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HSG Tarp-Wanderup : Jetzt fehlt nur noch die Lizenz

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HSG Tarp-Wanderup steigt als Drittliga-Meister in die 2. Liga auf. Mannschaft soll weiter verstärkt werden. Etat steigt auf 500 000 Euro.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 07:09 Uhr

tarp | Zum perfekten Glück fehlt jetzt nur noch ein Stück Papier. Zwei Jahre nach dem knappen Scheitern in der Relegation gegen den DHfK Leipzig haben die Handballer der HSG Tarp-Wanderup am vergangenen Wochenende als Meister der 3. Liga sportlich den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft. Selbst als Vizemeister wäre das Team von Trainer Christian Voß direkt in die zweithöchste Spielklasse aufgestiegen, da für die vier freien Aufstiegsplätze nur die HSG, Altenholz und die Rimpar Wölfe aus der Oststaffel einen Lizenzantrag bei der Handball-Bundesliga Vereinigung Männer (HBL) gestellt hatten. Alle anderen Aufstiegskandidaten hatten aus Kostengründen auf den Aufstieg verzichtet.

Die Tarper "Wölfe" scheuen davor nicht zurück. Sie wollen die sportliche und finanzielle Herausforderung in der 2. Liga mit Auswärtsspielen bis in den Stuttgarter Raum auf sich nehmen. "Drei Jahre lang haben wir versucht aufzusteigen. Jetzt gibt es kein Zurück, sonst wird man unglaubwürdig", sagt der HSG-Vorsitzende Gerhardt Görrissen. "Wir freuen uns auf diese Herausforderung."

Die strukturellen Voraussetzungen für das "Abenteuer" 2. Liga hat die Handball-Spielgemeinschaft im Laufe der vergangenen Jahre bereits geschaffen. Mit Christian Voß wurde 2012 ein Zweitliga-erfahrener Trainer engagiert, und seit kurzem hat der Verein mit Florian Korte auch einen hauptamtlichen Manager. Korte ist mit seinen 26 Jahren ein Newcomer, bringt aber beste Voraussetzungen für seine Tätigkeit mit. Der gebürtige Bielefelder studierte an der Sporthochschule Köln Sportmanagement und Kommunikation. Zudem spielte er selbst vier Jahre in der 2. Bundesliga, zuletzt beim TV Korschenbroich - unter dem jetzigen Tarper Trainer Christian Voß. Nach zwei Kreuzbandrissen hat Korte seine aktive Laufbahn allerdings vorzeitig beendet.

In der Kaderplanung hat der neue Manager bereits den ersten "dicken Fisch" an Land gezogen. Nach der Verpflichtung von Matthias Hinrichsen vom Zweitligisten VfL Bad Schwartau wurde Ende der vergangenen Woche Morten Dibbert von der SG Flensburg-Handewitt unter Vertrag genommen. Der 21-Jährige hatte bei der SG in dieser Saison einen Vertrag für das Bundesliga-Team und konnte in der besten Liga der Welt einige Erfahrungen sammeln. Weitere Verpflichtungen sind geplant. "Einige Gespräche sind schon sehr weit gediehen", berichtet Korte. Namen kann er aber noch nicht nennen. Wie der Manager berichtet, befindet sich die HSG dabei auch mit der SG Flensburg-Handewitt in einem ständigen Meinungsaustausch. "Wenn das Junior-Team aus der 3. Liga absteigen sollte, macht es doch Sinn. Der eine oder andere ist bei uns bestimmt gut aufgehoben", ist Korte überzeugt.

Doch junge Spieler allein werden nicht reichen, um in der 2. Liga zu bestehen. Das wissen Korte und Trainer Christian Voß. Deshalb halten sie auch nach routinierten Akteuren Ausschau. "Wir benötigen sowohl junge als auch erfahrene Leute, wir wollen eine gute Mischung aus beiden", betont der Manager.

Finanziell ist die HSG laut Korte gut aufgestellt. Die für den Lizenzantrag geforderten 20 000 Euro Bankbürgschaft sind hinterlegt, und auch der Etat für die 2. Liga steht - dank der akribischen Arbeit des Wirtschaftsrates unter der Führung von Jochen Ohm. Der langjährige Hauptsponsor, der weiterhin die tragende Säule der "Wölfe" darstellt, macht deutlich, dass die 2. Liga keinesfalls ein finanzielles Abenteuer für die Treenehandballer wird: "Wir haben eine seriöse und vor allem solide Kalkulation aufgestellt und dabei natürlich auch berücksichtigt, dass der Kader sportlich verstärkt werden muss." Bis zu 500 000 Euro stehen zur Verfügung. "Das gibt uns Planungssicherheit", so Korte.

Die Kalkulation ist nicht zu hoch angesetzt. Denn in der 2. Liga kommen erhebliche Mehrkosten auf die "Wölfe" zu: Weitere Auswärtstouren, höhere Kosten für Schiedsrichter und Zeitnehmer, um nur einige zu nennen. "Wir haben sieben bis acht Auswärtsspiele, bei denen wir nicht am Spieltag anreisen können, also eine Übernachtung einplanen müssen", erläutert Korte beim Blick auf die deutsche Handball-Landkarte.

Die Heimspiele sollen auch in der 2. Liga in der Treenehalle stattfinden. Die Schulsporthalle hat derzeit zwar nur eine Kapazität für 500 Zuschauer. Doch in Tarp wird schon über die Errichtung zusätzlicher Stehtribünen nachgedacht, um mehr Fans die Möglichkeit zu bieten, Zweitliga-Handball zu sehen. "Wir wollen in den Heimspielen eine volle Halle haben - einen Hexenkessel, damit wir diese Spiele auch gewinnen", wünscht sich der Manager.

Die Planungen für die 2. Liga laufen auf Hochtouren. Die Aufstiegsfeier findet mit den Fans am Sonnabend nach dem letzten Saisonspiel gegen den TSV Burgdorf statt. Das einzige, was noch fehlt, ist ein Stück Papier - die Lizenz für die 2. Bundesliga. Die wird nach eingehender Prüfung der eingereichten Unterlagen wohl Anfang Juni erteilt, so Holger Kaiser, der bei der HBL für die Lizensierung zuständig ist. Probleme erwartet Korte nicht: "Das wird schon klappen."

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