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Fußball-Regionalliga : Keine Antwort auf frühe Gegentore

vom

ETSV Weiche unterliegt FC Oberneuland mit 0:3. Kasumovic muss die Kapitänsbinde wieder abgeben.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 07:44 Uhr

Flensburg | "Malla" Kasumovic ist die Kapitänsbinde wieder los. Sie war so etwas wie ein Glücksbringer an seinem Arm. Acht Spiele war der ETSV Weiche unter seiner Regie in der Fußball-Regionalliga ohne Niederlage geblieben. Diese Erfolgsserie ist am Dienstagabend gegen den FC Oberneuland gerissen. 0:3 (0:2) verloren die Flensburger das Heimspiel. "Jetzt werde ich sie wieder tragen", sagte der reguläre Mannschaftsführer Marc Böhnke. Als er verletzt war, hatte sein Vertreter Kasumovic die Binde übernommen und nicht wieder zurückgegeben.

Schon vor der Partie hatte ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit gewarnt. Der FC Oberneuland sei nicht mehr zu vergleichen mit der Mannschaft aus der Hinrunde. Mit einem neuen Trainergespann und 15 Punkten aus den letzten acht Spielen hatten die Bremer die Abstiegsränge verlassen. In Flensburg demonstrierten sie warum. "Sie waren immer einen Tick schneller als wir", resümierte Liga-Chef Harald Uhr. Jurgeleit wollte seinem Team keinen Vorwurf machen: "Die Mannschaft konnte nach den vielen Spielen nicht mehr zurückschlagen. Ich kann die Jungs verstehen."

Dabei begannen die Flensburger recht vielversprechend. Und wer weiß, ob das Spiel anders verlaufen wäre, wenn Weiche in Führung gegangen wäre. Die Chance war da. Nach einem Einwurf von Masami Okada und Kopfverlängerung von Micha Dehner spitzelte Patrick Thomsen den Ball an den Innenpfosten (7.). Von den Gästen war in den ersten Minuten noch nichts zu sehen. Aber dann schlugen sie erbarmungslos zu. Die erste Möglichkeit nutzte Serhan Zengin nach Flanke von Youness Buduar mit einem unhaltbaren Direktschuss zum 0:1 (26.). Beim zweiten gefährlichen Angriff des FC Oberneuland ließ Böhnke den Fuß im Strafraum stehen und brachte Onur Ayik zu Fall - Elfmeter. Ayik selbst verwandelte sicher zum 0:2 (31.).

Weiches Abwehrchef Matthias Hummel brachte die Gefühlslage im Team auf den Punkt: "Wir lassen die Köpfe schon wieder hängen." Der Weckruf verpuffte. Den Flensburgern gelang immer weniger. Die Gäste waren nun obenauf. "Die Leidenschaft fehlte", stellte Böhnke fest. Dabei hätten die Flensburger kurz nach der Pause noch einmal zurückkommen können. Marcello Meyer tauchte nach einem Kasumovic-Pass frei vor FCO-Keeper Milos Mandic auf, schob den Ball aber am Tor vorbei (52.). Ob es an den unebenen Platzverhältnissen lag? "Auf Kunstrasen hätte er ihn 100-prozentig reingemacht", glaubte Jurgeleit. "Wäre das 1:2 gefallen, hätten wir das Spiel vielleicht noch drehen können. Dann wäre Oberneuland nervös geworden." Stattdessen schlugen die Bremer eiskalt zurück. Nur zwei Minuten nach der ETSV-Chance narrte Zengin gleich drei Flensburger (Okada, Kasumovic und Dehner) und erzielte mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze das 3:0 (54.). Damit war die Gegenwehr der Gastgeber gebrochen. Der überragende Zengin hätte sogar noch einen Treffer nachlegen können, er schlenzte den Ball aber am Tor vorbei (75.). Zu diesem Zeitpunkt waren schon die meisten der 302 zahlenden Zuschauer (Minuskulisse!) abgewandert. "Ich hätte mir gewünscht, anders zu verlieren", meinte Marc Böhnke. "Aber auch das gehört zum Fußball dazu."

Am Freitag im Freundschafts-Pflichtspiel beim VfB Lübeck (19.30 Uhr) wird er seine Binde übrigens noch nicht zurück bekommen. Böhnke ist wie Hummel nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Macht nichts. Trainer Jurgeleit hatte sowieso ankündigt, seine vielgeforderten Leistungsträger zu schonen.

ETSV Weiche: Hagge - Okada, Hummel, Dehner, Böhnke - Meyer (79. Bruhn), Thomsen, Kasumovic - Walter (54. Melfsen), Carstensen (54. Cornils), Wulff.

FC Oberneuland: Mandic - Adewunmi, Krogemann, O. Laabs, Buduar - Artmann, Nguyen, Zengin (79. Bingana) - Ayik (80. Fidan), N. Laabs, da Silva (69. Murati).

Tore: 0:1 Zengin (26.), 0:2 Ayik (31., Foulelfmeter), 0:3 Zengin (54.).

Schiedsrichter: Helwig (Escheburg).

Zuschauer: 302 zahlende.

Beste Spieler: Hummel / Zengin, Ayik.

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