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B-Jugend der SG besiegt die Füchse Berlin 26:20 : Hauchdünn am Triumph vorbei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In einem Endspiel muss es einen Sieger gegeben. Würde es diese Gesetzmäßigkeit im Handball nicht geben, hätte Deutschland jetzt wohl nicht einen, sondern gleich zwei B-Jugend-Meister.

Die Vertretung der SG Flensburg-Handewitt begeisterte das Publikum, schlug die favorisierten Füchse Berlin im zweiten Finale mit 26:20 (13:12), doch in der Gesamtabrechnung war der Gegner um ein einziges Tor besser. „Die beiden besten Mannschaften Deutschlands befanden sich absolut auf Augenhöhe. In der B-Jugend habe ich noch nie ein Spiel auf diesem Niveau gesehen“, meinte DHB-Vizepräsident Bob Hanning, der in seiner Funktion als Füchse-Coach angereist war.

Nach den 50 packenden Minuten waren sich alle einig: Das war ein tolles Jugend-Event, bei dem auch der Rahmen stimmte. Wann erklang das letzte Mal die Nationalhymne in der Wikinghalle? Wann waren zum letzten Mal mehr als 1000 Zuschauer in der „Ur-Hölle-Nord“? Und wann bereicherte ein so farbenfroher Gäste-Block die Kulisse?

Im „Fuchsbau“ stieg der Puls rasch. Denn nach einer ausgeglichenen Anfangsphase – es hieß 5:5 – bewies das SG-Team, dass es seine Lektion aus dem Hinspiel gelernt hatte. Die Füchse operierten wieder mit einer offensiven 3:3-Abwehr, doch die Gastgeber ließen sich davon nicht ein zweites Mal aus dem Konzept bringen. „Sie sind sehr gut in die Tiefe gegangen“, lobte SG-Coach Sascha Zollinger, der häufiger mit zwei Kreisläufern oder einlaufenden Akteuren variierte. „Die haben sich etwas einfallen lassen“, bemerkte Bob Hanning. „Zudem haben wir diesmal einige wichtige Duelle verloren.“

Zum Beispiel das zwischen den Pfosten. Dort glänzte Johannes Jepsen und entschärfte nicht weniger als 16 Würfe. Als Bo Nielsen zum 9:5 (14.) eingeworfen hatte, skandierten die Ränge: „Einmal Flensburg, immer Flensburg!“ Die Füchse rannten fortan einem Rückstand hinterher, schienen diesen aber zu kontrollieren – vor allem als sie nach der Pause auf 18:17 (35.) verkürzt hatten. Doch dann begann die beste Phase der Gastgeber. In der Defensive lohnte sich die Einwechslung von Christian Hasenpusch, der im Mittelblock einen sehr aufmerksamen Job ablieferte. Vorne hatte Linkshänder Jannek Klein alle Zurückhaltung abgelegt. Er traf zum 23:18, hatte im nächsten Angriff aber Pech, als der Ball an den Pfosten flog.

Der Anhang glaubte an den Sieg, peitschte seine Jungs nach vorne, die nun an der ganz großen Wende schnupperten. Jaris Tobeler erhöhte, dann zielte Brandur Halgirsson knapp vorbei. Eine Minute vor Schluss lochte Jannek Klein zum 26:19 ein. Wieder fehlte nur ein einziger Treffer, doch der fiel nicht mehr. „Wenn die Flensburger die Euphorie etwas früher entdeckt hätten, wären sie als Sieger vom Spielfeld gegangen“, mutmaßte Bob Hanning, der sich von der couragierten Vorstellung des Gegners beeindruckt zeigte: „Nur 20 Tore? So wenig haben wir die ganze Saison nicht erzielt.“

Das war zunächst nur ein schwacher Trost für die SG-Talente. Einige hatten Tränen in den Augen, die nur zaghaft leuchteten, als sie die Silber-Medaillen umgehängt bekamen. „Ihr wart so knapp dran, aber für eure tolle Leistung bin ich euch sehr verbunden“, sagte DHB-Präsidiumsmitglied Karl-Friedrich Schwark. Horst Fleischmann, Moderator und Vorsitzender des Handewitter SV, schlug den Bogen zur Bundesliga-Truppe: „Welcher Verein hat schon zwei deutsche Vize-Meister?“

SG Flensburg-Handewitt: Jepsen, Korn – Wiese (2), Nielsen (6/2), Klein (5), Cordes (2), Schaefer, Halgirsson (4), Eberlein, Hasenpusch, Tobeler (6/2), Kepp (1), Schoor.

Füchse Berlin: Jochens, Rau – Karpe, Urios, F. Butzke (2), Keskic, S. Butzke (1), Knauer, Raguse (3), Gerntke (2), Lüdtke (3/2), Krai (6), Matthes (3).

Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf); Siebenmeter: 4:2; Zeitstrafen: 1:4; Rote Karte: Knauer (48., dritte Hinausstellung).

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