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Vorfreude bei Flensburger Seglern : Mit sicherem Gefühl in die WM

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Pflicht war mit dem elften Platz beim World Cup ircht gut gelungen, jetzt steht vor Clearwater bei der Nacra 17-WM und der daran gekoppelten zweiten deutschen Olympia-Ausscheidung für die Spiele in Rio de Janeiro die Kür auf dem Programm.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Also, Alligatoren sind dem Flensburger Segel-Trio (noch) nicht über den Weg gelaufen, auch wenn die Überführung von Miami nach Clearwater an die Westküste Floridas auf der Südroute durch den Everglades Nationalpark führte. „Es bestand von unserer Seite auch kein wirkliches Bedürfnis“, sagt Jörg Rothert, der das Nacra 17-Team des Flensburger Segel-Clubs (FSC) bei den Wettkämpfen in Florida trainiert und betreut – manchmal auch bemuttert.

Mit ihren Pickup-Mietwagen und dem Bootsanhänger im Schlepptau war das Trio von Miami umgesiedelt. Der Auftrag für Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzenmann: Im Zweikampf mit dem führenden Kieler Nacra-Duo Paul Kohlhoff und Carolina Werner, den Abstand wesentlich zu verringern, vielleicht gleich zu ziehen. Und – wenn möglich – sogar in Führung zu gehen, um für die dritte und letzte Qualifikation beim ISAF Sailing World Cup vor Hyeres (Frankreich) eine gute Ausgangsposition zu haben.

Neun Punkte liegt das Kieler Duo vorne, musste aber beim World Cup registrieren, dass das Flensburger Team zu allem bereit ist. Kohlhoff/Werner belegten vor Miami nach einer Serie mit Höhen und Tiefen bei Windbedingungen von zwei bis 18 Knoten und strömenden Regen bis strahlenden Sonnenschein Platz 17. „Paul und Caro werden bei der WM besser segeln. Das steht fest“, sagt Jörg Rothert und rechnet mit einem spannenden Wettkampf. Auch wenn der World Cup nur ein Vorkampf war, eine Duftmarke ist gesetzt. Wichtig ist, was seine Schützlinge bei der WM in der olympischen Doppelrumpf-Klasse auf das Wasser zaubern. „Ich bin guter Dinge. Wir gehen positiv in die Regatten“, sagt der FSC-Trainer und schiebt gleich die Begründung für sein gutes Gefühl nach. „Grundsätzlich funktionieren die Ideen und Konzepte, die wir in Flensburg und mit unseren Trainingspartnern in England erarbeitet haben, so, wie wir es uns erhofft haben.“ Das hört sich doch gut an. Jan Hauke Erichsen schlägt in die gleiche Kerbe. „Unsere Rennserie war konstant. Wir fühlen uns für alle Bedingungen vorbereitet, um in der nächsten Woche bei der WM zu starten. Genau das war unser Ziel, mit einem sicheren Gefühl die Weltmeisterschaft angehen zu können.“

Neben dem seglerischen Feinschliff wurde mittlerweile auch das handfeste Rumpf-Problem von einem Bootsbauer behoben. Ein kleiner Riss im Backbord-Rumpf wurde repariert. Am Mittwochvormittag haben die Männer das Boot vom der 100 Meilen entfernten Werft wieder abgeholt, während Lea Spitzmann sich im „Fitness-Studio rumtrieb“. Ihr Steuermann hoffte, noch am späten Nachmittag mit seiner Vorschoterin ein paar Schläge auf dem Golf von Mexiko machen zu können. „Fast drei Tage ohne Segeln macht mich kribbelig“, sagt Erichsen. Da lenken auch kein Mini-Golf-Spiel auf spektakuläre amerikanische Art, Newsletter für die Heimat verfassen, oder spröde Organisationsaufgaben ab.

Mit Paul Kohlhoff und Caroline Werner pflegt das Flensburger Team einen kollegialen Umgang. „Wir reden über alles, nur nicht übers Segeln“, sagt der ehrgeizige Flensburger – erst recht nicht über Ergebnisse. Die müssen in der kommende Woche von Dienstag an geliefert werden. Bis zum WM-Start wird das Nacra-Duo täglich eineinhalb Stunden auf dem Wasser trainieren, die Athletik verbessern und versuchen, den Kopf frei zu bekommen. Am Sonntag (14.2.) wird zum Abschluss der WM das Medalrace der zehn besten Crews gestartet. „Wir sind körperlich fit und mental gut drauf“, sagt Jan Hauke Erichsen - also, lasst die WM beginnen.

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