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Profis der SG : Handewitt wird zum Handball-Dorf

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Umzug von Tobias Karlsson leben nun acht SG-Profis im Ort – mit Anders Eggert und Lasse Svan folgen im Sommer zwei weitere.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 08:53 Uhr

Handewitt | Sportlich wird die SG vor allem mit Flensburg – ihrer Spiel- und Trainingsstätte – in Verbindung gebracht. Doch wenn es um das Privatleben der Handballprofis geht, genießt Handewitt höchste Priorität. Zurecht darf sich die Großgemeinde, in deren Wikinghalle die Erfolgsgeschichte der SG vor 30 Jahren begann, als beliebtester Wohnort der SG-Spieler bezeichnen. Eine komplette Sieben und Trainer Ljubomir Vranjes fühlen sich in Handewitt bereits zuhause, zwei weitere Profis kommen im Sommer hinzu. Jüngster Neu-Handewitter ist Tobias Karlsson.

Vor wenigen Tagen ließ der Kapitän in seinem Reihenhaus am Twedter Feld in Flensburg von einer Firma die Umzugskartons packen, verladen und zu seinem schönen, neuen Haus bringen. „Wir freuen uns auf Handewitt, auf mehr Platz und die Nähe zu vielen Spielern und ihren Familien“, sagt Karlsson. Gleichzeitig kommt Wehmut auf, denn im Twedter Feld haben er und seine Frau Martina tolle Jahre verlebt, die meiste Zeit mit vier oder fünf Spielern in direkter Nachbarschaft. „Wir haben oft zusammen gesessen, gefeiert und gegrillt“, erinnert sich der große Schwede. Doch nach und nach zog es immer mehr Spieler aus der WG Twedter Feld ins Handballdorf Handewitt. Mit Anders Eggert und Lasse Svan nehmen im Sommer die letzten beiden diesen Weg. „Handewitt ist super für uns. Wir sind ganz schnell auf der Autobahn nach Dänemark, haben dänische Kindergärten und Schulen vor der Haustür“, sagt mit Lasse Svan einer der wenigen, der noch keine Kinder hat. Für Noah, Filippa und Victor – die drei Sprösslinge von Michael Knudsen, der seit neun Jahren mitten im Dorfkern wohnt, sind Handewitt und die Wikinghalle ihr Zuhause. In dieser spielen nicht nur das Juniorteam, sondern auch viele Nachwuchsmannschaften der SG. Das Gefühl für den Ball lernen die Kinder der Spieler schon im Handball-Kindergarten der Gemeinde.

„In Handewitt spürst du jeden Tag, was für eine große Tradition mit der SG verbunden ist“, nennt Knudsen einen weiteren Faktor, der die Lebensqualität des Ortes ausmacht. So viele Menschen würden sich über Jahrzehnte für das Team engagieren, es unterstützen, ihm auch in schweren Zeiten den Rücken stärken. „Die Basis der SG ist so langsam und stark gewachsen, es ist etwas ganz Besonderes, ein Teil davon zu sein“, sagt Knudsen, der den Verein im Sommer Richtung Silkeborg verlassen wird, zusammen mit dem dänischen Torhüter Sören Rasmussen. In beide Häuser werden wieder SG-Spieler einziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, einem SG-Profi beim Bäcker, im Kindergarten oder beim Hundespaziergang zu begegnen, ist in keinem Ort so groß wie in Handewitt. „Handball hat hier so lange eine so große Bedeutung, das bringt eine besondere Atmosphäre, aber auch eine Gelassenheit mit sich, die uns in Ruhe leben lässt“, sagt Thomas Mogensen, der sein Handewitter Domizil für seine Frau Mia und die Kinder Asta und Theo sogar gekauft hat. Die Handewitter sind schon stolz auf ihre Handballer, gehen mit ihren prominenten Mitbewohnern aber ganz normal um. „Mit vielen reden wir gar nicht über Handball, gerade das tut oft gut“, sagt Mogensen.

Doch nicht nur die Dänen leben gerne in Handewitt. Auch Holger Glandorf und seine Frau Kristin, die im Ortsteil Timmersiek mit ihren Söhnen Fynn und Lasse einen Neubau bezogen haben, möchten in keinem anderen Ort leben. Gleiches gilt für den SG-Trainer. Lange hat er nach einem passenden Haus gesucht, das mittlerweile gekauft und mit Maria, William und Esther bewohnt wird. Die meiste Zeit verbringt Ljubo dort allerdings allein, in seinem abgedunkelten Arbeitszimmer bei der Analyse von Video-Aufnahmen.

Weitere Handewitter Schweden sind Mattias Andersson mit Frau Anna und den Kindern Elis und Livia, und seit wenigen Monaten auch der junge Jim Gottfridsson, der mit Freundin Magdalena die Doppelhaushälfte bezog, die schon Alexander Petersson bewohnte. Johnny Jensen, Lars Christiansen, Roger Kjendalen oder Trainer Kent-Harry Andersson sind weitere SG-Größen, die sich in Handewitt wohlgefühlt haben. Torhüter-Ikone Jan Holpert ist bis heute Handewitt treu geblieben. Seit Jahrzehnten lebt zudem Video-Mann Karl-August-Engelsen mit seiner Familie im Ortsteil Haurup. Auch wenn die Hölle Nord heute in Flensburg steht, tragen die Spieler gerne auch „Handewitt“ auf dem Trikot.

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