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„Man saugt die Stimmung auf und freut sich“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor dem „Tag der Youngster“ am Freitag in der Flens-Arena haben wir die Kapitäne Morten Dibbert (SG Flensburg-Handewitt II) und Malte Jessen (DHK Flensburg) zum Doppel-Interview getroffen.

„Volle Hütte“ in der Flens-Arena: Heute steigt dort der „Tag der Youngster“. Um 18 Uhr trifft die Bundesliga-A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt auf den THW Kiel, um 20.30 Uhr steigt das Drittliga-Duell zwischen der SG II und DHK Flensburg. Unsere Mitarbeiter Jan Kirschner und Jörn Saemann haben sich mit den Kapitänen Morten Dibbert (SG II) und Malte Jessen (DHK) unterhalten. Jessen ist nach längerer Verletzungspause wieder fit.

Beschreiben Sie doch mal das Gefühl, in eine Halle mit mehreren tausend Zuschauern einzulaufen. Was geht da in einem vor?
Morten Dibbert: Es wirkt in jedem Fall motivierend. Man saugt die Stimmung auf und freut sich noch mehr auf das Spiel. Während der Partie nimmt man gar nicht so war, ob da 200 oder 1000 Zuschauer schreien. Da ist der Fokus voll auf das Spiel gerichtet. Auswärts ist es für uns nicht so ungewöhnlich, vor 600 Zuschauern und auch deutlich mehr zu spielen. Mit dem „Tag der Youngster“ freuen wir uns nun zum dritten Mal auf eine große Kulisse in der Flens-Arena.

Malte Jessen: Vor dem Spiel wird bei mir sicherlich große Anspannung herrschen. Ich denke, auch bei allen anderen Spielern. Ich laufe auch sehr gerne in der Idrætshalle auf. Aber in so einer großen Halle und vor so vielen Zuschauern ist es schon etwas Besonderes, weil es nicht alltäglich ist. Wenn es dann losgeht, ist aber alles vergessen.

Heute spielt der Tabellen-Zehnte gegen den Elften. Hand aufs Herz: Hatten Sie sich am Saisonanfang mehr erwartet vom eigenen Team?

Dibbert: Aufgrund der beiden letzten Jahre haben wir eine bessere Platzierung erwartet. Wir hatten aber einige neue Spieler zu integrieren und verloren nach wenigen Partien mit Marcel Möller einen wichtigen Leistungsträger. Es hat praktisch die ganze Hinrunde gedauert, uns als Mannschaft zu finden. In der Rückrunde haben wir bislang gezeigt, was in uns steckt.

Jessen: Ja, natürlich. Es war viel mehr möglich. Und die Saison geht ja noch recht lange, so dass ich auch noch mehr von uns erwarte. Doch in dieser ausgeglichenen 3. Liga ist es halt so, dass Euphorie über einen Sieg und der Ärger über eine Niederlage dicht beieinander liegen. Ich muss zugeben, dass ich noch nie die Konstellation hatte, dass ich bei einem Derby dabei bin, in dem die Teams nur auf Platz zehn und elf stehen. Und es muss schon mein 15. Derby sein.

Was läuft bei Ihrem Team gut – und was ist noch verbesserungswürdig?
Dibbert: Die mannschaftliche Geschlossenheit stimmt, alle ziehen nun an einem Strang. Uns wurde von oben ein neues Spielsystem auferlegt, was etwas Zeit brauchte. Im Angriff läuft es schon gut. In der Abwehr sehe ich auch Fortschritte, aber gerade bei der Aggressivität ist noch Luft nach oben.

Jessen: Positiv ist, dass wir trotz der Situation ein Team sind. Wir verstehen uns sehr gut und sitzen im selben Boot. Uns ist die derzeitige Situation bewusst, aber wir wissen auch, was wir können. Wir brauchen einfach nur ein Erfolgserlebnis und, so einfach es auch klingt, mal ein Tor mehr auf unserer Seite.

DHK hat das Hinspiel gewonnen – wie geht’s diesmal aus?

Dibbert: Aus der Erfahrung der jüngeren Vergangenheit gewinnt DHK das Hin- und wir das Rückspiel. Über die Motivation braucht man bei einem solchen Event nicht zu sprechen. Vielmehr geht es darum, in den entscheidenden Situationen kühlen Kopf zu bewahren, wenn wir gewinnen wollen.

Jessen: Im Hinspiel fielen wenige Tore, wir haben mit 20:18 gewonnen. Beide Mannschaften haben sehr gute Torhüter. Das Junior-Team hat mit Tim Lübker, mit dem ich selbst noch zusammengespielt habe, und Thore Jöhnck ein Top-Duo, genau wie wir. Ich glaube an uns und dass wir erneut mit zwei Toren gewinnen.

Was hat Ihr Gegner für Qualitäten? Und wo ist er zu packen?

Dibbert: Die unorthodoxe 6:0-Abwehr und ein sehr guter Torwart Paul Weidner, der leider verletzt ist, waren im letzten Derby die Stärken des DHK. Es gelingt dem DHK relativ gut, das Tempo von hinten nach vorne zu bringen. So gelingen viele Tore aus der ersten und zweiten Welle. Allerdings ist der Kader derzeit aufgrund einiger Verletzungen dezimiert. Wir sollten deshalb eine stabile Abwehr stellen, den Gegner so zermürben und aufs Tempo drücken.

Jessen: Ich mag ihren schnellen Handball und es macht Spaß, zuzusehen. Neben dem Torhüterduo ist Spielmacher Per-Oke Kohnagel der beste Mann auf dem Feld. Er kann eine ganze Abwehr durcheinander bringen. Aber die SG II hat eine sehr junge und wir eine erfahrenere Mannschaft. Ich denke, wir kommen besser damit klar, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Das hat man schon im Hinspiel gesehen, als die Idrætshalle rappelvoll war. Das kann auch in der Flens-Arena unser Vorteil sein.

Spielen Sie doch mal Trainer. Welchen Spieler des Gegners würden Sie sofort verpflichten?

Dibbert: Schwere Frage. Ich würde all diejenigen verpflichten, mit denen ich schon zumindest eine kurze Zeit als Handballer zu tun hatte und deshalb positive Erinnerungen verbinde. Mit Paul Weidner, Marc Blockus und Tobias Wickert-Grossmann habe ich bei der SG zusammengespielt, mit Lasse Worm, Timo Brüne und Malte Jessen in Tarp.

Jessen: Ohne unseren Torhütern auf die Füße treten zu wollen, würde ich Tim Lübker verpflichten. Ich kenne ihn aus Zeiten bei der HSG Tarp-Wanderup, wo ich mit ihm zusammengespielt habe. Er ist ein feiner Kerl. Ansonsten würde ich natürlich Per-Oke Kohnagel verpflichten.

Und zum Schluss hätten wir gerne noch einen genauen Ergebnis-Tipp.

Dibbert: 28:26.

Jessen: 26:24 für uns.

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