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Kein hochklassiges Tischtennis mehr beim TSB Flensburg : Letzter Aufschlag für drei Teams

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Tischtennis-Damenmannschaften des TSB Flensburg verlassen den Verein und beklagen fehlende Unterstützung. Der Vorstand hätte lieber Spielerinnen aus der Region gesehen.

Beim TSB Flensburg wird vorerst kein hochklassiges Frauen-Tischtennis mehr gespielt – obwohl es sportlich sehr gut läuft. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die 3. Liga und schloss die aktuelle Saison auf Nichtabstiegsplatz sechs ab, die „Zweite“ wurde vorzeitig Verbandsliga-Meister und dürfte in der kommenden Spielzeit in der Oberliga starten. Der TSB Flensburg III war in der Landesliga Nord das Maß der Dinge, machte ebenfalls vorzeitig den Titel perfekt und qualifizierte sich für die Verbandsliga. Eigentlich könnten in der Theorie also alle Beteiligten – der Vorstand, die Trainer und die Teams – zufrieden sein. Die Realität sieht jedoch anders aus.

„Der Verein hat sich entschieden, die Abteilung nicht mehr in gleichem Maße zu unterstützen“, bedauert Trainer Frank Germann, der die Flensburgerinnen in den vergangenen Jahren nach oben führte. Die Folge: Gemeinsam mit der ersten, zweiten und dritten Mannschaft wechselt Germann zu einem anderen Verein. Wohin, wollte er noch nicht sagen. „Es laufen Gespräche. In erster Linie sind wir natürlich enttäuscht, dass der tollen Entwicklung in Flensburg ein Riegel vorgeschoben wurde.“ Der Grund dafür, dass die aufstrebenden Tischtennis-Frauen zukünftig nicht mehr unterstützt werden, macht Germann stutzig. „Der Vorstand hätte in den verschiedenen Teams gerne mehr deutsche Spielerinnen aus der Region gesehen“, erklärt der Trainer.

Zur Erklärung: In der Drittliga-Mannschaft spielen mit Kateryna Kiziuk und Alina Shvorak zwei Ukrainerinnen sowie mit Henrietta Nielsen und Sofie Egeholt Bang zwei Däninnen. Auch in der „Zweiten“ und „Dritten“ greifen mehrere Spielerinnen aus dem nördlichen Nachbarstaat zum Schläger. Germann relativiert: „Ein hoher Ausländer-Anteil ist in den höheren Klassen einfach üblich.“ Dem TSB-Vorstand war er dennoch schon länger ein Dorn im Auge. „Vor einem Jahr hatte der Verein seine Sicht schon durchblicken lassen. Allerdings hatten wir uns dann darauf geeinigt, den Weg zumindest zwei Jahre weiterzugehen“, so Germann. Das abrupte Ende habe die Spielerinnen daher geschockt.

Das Gros der drei Teams bleibt trotz der unerwarteten Entwicklung zusammen. Sie trafen die Entscheidung, den TSB geschlossen zu verlassen. „Das sind 14 bis 16 Frauen. Als sie mit der Situation konfrontiert wurden, hat es bis zum Entschluss keine zwei Minuten gedauert.“ Die Lizenzen für die jeweiligen Spielklassen – 3. Liga, Oberliga und Verbandsliga – stellt der TSB zur Verfügung. Zumindest in der Ober- und Verbandsliga will Germann erneut angreifen, Drittliga-Tischtennis wird es in der Region aber nicht mehr geben. Die Stammspielerinnen gehen: Kateryna Kiziuk wechselt zu Zweitliga-Absteiger TSV Schwarzenbek, Sofie Egeholt Bang zieht es nach Schweden, Henrietta Nielsen legt eine Pause ein und Alina Shvorak sucht noch nach einem Verein.

Germann: „Der Verein hat Tischtennis nicht als wichtiges Aushängeschild gesehen. Das sehe ich anders. Ich bin aber dankbar, dass wir hier so etwas Tolles aufbauen durften.“

Der TSB-Vorsitzende Frerich Eilts sieht das Ganze entspannt und bekräftigt seine Sicht der Dinge: „Die Spielerinnen kommen nicht aus der Region, reisen nur zu den Spielen an. Es ist auf Dauer nicht vertretbar, das aus den Beiträgen der Mitglieder zu finanzieren.“ Die dritte Mannschaft, die laut Eilts aus „typischen TSB-erinnen“ besteht, hätte der Verein dagegen gerne weiter unterstützt.

Der Vorsitzende bedauert den „Aderlass“, unterstreicht aber, dass der Abgang der Spielerinnen nicht das Ende der Sportart Tischtennis im TSB bedeutet: „Das ist ja eine intakte Abteilung mit etwa 100 Mitgliedern.“

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