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JUDO : Krankheit kostet mögliche Medaille

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgerin Sandra Freyberg holt mit Mandel- und Mittelohrentzündung Platz fünf bei der deutschen Judo-Meisterschaft

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Judo-Saison hätte besser beginnen können. Nachdem Sandra Freyberg bei den norddeutschen Meisterschaften eigentlich keine richtige Konkurrenz und sich den Titel im Schnelldurchgang geholt hatte, wollte die Flensburgerin bei den Deutschen Meisterschaften der U 21 in Frankfurt/ Oder richtig angreifen. „Die Auslosung war optimal“, erzählt die 18-Jährige. Aber eine Mandel- und Mittelohrentzündung mit Husten und Fieber warf die Schülerin vom Alten Gymnasium beim Saison-Höhepunkt zurück. „So krank habe ich mich noch nie gefühlt“, erzählt die Athletin des ETSV Weiche nach ihrem fünften DM-Platz.

Die Nummer fünf in Deutschland im ersten Jahr U 21 – während andere darüber jubeln würden, sagt Sandra Freyberg: „Das war ärgerlich. Da war viel mehr drin.“ Im vergangenen Jahr hatte sie in der U 17 mit Bronze ihre erste DM-Medaille gewonnen. Diesmal war das zweite Edelmetall in greifbarer Nähe, obwohl sich Sandra Freyberg nicht unter Druck gesetzt hatte. „Mal sehen, wie es läuft.“ Trotzdem hatte sie das Training mit fünf Einheiten pro Woche intensiviert.

Aber es lief nicht nach Wunsch. Vier Tage vor den Titelkämpfen wurde die 18-Jährige krank, fühlte sich nur noch schlapp. Aber sie biss die Zähne zusammen, ging nicht mehr zum Arzt und versuchte, mit Schmerztabletten über die Runden zu kommen. „Wenn es Dopingproben gegeben hätte, wäre ich bestimmt erwischt worden“, gesteht sie. Aber es wurde nicht kontrolliert.

Sie startete in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm mit einem Sieg. Aber der Kampf ging über die volle Distanz und kostete viel Kraft. „Ich war völlig fertig“, erzählt sie nach den nicht enden wollenden vier Minuten. Den zweiten Kampf verlor die Flensburgerin gegen Theresa Döhrer vom SV Schmalkalden, die spätere deutsche Vizemeisterin. Freyberg: „Ich habe gegen sie auch schon gewonnen, aber diesmal konnte ich nicht mehr.“ In der Trostrunde folgten zwei Kämpfe, die die Flensburgerin mit einem Ippon vorzeitig gewann. Im letzten Kampf um Bronze stand sie der eigentlichen DM-Favoritin gegenüber und musste sich entkräftet geschlagen geben. „Wenn ich gesund gewesen wäre, wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen“, lautet das Fazit der 18-Jährigen.

Erst hinterher ging sie zum Arzt. „Der sagte mir, ich hätte eigentlich gar nicht kämpfen dürfen“, so Sandra Freyberg. Darum sagte sie mit ihrer Trainerin Sandra Büchler aus gesundheitlichen Gründen anschließend ein internationales Turnier in Thüringen ab. „Es bringt nichts, wenn ich nicht fit bin.“

Aber die Flensburgerin, die für die Regionalliga-Frauen des TSV Tarp an den Start geht und auch für den VfL Stade in der 2. Bundesliga kämpft, will wieder angreifen. Die nächste Chance bietet sich im Mai beim Europacup in Berlin. Als Landesmeisterin ist sie bei diesen internationalen deutschen Jahrgangsmeisterschaften für Schleswig-Holstein nominiert. Aber mit Wut im Bauch geht sie nicht an die neue Herausforderung. „Wut ist im Judo nicht so gut, da ist man nicht so achtsam“, erklärt das Talent aus Flensburg.

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