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MOGENSEN KÜNDIGT RÜCKKEHR NACH DÄNEMARK AN : „Ich versuche, jeden Tag zu genießen“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jetzt ist es offiziell: Spielmacher Thomas Mogensen wird die SG Flensburg-Handewitt im Sommer 2018 Richtung Skjern HB verlassen – dann liegen elf Jahre beim Handball-Bundesligisten hinter ihm.

Grünes statt blaues Handball-Trikot: Gestern Mittag streifte Thomas Mogensen während der Vertragsunterzeichnung bei seinem zukünftigen Club kurz die neue Arbeitskleidung über. Nun steht fest: Der 34-jährige Rückraumspieler wird die SG Flensburg-Handewitt am Saisonende nach elf Jahren verlassen und sich für drei Jahre dem dänischen Vizemeister Skjern HB anschließen. Unser Mitarbeiter Holger Petersen sprach mit dem 106-fachen dänischen Nationalspieler, der bislang 494 Pflichtspiele für die SG absolviert und 1768 Tore erzielt hat.

Die SG Flensburg-Handewitt ohne Thomas Mogensen – ein schwer vorstellbares Szenario. Auch für Sie, Herr Mogensen?

Ich habe früher immer gesagt, ich werde die SG, die ich so liebe, nie verlassen. Deswegen ist es schon ein sehr komisches Gefühl, zu wissen, dass am Saisonende Schluss ist. Aber es haben sich in meinem Leben einige Sachen geändert und die Prioritäten verschoben. Sicher ist: Ich werde die SG in meinem Herzen behalten, bis ich sterbe.

Was waren die Gründe für Ihren Entschluss?

Da ist zum einen die Familie. Bei der SG bist du jedes zweite Wochenende 48 Stunden weg von zu Hause für 60 Minuten Handball. Nun, wo die Kinder in der Schule sind, bleibt ganz wenig gemeinsame Zeit. Als Spieler eines Bundesliga-Topclubs schläft man 30 Mal im Jahr woanders, bei Skjern ist das vielleicht fünf bis sieben Mal der Fall. Diese Trennung kostet viel Energie, die mir dann als Handballer und auch als Familienvater fehlt.

Die körperlichen Belastungen spielen sicherlich auch eine Hauptrolle.

Klar. Ich werde nicht jünger. Die Spiele in der Bundesliga und Champions League kommen in der Abfolge zu schnell. Für Regeneration bleibt keine Zeit. Das wird langsam zu viel für mich. Es bringt ja keinen Spaß, nur überleben zu wollen. Ich bin ein Typ, der Lust auf Handball braucht, um erfolgreich zu sein. Und das würde mir unter diesen Bedingungen von Jahr zu Jahr schwerer fallen. Deshalb verlasse ich die Bundesliga. Diesen Schritt wollte ich nicht zu spät machen. Nun hat mir Skjern die Chance geboten, meine Karriere in meinem Heimatland bei einem guten und ambitionierten Club ausklingen zu lassen.

Sie bleiben aber in Handewitt wohnen...

Ja. Meine Tochter geht dort zur dänischen Schule, mein Sohn folgt bald. Wir haben uns in Handewitt einen engen Freundeskreis aufgebaut, den wir nicht aufgeben wollen. Dafür nehme ich die Fahrerei in Kauf. Ich werde wohl häufig eine Fahrgemeinschaft mit Eggi (Anm. d. R.: Der ehemalige SG-Linksaußen Anders Eggert wohnt in Kolding und spielt bei Skjern) bilden.

Das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart heißt Saisonstart mit der SG. Wie blicken Sie – im Wissen, dass es die letzte ist – dieser Spielzeit entgegen?

Ich fühle mich fit und werde versuchen, jeden Tag zu genießen. Es ist gut für meine Motivation, dass ich jetzt ein Datum kenne, wann der ganz große Stress aufhört. Wer mich kennt, weiß, dass ich weiter 100 Prozent für die SG geben werde. Schließlich habe ich Flensburg viel zu verdanken, meine Kinder sind hier geboren, ich liebe diesen Club und die Fans – daher wünsche ich mir, dass wir eine tolle Saison spielen und ich noch ein gutes Jahr hier erlebe.

Sie haben für drei Jahren in Skjern unterschrieben. Haben Sie schon Vorstellungen, was nach der aktiven Karriere kommt?

Ja, aber nichts Konkretes. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass bei meiner nächsten beruflichen Laufbahn das Thema Handball keine Rolle spielt. Keine Ahnung , ob das dann Richtung Traineramt geht. Was ich weiß: Ich finde es hochinteressant, Leute zu entwickeln und meine Erfahrungen mit ihnen zu teilen.

Also ist ein Comeback bei der SG Flensburg-Handewitt in ein paar Jahren möglich?

Das würde ich nicht ausschließen. Wenn es dazu kommen würde, wäre das sensationell. Wir gucken mal...

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