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SG-Handballer wieder unterwegs : Heißer Sommer für die Olympioniken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sommerpause? Von wegen! Für acht Spieler des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt bleibt bis zum Beginn der kommenden Handball-Saison kaum Zeit zum Luftholen.

Johan Jakobsson saß buchstäblich auf gepackten Koffern. Der Rückraum-Linkshänder wohnte der Abschlussfeier der SG Flensburg-Handewitt bei, stieg wie alle Mannschaftskollegen auf die Bühne, um sich von den Fans zu verabschieden, doch seine Gedanken am Sonntag Abend kreisten bereits um mögliche Staus bei Kopenhagen und die Passage über den Öresund.

Bereits kurz nach Mitternacht wollte er im südschwedischen Lund sein, um zumindest einen Tag in der Heimat durchatmen zu können. Bereits gestern mussten Jakobsson und seine schwedischen SG-Kameraden Tobias Karlsson, Mattias Andersson und Jim Gottfridsson beim Lehrgang in Växjö aufkreuzen.

Am 12. und 15. Juni tritt die schwedische Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina an. Im Visier: ein Startplatz bei der Weltmeisterschaft 2017. „Wir haben den besseren Kader, aber das reicht im Sport nicht immer“, mahnt Tobias Karlsson. Er erinnert sich noch zu gut an den „komischen“ Sommer 2012, als das Drei-Kronen-Team zunächst gegen Montenegro die Teilnahme an der Weltmeisterschaft verspielte, um wenige Wochen später wie Phönix aus der Asche zu steigen und in London Olympia-Silber zu ergattern.

Ende Juni beginnt die Vorbereitung auf den Höhepunkt in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Jim Gottfridsson ist schon jetzt aufgeregt. „Auf die Olympischen Spiele freue ich mich ganz besonders“, sagt er. „Es wird mein erstes Großturnier. Bei der letzten Welt- wie auch bei der Europameisterschaft war ich verletzt, davor war ich zu jung.“ Nun wird er wohl zum Kader gehören, den die Nationaltrainer Ola Lindgren und Staffan Olsson aufbieten werden. Im Juli ruft ein einwöchiger Lehrgang in Kroatien. Danach folgt eine Art „Camp“ in Portugal.

Auch die dänischen Handballer haben einen „heißen“ Sommer vor sich. Zunächst geht es in den WM-Playoffs gegen Österreich. „Das ist eine Aufgabe, die wir lösen sollten“, sagt Rechtsaußen Lasse Svan. Danach bekommen die Danebrog-Akteure drei Wochen frei.

Am 6. Juli zieht Nationaltrainer Gudmundur Gudmundson seine Mannschaft wieder zusammen. Die wichtigste Zwischenetappe ist ein hochbesetztes Turnier in Frankreich. Am 1. August erfolgt der Flug nach Rio. Mit an Bord sind dann sicherlich Lasse Svan, Anders Eggert und Henrik Toft Hansen. Dagegen gilt Kevin Möller, zuletzt nur dritter Torwart, als Wackelkandidat. Neben dem gesetzten Kieler Niklas Landin hatte Möller bei der WM noch den zweiten Platz ergattert, doch das ist keine Garantie, dass der Flensburger wieder den Vorzug vor dem Magdeburger Jannick Green erhält.

Frankreich ist als Gastgeber automatisch für die Weltmeisterschaft qualifiziert. So kann Kentin Mahé bis zum 23. Juni abschalten. „Bis dahin nehme ich keinen Handball in die Hand“, hat sich der SG-Allrounder vorgenommen. Dann fahren die Franzosen in ein Ski-Gebiet, in dem im Sommer nichts los ist, um zehn Tage lang in Ruhe an der Physis zu arbeiten. Im Anschluss wird in Südfrankreich das Handball-Training forciert. Die Generalprobe bildet vom 22. bis 24. Juli das „Eurotornoi“ in Straßburg mit Deutschland, Dänemark und Ägypten. Mahé rechnet sich gute Chancen aus, auf den französischen Olympia-Zug zu springen. „Vor vier Jahren war ich noch jung, da hatten es andere mehr verdient, nun sieht es gut aus“, sagt er.

Bis zu neun Spieler – inkusive des verletzten Rasmus Lauge – werden also fehlen, wenn SG-Trainer Ljubomir Vranjes am 18. Juli zum ersten Training der neuen Saison bittet. Für das neue Mannschaftsbild muss dann nicht getrickst werden. Das Foto-Shooting fand bereits am vergangenen Donnerstag in der Flens-Arena statt.

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