SC Weiche Flensburg 08 bei Eintracht Norderstedt : „Jede Sekunde bewusst angehen“

Ein gelungenes Comeback nach mehr als einem Jahr Pause feierte Finn Wirlmann (re.), hier im Duell mit Braunschweigs Quentin Fouley.
Ein gelungenes Comeback nach mehr als einem Jahr Pause feierte Finn Wirlmann (re.), hier im Duell mit Braunschweigs Quentin Fouley.

Und weiter geht’s: Nach dem Sieg gegen Braunschweig II sind die Regionalliga-Fußballer des SC Weiche 08 am Sonnabend in Norderstedt gefordert.

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24. März 2018, 07:00 Uhr

Am Dienstag war es noch ein Gerücht, am Mittwoch Gewissheit. Nicht am Sonntag, sondern bereits heute um 15.30 Uhr gastieren die Regionalliga-Fußballer des SC Weiche Flensburg 08 beim FC Eintracht Norderstedt. Übrigens keine Nachholpartie, sondern ein reguläres Spiel des 28. Spieltages – da kann man in dieser turbulenten Saison schon mal den Überblick verlieren.

Am Mittwoch stand für die Reservisten normales Training auf dem Programm, für die Akteure, die beim 5:3 gegen Eintracht Braunschweig II auf dem Platz standen, waren Auslaufen und Regeneration angesagt. Kräfte sammeln für den anstrengenden Saison-Endspurt mit 15 Spielen in 50 Tagen – besonders der April hat es mit gleich neun Partien in sich. „Für uns ist der ganze Monat ein einziger Aprilscherz“, sagt Co-Trainer Marc Peetz.

Natürlich spielte das 5:3 am Dienstag noch eine Rolle. Die Freude über den ersten Sieg nach langer Pause war spürbar, die Stimmung bei der Übungseinheit am Mittwoch war locker und entspannt. Doch die ungewohnten Schwächen blieben dem Trainerteam nicht verborgen. „Wir müssen jede Sekunde bewusst angehen. Wenn man nicht aufmerksam ist, zu früh abschaltet oder denkt, es ginge auch so, dann funktioniert es nicht“, unterstreicht Peetz. Drei Tore für den Gegner bei einem Heimspiel – völlig untypisch für die mit jetzt 15 Gegentreffern immer noch beste Abwehr der Liga. „Dass es so ist, das haben wir uns hart erarbeitet – und das müssen wir jedes Mal tun“, sagt der Co-Trainer.

Gegner Norderstedt ist nach schwachem Start ins Jahr 2018 auf Platz elf abgerutscht. Unter anderem kassierten die Schützlinge von Trainer Dirk Heyne Heimniederlagen gegen die abstiegsbedrohten Team von Altona 93 (0:2) und VfB Oldenburg (1:2), beim HSV II gab es nach guter erster Halbzeit eine 1:5-Klatsche. „Die können sich nicht mehr viel erlauben, kommen auch in Zugzwang“, sagt Peetz und vermutet: „Das könnte uns in die Karten spielen.“

Bis auf die angeschlagenen oder erkrankten Nedim Hasanbegovic, Florian Meyer und Jannick Ostermann sind alle Spieler fit. Mit René Guder, Fiete Sykora und Tim Wulff sind gleich drei Angreifer mit jeweils vier Gelben Karten belastet.

Noch ohne Verwarnung ist Finn Wirlmann – kein Wunder, feierte der 21-Jährige doch gegen Braunschweig sein Comeback nach 485 Tagen. Den Ex-Kieler hatten eine langwierige Schambeinverletzung und Operationen im Beckenbereich außer Gefecht gesetzt. „Es hat sich geil angefühlt, wieder mal zu spielen“, sagte Wirlmann. Dabei hatte ihn sein Trainer Daniel Jurgeleit mit der Startelf-Nominierung überrascht. „Ich hatte nicht gedacht, gleich wieder zu beginnen“, sagte Wirlmann. „Aber für mich war die lange Vorbereitung gut.“ Hätte die Rückserie planmäßig begonnen, wäre ein Einsatz in den ersten Spielen noch zu früh gekommen.

„Für das erste Mal nach so langer Zeit war ich schon ganz zufrieden“, sagte er. Dass er in den kommenden Englischen Wochen in jedem Spiel auf dem Platz steht, glaubt er indes nicht – nicht nur aufgrund seiner langen Ausfallzeit. „Der Trainer wird sicherlich die Belastungen verteilen“, vermutet Wirlmann und sieht Vorteile für sein Team gegenüber manchen Konkurrenten. „Ich glaube, dass wir bei unserem breiten Kader problemlos sechs, sieben Spieler tauschen können“, ist er überzeugt von der Qualität seiner Kollegen.

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