3. Liga Handball : Junior-Team mit intakter Moral

Zerreißprobe: Der ehemalige Flensburger Robin Breitenfeldt (re.) zerrt am Trikot von Niels Verstejnen.
Zerreißprobe: Der ehemalige Flensburger Robin Breitenfeldt (re.) zerrt am Trikot von Niels Verstejnen.

Da war mehr drin: Die SG Flensburg-Handewitt II unterliegt dem HC Empor Rostock vor 323 Besuchern in der Wikinghalle mit 21:27.

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15. Oktober 2018, 06:00 Uhr

Die Überraschung ist ausgeblieben. Das Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt unterlag Spitzenreiter Empor Rostock mit 21:27 (10:13) und stürzte auf den letzten Tabellenplatz der 3. Liga ab. Dennoch herrschte im Lager der Hausherren Zuversicht. „Wenn wir unsere schwachen Phase minimieren, dann kriegen wir auch die Chance zu punkten“, sagte SG-Trainer Michael Jacobsen.

Trotz sommerlicher Witterung und dem DHK-Parallelspiel fanden sich 323 Zuschauer in der Wikinghalle ein – Saisonrekord! Der Gegner hatte eine besondere Attraktivität: Die Mecklenburger boten, Coach Till Wiechers eingerechnet, sieben Akteure mit SG-Vergangenheit auf. Bis zu vier standen gleichzeitig auf dem Spielfeld. „Dieser Sieg bedeutet uns ehemaligen Flensburgern sehr viel“, sagte Linksaußen Nick Witte. „Vor Familie, Freunden und Vereinsmitgliedern wollten wir auf keinen Fall verlieren.“

Der Gast gewann souverän, fehlerfrei war der Auftritt des Favoriten aber keineswegs. Was wäre wohl passiert, wenn das Junior-Team eine größere Breite im Rückraum hätte aufbieten können? Spielmacher Jörn Persson und Linkshänder Jaris Tobeler schauten verletzt zu. Keine 24 Stunden vor dem Spiel wurde zudem Dani Baijens zur „Ersten“ abkommandiert. „Wir wussten, dass das Junior-Team nur eine Aufstellung hatte“, erklärte Till Wiechers. „Wir haben daher mit stetig wechselnden Abwehrformationen operiert – irgendwann würde der Gegner schon müde werden.“ Bis zum 10:11 (26.) hielten die Gastgeber den Anschluss, hatten die Möglichkeit zum Ausgleich. Allerdings liefen sie dann in zwei Konter.

Der zweite Durchgang begann mit einem Distanztor des starken Keepers Johannes Jepsen. Ein Klasse-Treffer, der sich allerdings als Strohfeuer entpuppte. Über 11:16 (38.) zogen die Rostocker bis auf 13:20 (45.) davon. „Mit nur drei Männer-Spielern haben wir fast 30 Minuten gut gespielt, aber leider sind wir schlecht zurückgekommen“, musste Michael Jacobsen feststellen.

Die Moral in seinem Team scheint aber intakt. Die SG ließ sich nicht hängen und legte eine Schlussphase auf Augenhöhe hin. Kreisläufer Jonas Mau erzielte binnen neun Minuten fünf Tore. „Die Absprache bei den Rostockern stimmte nicht mehr, das hatte es mir leicht gemacht“, schien er sich in der Pressekonferenz fast schon entschuldigen zu wollen.

SG Flensburg-Handewitt II: Jepsen (1) – Verstejnen (4), Mau (5), Jürgensen (2), Kooij (2), Hennig (1/1), Runow (3), Ebeling (3/1), Behncke, Kirschberger.

Empor Rostock: Wetzel – Meuser (5), Steidtmann (5), L. Witte, Wilhelm, Schütze (2), Schramm (1), Mehler, N. Witte (5/1), Asmussen (1), Zboril (1), Mehrkens (2), Breitenfeldt (5). Schiedsrichter: Eulner/Möller (Seevetal).

Siebenmeter: 4:4. Zeitstrafen: 0:2. Zuschauer: 323.

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