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2. Bundesliga : Handball-Verein stößt an seine Grenzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

HSG Tarp-Wanderup: Geschäftsführer Korte nicht mehr in die Planungen für die nächste Saison eingebunden. Trainer Voss will kürzer treten.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Die Stimmung nach der 26:27 (12:16)-Niederlage gegen die Nationalmannschaft von Chile im Freundschaftsspiel am vergangenen Freitag drückte das derzeitige Dilemma der HSG Tarp-Wanderup passend aus: Sportlich schaffte es das Team von Trainer Christian Voss erneut nicht, sich souverän zu präsentieren und verlor somit auch verdient gegen einen allenfalls drittligatauglichen Gegner. Doch auch die spärlich besetzte Treenehalle zeigte trotz freien Eintritts umso mehr, an welchen Ecken es beim Aufsteiger in die 2. Handball-Bundesliga hapert. „Wir haben es nach gut einem halben Jahr nicht geschafft, die Region und das wirtschaftliche Umfeld vom Projekt Tarper Wölfe zu überzeugen. Somit ist es mehr als konsequent von der Vereinsführung, im kommenden Jahr nicht für die 2. Liga zu melden“, sagt Geschäftsführer Florian Korte offen und ehrlich. Zwar sehe er schon in einigen Bereichen Fortschritte, doch es würde nicht reichen, um dauerhaft in der Liga bestehen zu können.

Die Gründe für die derzeit vorherrschende Tristesse sind schnell gefunden. Nach dem Aufstieg aus der dritten Liga trennte sich die HSG von etlichen verdienten Spielern und versuchte, mit jungen und teils unerfahrenen Talenten für Begeisterung zu sorgen. „Ich kann den Jungs vom Charakter her keinen Vorwurf machen. Die Einstellung hat weitestgehend gestimmt. Nur ist es normal, dass bei so einem großen Umbruch nicht sofort alles ineinander greift. Leider dauerte der Findungsprozess zu lange und hält auch immer noch an“, erklärt Voss die sportliche Misere. Trotz namhafter Verstärkungen wie Matthias Hinrichsen und Tobias Mahnke aus Bad Schwartau, Morten Dibbert von der SG Flensburg-Handewitt oder auch die Rückraumspieler Bjarni Aron Thordasson und Mark Blockus – bisher ist kaum ein Spieler zu seinem optimalen Leistungsvermögen gelangt. Hinzu kamen einige Verletzungen von wichtigen Spielern, so dass es im spielerischen Bereich immer wieder Rückschläge gab. Die Folge ist der letzte Platz mit nur einem Sieg aus 18 Spielen.

Doch auch wirtschaftlich schien das Management schnell an seine Grenzen stoßen zu sein. „Die vorhandene Struktur, aber auch das Potential in der Region lassen schlicht keinen Zweitliga-Handball in Tarp zu. Es fehlt eine zweitligataugliche Halle sowie das nötige Interesse der Zuschauer an dem Standort in Tarp. Die Wirtschaftskraft der Stadt Flensburg ist bereits gebunden, und die eingleisige zweite Liga ist mit ihrer Professionalisierung unter diesen Voraussetzungen zu teuer für einen Club wie uns“, argumentierte Korte. Der bisheriger Mäzen Jochen Ohm hatte noch vor Saisonbeginn verkündet, durch die Tarper Wölfe eine realistische Möglichkeit zu sehen, dass Produkt Handball mit verschiedenen neuen Sponsoren in Tarp zu etablieren. Dies Vorhaben ist nach nur einem halben Jahr ad acta gelegt worden.

Doch wie gestaltet sich jetzt der Weg der Mannschaft? Trainer Voss gibt sich weiterhin kämpferisch, lässt aber auch schon einen kleinen persönlichen Einblick zu: „Ich werde weiterhin alles für die Mannschaft und den Verein geben. Ich gehe davon aus, dass wir noch ein paar Punkte holen werden. Was mit mir und der Mannschaft danach passiert, steht noch in den Sternen. Ich persönlich möchte allerdings zeitlich etwas kürzer treten.“

Wie und ob das Team zusammenbleiben wird, konnte auch Geschäftsführer Korte noch nicht sagen. Er selber sei nicht mehr in Planung für die kommende Saison eingebunden. „Ich denke aber, dass die Verantwortlichen schon in der Planung sind und der Handball in Tarp und Wanderup weiterhin erfolgreich gespielt wird.“

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