zur Navigation springen

Fussball : Meyers Sonntagsschuss erlöst Weiche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Glücklicher 1:0-Erfolg im Landesderby gegen VfR Neumünster. Über 1000 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion.

Das erste Saisontor für den ETSV Weiche Flensburg brachte auch gleich den ersten Saisonsieg in der Fußball-Regionalliga. Die Fördestädter setzten sich am dritten Spieltag dank eines Freistoßtreffers von Florian Meyer vor 1018 Zuschauern im Landesderby gegen den VfR Neumünster mit 1:0 durch und bauten ihre gute Bilanz gegen die Gäste weiter aus. Weiche ist jetzt seit neun Spielen gegen den VfR ohne Niederlage (sechs Siege, drei Remis).

In Flensburg fragte nach dem ersten Dreier in der neuen Saison niemand mehr, wie die Punkte zu Stande gekommen waren. „Das war ein Brustlöser“, meinte Marc Böhnke. „Das positive Ergebnis nehmen wir jetzt mit in die nächsten Wochen.“ Nachdem der ETSV in den ersten beiden Partien zwar gut gespielt, aber nur einen Punkt geholt hatte, habe es schon eine Drucksituation für die Mannschaft gegeben, viele Bälle seien vor allem in der Anfangsphase versprungen, so Böhnke. „Das kannten wir aus der vergangenen Saison nicht.“

Trainer Daniel Jurgeleit war zufrieden. Ob der Sieg nun verdient war oder nicht, war ihm egal. „Beide Mannschaften haben ein ordentliches Spiel gemacht. Aber das hatte ich in diesem Derby auch erwartet.“ Nach der torlosen ersten Hälfte habe seine Elf die Nerven bewahrt. „Das war in Hannover nicht der Fall.“ Für VfR-Coach Uwe Erkenbrecher war es ein Spiel, nach dem man sich hinterher fragt, warum man verloren hat. „Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Man muss auch Glück haben, und das hatten wir nicht.“ Trotzdem zog auch der Trainer des Verlierers ein positives Fazit: „Das Derby hatte das Niveau, das man in der Regionalliga braucht. Darauf können beide Vereine stolz sein.“

Jurgeleit hatte auf die 0:1-Pleite bei Hannover 96 II in der Vorwoche reagiert und sein Team auf drei Positionen umgebaut. So brachte er Nedim Hasanbegovic, Patrick Thomsen und Ilidio für Christian Melfsen, Hendrik Ostermann und den erkrankten Jonas Walter (Magen- und Darmgrippe). Ehe es zum ersten richtigen Aufreger der Partie kam, gab es zunächst zwei Torschüsse zum Aufwärmen der beiden Torhüter. Neumünsters Kevin Ingreso prüfte Weiches Schlussmann Florian Kirschke (7.) und Flensburgs Elmedin Kasumovic forderte VfR-Keeper Ole Springer per Direktabnahme (11.). Doch wirklich gefährlich wurde es erst kurz darauf, als Matthias Hummel Gästestürmer Christopher Kramer bei einem katastrophalen Rückpass übersah und diesem somit eine Steilvorlage bot. Doch der VfR-Stürmer zielte frei vor dem Gehäuse um Zentimeter am Pfosten vorbei (14.). „So einen Fehler sieht man bei Matthias Hummel normalerweise nie“, meinte Böhnke. „Aber auch er war etwas verunsichert.“ Doch nach 20 Minuten hatten die Flensburger ihre Nervosität abgelegt. So wurde es mehrfach gefährlich vor dem VfR-Tor. Erst schickte Hummel Ilidio mit einem mustergültigen Steilpass. Der Brasilianer traf aus halbrechter Position aber nur den Pfosten (23.), dann klärte VfR-Verteidiger Bodo Bönigk in höchster Not vor Ilidio nach einer gefährlichen Hereingabe von Florian Meyer zum Eckstoß (24.). Danach verflachte die Partie ein wenig.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien der VfR dem 1:0 näher zu sein. Doch Abdel Abou-Khalil, der nach einem Alleingang aus 18 Metern abzog und Kirschke vor Probleme stellte (52.), und Ingreso mit einem Schlenzer (58.) trafen nicht. Die Gastgeber wurden nur bei Standardsituationen zwingend. Dabei setzte Kasumovic einen Freistoß aus 20 Metern nur knapp neben das VfR-Gehäuse (60.). Bei einem ruhenden Ball aus ähnlicher Position ließ Kasumovic dann seinem Teamkollegen Florian Meyer den Vortritt bei der Ausführung, was belohnt werden sollte. Denn Meyer hielt einfach mal drauf und überwand Torhüter Springer mit einem Sonntagsschuss in den Winkel zum glücklichen 1:0 (64.).

Mit der Führung im Rücken konzentrierten sich die Fördestädter in der Schlussphase erfolgreich auf die Defensive. Die Gäste rannten zwar mit dem Mute der Verzweiflung an, konnten sich aber mit Ausnahme eines überhasteten Abschlusses von Abou-Khalil (68.) und eines Versuchs von Kramer, der den Ball nicht traf (78.), keine Ausgleichschancen mehr erspielen.

„Eigentlich ist das gar nicht unser Spiel“, sagte Böhnke. „Normalerweise versuchen wir, das 2:0 nachzulegen.“ Diesmal ging es aber nur darum, den ersten Sieg einzufahren. „Und wenn wir führen, wird es für jeden Gegner ganz schwer“, erklärte der Kapitän. „Heute war es egal, wie wir spielen. Hautsache, wir holen drei Punkte.“

Harald Uhr sprach von einem tollen Spiel für die über 1000 Zuschauer. Besonders freute sich der Liga-Geschäftsführer, dass gerade Florian Meyer das Tor erzielte. „Der verschossene Elfmeter gegen den FC St. Pauli hat ihn doch ordentlich belastet.“ Den Gästen machte Uhr Mut: „Für mich ist Neumünster kein Abstiegskandidat. Ich erwarte die Mannschaft im oberen Mittelfeld.“

ETSV Weiche Flensburg: Kirschke - Hasanbegovic, Hummel, Jürgensen, Böhnke - Thomsen - Schulz (87. H. Ostermann), Kasumovic - Ilidio (74. Akyörük), Wulff, Meyer (90./+2 Melfsen).


VfR Neumünster: Springer - Winter, Olthoff, Bönigk, Nagel - Tenno - Bento (67. Zekjiri), Laabus (74. Zschimmer), Ingreso (79. Alioua), Abou-Khalil - Kramer.

Schiedsrichter: Paltchikov (Groß Grönau).

Zuschauer: 1018 zahlende. – Tor: 1:0 Meyer (64.).

Gelbe Karten: Bönigk (63., Foulspiel), Ingreso (beide VfR/70., Unsportlichkeit).

Beste Spieler: Jürgensen, Kasumovic, Böhnke / Winter, Olthoff, Kramer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen