ Was geht noch für die SG in dieser Saison ohne Holger Glandorf? „Ich bin realistisch. Es wird hammerschwer, Titel zu holen. Trotzdem müssen wir als Mannschaft dran glauben, dass wir es schaffen“, sagt Mogensen, der auch als Kämpfer stets ein ideales Vorbild abgibt.

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