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Laues Lüftchen bringt Überraschungs-Weltmeister hervor

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Glücksburg | Das war wie verhext. Am Dienstag konnte die Flotte der schönen Sechser bei der Robbe & Berking Weltmeisterschaft auf der Flensburger Förde wegen zu viel Wind keine Rennen austragen. Gestern waren die Crews der 34 Yachten und die Wettfahrtleitung des Mit ausrichters Flensburger Segel-Club (FSC) zum Warten auf Wind verdammt. Am Nachmittag bekam die Regattaleitung ein Rennen durch, das völlig überraschte Weltmeister hervorbrachte. In der Modern Class siegte die kanadische "St. Francis IX", bei den Klassikern die finnische "Fridolin" von Henrik Lundberg.

"Ist das wirklich wahr?", wollte der Kanadier Ross Mcdonald beim Einlaufen in den Hafen wissen. Erst beim Blick auf die Liste wich die Ungläubigkeit strahlendem Lächeln. "Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", meinte der zweifache Starboot-Medaillengewinner bei den Spielen 1992 in Barcelona (Bronze) und 2004 in Athen (Silber). Der Crew der "St. Francis IX" reichte ein zweiter Platz im Leichtwindrennen zum Titelgewinn. Die zuvor führende "Valhalla" des Briten Robert Smith wurde Zweiter. Mit dem Tagessieg kam das Team um Alba Batzill mit der "Courage IX" noch auf Rang drei, was allerdings ein schwacher Trost war. "Wir hätten den Titel holen können, wenn diese blöde Tonnenberührung am Starkwindtag nicht gewesen wäre", ärgerte sich Steuermann Batzill.

Die Schweizer "Sophie II" von Hugo Stenbeck stürzte sogar auf Rang vier ab. Entsprechend enttäuscht war das Team und kritisierte, dass das Rennen überhaupt gestartet wurde. "Das waren irreguläre Bedingungen. Wir hätten am Dienstag und am Reservetag segeln können . Aber die Wettfahrtleitung wollte das Rennen", meinte Crew-Mitglied Pedro Andrade.

Erst am Nachmittag, als aus null Wind eine leichte Brise aus Ostsüdost über die Förde hauchte, wagte das Team um Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen einen Startversuch. Dass der Job der Wettfahrtleitung durchaus nervenaufreibend sein kann, zeigt das Protokoll. Um 14:50 Uhr waren die zehn Yachten der Modern Class bei zwei bis drei Beaufort gut weggekommen. Der erste Start der 34 Klassiker endet um 15:02 mit einem Gesamtrückruf wegen Frühstarts. Der zweite Versuch unter Black Flag (verschärfte Regel) um 15:09 wurden wegen eines zu großen Winddrehers auf Südost abgebrochen. Aus diesem Grund musste auch die Bahn für die Modern Class verlegt werden, was zu Hektik auf dem Tonnenleger von Jörg Barth führte. Um 15:29 Uhr glückte dann der dritte Startversuch der Klassiker - durchatmen auf dem Regattabegleitschiff. "Es herrschten die Bedingungen, wie sie nach den Vorschriften der Klasse zu erfüllen sind", meinte Hansen, der die Enttäuschung der Verlierer verstehen kann. "Aber das ist so im Sport."

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