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Abschluss der 107. Flensburger Fördewoche : Leichtwind spielt „Sphinx“ in die Karten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum Abschluss der 107. Fördewoche holten sich die „Sphinx“ von Gorm Gondesen und die „Calypso“ des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Clausen das „Blaue Band“ und das „Blau-Gelbe Band“.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2017 | 06:30 Uhr

Für die „Sphinx“ war der Sieg bei der 107. Fördewoche bereits der dritte in Serie. „Damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet“, gestand Gorm Gondesen. Denn Sven Anderßen (ebenfalls Flensburger Segel-Club) hatte mit der „Solair“ nicht nur eine schnelle X-Yacht gegen den Titelverteidiger ins Rennen geschickt, sondern sich mit Torsten Bastiansen und Sven Christensen auch noch namhafte Verstärkung von der „Sydbank“ an Bord geholt. Doch die „Sphinx“ wehrte die Attacke der „Solair“ erfolgreich ab, war nach 39 Seemeilen am Ende fast acht Minuten früher im Ziel.

„Mal läuft es so, mal so“, freute sich Gondesen. „Normalerweise ist unser historischer Zwölfer gegen eine moderne 60-Fuß-Yacht im Nachteil, aber der Wind war heute günstig für uns.“ Der leichte Wind aus Süd hatte dem Zwölfer tatsächlich in der Tat in die Karten gespielt. „Vor Sonderburg war die Solair bis auf zweieinhalb Minuten heran“, berichtete Gondesen. „Da hatten wir die Hoffnung, dass noch etwas geht“, meinte Torsten Bastiansen. Aber auf dem Vorwind-Kurs von der Tonne Café Drei hoch nach Nejsmölle in die Innenförde baute die „Sphinx“ ihren Vorsprung entscheidend aus. „Immer wenn wir elf bis zwölf Knoten Wind hatten, waren wir schnell unterwegs“, berichtete Bastiansen. „Aber wenn er nachließ, waren die 22 Tonnen Gewicht zu spüren. Da ist uns die Sphinx davon gefahren.“ „Der Wind war einfach gegen uns“, fasste Sven Anderßen die Wettfahrt zusammen. „Wäre er konstant bei zehn Knoten oder mehr geblieben, hätten wir es gepackt. Ärgerlich, das kratzt schon ein bisschen am Ego. Aber so ist der Sport“, sagte der Eigner der „Solair“ und kündigte an, „im nächsten Jahr einen neuen Versuch zu starten, um das Blaue Band zu holen“.

Erst nach einer Aufholjagd gelang Dr. Gerhard Clausen mit seiner „Calypso“ die erfolgreiche Titelverteidigung des „Blau-Gelben Bandes“. Nach der ersten Luv-Tonne hatte sich beim Hochziehen der Gennaker verdreht. Es dauerte fast zehn Minuten, bis die Crew das Malheur behoben hatte und sich auf die Verfolgung der „Almost Nothing“ von Steffen Müller machen konnte. „Bei leichten Winden kann das Schiff sein Geschwindigkeitspotenzial nicht so entfalten. Erst bei Middelgrund haben wir die Almost Nothing zu packen bekommen“, berichtete Clausen. Auf dem Kurs zurück in die Förde baute die „Calypso“ ihren Vorsprung dann immer weiter aus und feierte schließlich eine ungefährdeten Sieg. Clausen holte damit seit 1991 sein insgesamt sechstes „Blau-Gelbes Band“ bei der Fördewoche.

Während die „Calypso“ als „first ship home“ zur Kaffeezeit die Ziellinie vor dem FSC überquert hatte, erreichten sechs kleinere Schiffe diese nicht mehr im Zeitlimit. „Der Wind ist immer mehr eingeschlafen, die taten mir ein bisschen leid, aber sie haben es mit Humor genommen“, sagte Claus-Otto Hansen. Der Wettfahrtleiter räumte ein, dass die Bahn bei den Windverhältnissen vielleicht doch etwas zu lang war. „Doch beim Blauen Band segeln wir immer diese Bahn, und das wollten wir diesmal nicht ändern.“

Am Abend bei der Siegerehrung im kleinen Bootshaus des FSC herrschte dennoch allseits gute Laune. Bei den Seglern, obwohl nicht alle rechtzeitig das Ziel erreicht hatten, und beim Veranstalter, der mit der Beteiligung beim Flensburger Pilsener-Cup zum Ende der Fördewoche sehr zufrieden war. „Es war doch gut was los auf der Förde“, meinte Claus-Otto Hansen.

Das meiste „Silber“ bei der Siegerehrung räumte die „Halbtrocken“, eine First 36.7, von Dr. Knut Freudenberg ab. „Die haben fünf oder sechs Wanderpreise mitgenommen und waren damit das erfolgreichste Schiff auf der Fördewoche“, so Hansen.

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