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Segeln : Kieler Yacht-Club kämpft sich in die Bundesliga

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kieler Yacht-Club und die Seglervereinigung Itzehoe sind die Aufsteiger in die 1. Segel-Bundesliga. An der Relegation nahmen 61 Vereine aus Deutschland teil.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 07:07 Uhr

Die ersten Glückwünsche kamen vom Bodensee. Auf der Promenade in Glücksburg zwischen dem Flensburger Segel-Club (FSC) und der Hanseatischen Yachtschule (DHH) umarmten sich freudestrahlend die Teams des Bodensee-Yacht-Club Überlingen (BYCÜ) und des Kieler Yachtclubs (KYC). Das letzte Rennen der Relegation zur 1. Segel-Bundesliga (DSBL) konnte wegen Einhaltung des Zeitplans nicht mehr gestartet werden – die Kieler und die Überlinger waren unter den ersten fünf Vereinen und hatten den Aufstieg geschafft.

„Ob erster oder fünfter Platz ist egal“, hatte Steuermann Martin Menzer noch vor den gestrigen letzten Wettfahrten gesagt. „Solides Segeln ist der Plan.“ Und der Plan ging mit drei zweiten Rängen zum Abschluss auf. Nach schwierigem Auftakt legten vier Siege am Sonnabend den Grundstein zum Erfolg. Der KYC stand am Ende sogar ganz oben im Ranking. Als zweiter schleswig-holsteinischer Aufsteiger landete die Segelervereinigung Itzehoe (SVI) auf Rang drei. Vierter wurde die Segelkameradschaft „Wappen von Bremen“ (SKWB) vor dem Düsseldorfer Yachtclub (DYC). Großer Verlierer war der Hamburger Segel-Club (HSC). Das Team um Steuermann Max Gurgel schoss sich mit einem sechsten Platz im letzten Rennen aus der Spitzengruppe auf Rang sieben und startet nun mit 17 weiteren Vereinen in der 2. Liga. Mitausrichter FSC gehört zur 1. Liga und belegte in der ersten Saison Rang elf.

Insgesamt kämpften 61 Vereine aus ganz Deutschland in 86 Kurzregatten an drei Tagen um die Aufstiegsplätze und den Einzug in die 2.Liga – ein Mammutprogramm. „Das war eine super Organisation. Was der DHH und der FSC an Land und auf dem Wasser geleistet haben, war absolut perfekt,“ lobte Oliver Schwall, der mit der Agentur Konzeptwerft als der Ideengeber der Segel-Bundesliga gilt. „Es gibt wohl keinen, der sich nicht für dieses Format begeistert.“

Zu den Begeisterten gehört auch der Präsident des Deutschen Segler Verbandes (DSV). „Wir sind hochzufrieden mit der Entwicklung und stehen hinter dem Konzept“, sagte Dr. Andreas Lochbrunner. Nachdem sich der DSV und die DSBL nach langer Diskussion zu einer Zusammenarbeit unter dem Dach des Verbandes verständigt hatten, wird 2014 in der zweiten Bundesliga-Saison auch offiziell der Deutscher Meister gekürt. Die Partnerschaft sei ein Erfolgsmodell und habe bereits über die Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. „Schon beim jüngsten Eurosaf-Meeting in Andorra war das Format ein Thema,“ sagte der Dickschiffsegler aus Lindau.

Am Relegationswochenende auf der Flensburger Förde ging es Schlag auf Schlag. 250 Segler waren am Start. Über 70 freiwillige Helfer hatten der FSC und der DHH im Einsatz. Die 14 Boote (Typ J 80/J 70) lagen permanent um das Startschiff „Alpha Tauri“, die Teams wurden in planmäßigem Pendelverkehr von Bord der Jollen an den Steg der Yachtschule gefahren. „Der Shuttle-Service und die Startabläufe waren klasse. Das war ganz großes Tennis“, lobte Martin Menzer im Sprachgebrauch einer anderen Sportart, aber mit der Zustimmung aller Segler.

Auch der von Christian Soyka. Der vielfache Weltmeister in unterschiedlichen Bootsklassen hatte sich mit seinem Team vorgenommen, sich keinen Ausreißer zu leisten. „Wir sind kein Risiko eingegangen und waren nie schlechter als Platz drei. Das hat sich ausgezahlt“, freute sich der Itzehoer mit seinem „Gelo Revoice Sailing Team“. „Auftrag erfüllt.“

Die eigenen Erwartungen nicht erfüllt hatte die Crew des Plöner Segler-Verein (PSV). Ein Frühstart und ein siebter Platz am Abschlusstag bei besten Segelbedingungen kostete das sympathische Team um Thomas Bergner als 29. sogar den Platz in der 2. Liga. „Das ist schon eine große Enttäuschung“, meinte Nicolaus von Buddenbrock. Die Plöner Crew hielt sich beim Zwischenstand im Laufe des Sonnabends sogar hartnäckig unter den ersten Fünf. „Wir sind Bootsbauer, die vielleicht ganz gut segeln können“, meinte Ulf Meusel Lars Hückstedt sagte allerdings: „Abwarten, am Ende wird abgerechnet.“ Grund zur Freude hatten dann auch andere Crews – vom Bodensee, aus Kiel oder Itzehoe.

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