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Handball : Horror-Szenario für den DHK

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt gewinnt Oberliga-Spitzenspiel mit 25:18. 850 Zuschauer in der Idraetshalle.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Der vermeintliche Dreikampf scheint zu einem Alleingang zu mutieren. Das Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt gewann binnen sieben Tagen das zweite Oberliga-Spitzenspiel und dominierte auch beim DHK Flensburg deutlich mit 25:18 (12:10). „Das war eine richtungsweisende Partie“, sagte SG-Spielertrainer Stefan Pries. „Wir haben nun die besten Karten für den Aufstieg in die 3. Liga.“ Derweil versuchte DHK-Coach Matthias Hahn seinen Kummer mit einem Bierchen zu ertränken: „Was wir in der zweiten Halbzeit geboten haben, habe ich selten gesehen – das war unterirdisch schlecht.“

Diese Sequenzen liefen in der Dauerschleife: SG-Torwart Christopher Rudeck parierte einen Wurf, passte den Ball schnell zu einem Mitspieler, wirbelte mit der linken Hand in der Luft und streckte dann die rechte Faust triumphierend gen Auswechselbank. Was die eigenen Kameraden zu schieren Begeisterungsstürmen veranlasste, war ein Horror-Szenario für den DHK. In den ersten 21 Minuten der zweiten Hälfte hatten die DHK-Schützen nur einmal ins Schwarze getroffen. Acht Mal hieß der Sieger Christopher Rudeck. Dazu gesellte sich eine rätselhafte Konzeptlosigkeit bei den Hausherren. „Wir hatten uns vor der Serie vorgenommen, besser abzuschneiden als in der Vorsaison“, meinte Matthias Hahn. „Dazu zählt für mich nicht nur der Platz, sondern auch die Art Handball zu spielen. Doch wir schwächeln in der gleichen Phase wie vor einem Jahr.“

Vor der Ernüchterung stand das Handball-Fest. 850 Zuschauer drängten in die Idraetshalle. DHK-Geschäftsführer Peter Stotz sprach von einem „megageilen Publikum“. Kurz vor dem Anpfiff übertrieb es die DHK-Fan-Ecke aber ein wenig. Ein Konfettiregen prasselte auf das Feld. Ordner mussten mit dem Wischer ran, Spieler sammelten die Schnipsel mit der Hand. Die Partie konnte erst mit einer fünfminütigen Verspätung beginnen.

Was dann folgte, hatte eine Halbzeit lang durchaus Derby-Charakter. „Am Anfang war das Spiel sehr hitzig“, meinte Stefan Pries, „beide Seiten brachten Emotionen und Körperlichkeit ein“. Zwar führte das Junior-Team fast durchgängig, doch die Hausherren wähnten sich die ersten 20 Minuten auf Augenhöhe. Nachdem Rechtsaußen Jeppe Bruhn einen Kempa-Trick zum 7:8 eingelocht hatte, lag mehrfach der Ausgleich auf dem Servierteller. Doch in Unterzahl rettete Christopher Rudeck gegen Lasse Johannsen. Wenig später entschärfte der Keeper einen Gegenstoß von Marcel Möller.

Danach gewann das Junior-Team immer mehr Oberwasser und zog in der zweiten Hälfte bis auf 22:12 (53.) davon, obwohl die Chancen-Verwertung nicht überragend war. Besonders gefielen im Angriff Ove Jensen und Linkshänder Niels-Jonas Simons. Das Prunkstück war aber die Defensive: Vor Christopher Rudeck arbeiteten Norman Louwers, Stefan Pries und später Jacob Weidner sowie Michael Nicolaisen im Mittelblock.

Beim DHK zeigte man sich froh über die nun anstehende längere Pause bis zum zweiten Januar-Wochenende. „Die Jungs müssen den Kopf wieder frei kriegen“, forderte Mattias Hahn. „Wir wollen den zweiten Platz angreifen, die SG ist durch.“ Die Verantwortlichen des Nachbarn – so war am Rande zu hören – nehmen ab Januar die Planungen für den wahrscheinlich gewordenen Drittliga-Aufstieg in Angriff.

DHK Flensburg: Schefer, Quednau (ab 48., bei einem 7m) – Zakrzewski (1), E. Möller (1), Noack (1), Sievers (1), Best, Cordes (1), Johannsen (3), Bruhn (4), Flatterich (1), M. Möller (5/2).

SG Flensburg-Handewitt II: Rudeck – Pries, Blohme (8/5), Nicolaisen, Kohnagel (2), Hennig (3), Schmidt, O. Jensen (6/1), Louwers, Simons (5), J. Weidner (1). – Zuschauer: 850.

Siebenmeter: 3:6. – Zeitstrafen: 3:2.

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