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Fussball : „Gute Chancen auf einen Spitzenplatz“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kapitän Marc Böhnke freut sich, dass der ETSV Weiche Flensburg als Nummer zwei in Schleswig-Holstein wahrgenommen wird .

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Nur ein Jahr nach dem Aufstieg ist der ETSV Weiche im oberen Drittel der Fußball-Regionalliga angekommen. Die Flensburger überwintern als Tabellensechster. Wir sprachen mit Kapitän Marc Böhnke (29), der als linker Außenverteidiger eine der Konstanten im Team ist, über die Entwicklung.

Der ETSV Weiche verbringt die Winterpause im oberen Drittel. Sind Sie zufrieden mit der Platzierung?

Wichtig war, dass wir die beiden letzten Spiele vor der Pause noch gewonnen haben. Ansonsten wären wir beim Blick auf die Tabelle vielleicht schon ein wenig enttäuscht gewesen. Unser Ziel war es, uns gegenüber Platz sieben im Vorjahr zu verbessern. Da wäre es schade gewesen, wenn wir nur als Achter in die Pause gegangen wären. So können wir die freien Tage jetzt etwas mehr genießen.

Ein Ziel scheint dagegen erreicht. Der ETSV Weiche ist – zumindest derzeit – die Nummer zwei in Schleswig-Holstein.

Ja, das freut uns natürlich. Dass drei Spieler von uns zur Wahl zum Fußballer des Jahres nominiert wurden und wir in dieser Beziehung quasi auf Augenhöhe mit Holstein Kiel sind, ist ein Beleg dafür, dass wir inzwischen auch als Nummer zwei wahrgenommen werden. Zumindest derzeit haben wir mal Traditionsvereine wie Neumünster oder Lübeck hinter uns gelassen. Das wollen wir natürlich gerne bestätigen.

Neben der Verbesserung in der Tabelle war auch die Weiterentwicklung der Mannschaft ein Ziel. Ist das aus Ihrer Sicht erreicht worden?

Wir spielen auf jeden Fall besseren Fußball als noch im vergangenen Jahr. Man hat gesehen, dass die Mannschaft mit den Neuzugängen, ich nenne als Beispiele nur mal Flo Meyer und Christian Jürgensen, jetzt noch besser aufgestellt ist. Da landet dann eben auch schon mal der eine oder andere gute Spieler auf der Bank, der sich vorher noch seines Platzes sicher sein konnte. Außerdem haben sich auch Spieler wie Patrick Thomsen, der für viele vielleicht oft eher unauffällig spielt, aber für uns als Mannschaft sehr wichtig ist, oder die Ostermann-Zwillinge noch einmal weiter entwickelt.

Wie lief die Hinrunde für Sie persönlich?

Ich fand meine Leistungen im letzten Jahr etwas besser. Da war ich vorne an ein paar Toren mehr beteiligt und hinten an ein paar weniger. Das ist als Abwehrspieler ja auch immer wichtig. Aber insgesamt bin ich nicht unzufrieden.

In einigen Top-Spielen war die Leistung gut, aber am Ende nicht die Ausbeute. Man denke da vor allem an die jeweils mit 1:2 verlorenen Spiele in Wolfsburg und Meppen. Ärgert Sie das im Rückblick noch?

Ach, solche Spiele hat wohl jede Mannschaft mal dabei gehabt. In der Liga ist in diesem Jahr vieles von Tagesform, von Kleinigkeiten abhängig. Gerade unter den oberen Mannschaften kann jeder jeden schlagen. Da entscheidet dann eben auch mal das Glück.

Wäre für Ihre Mannschaft nicht sogar noch etwas mehr drin gewesen?

Man fragt sich schon manchmal, was gewesen wäre, hätten wir nicht die Phase gehabt, wo wir von acht Spielen nur eins gewonnen haben. Aber letztlich muss man sagen, dass alle Mannschaften hier und da mal Probleme hatten. Wer hätte schon damit gerechnet, dass Wolfsburg gegen Cloppenburg und Neumünster verliert?

Geht also in der Rückrunde sogar noch etwas in Richtung Titelkampf?

Ich habe schon den Eindruck, dass es noch nie so leicht war, am Ende ganz oben dabei zu sein. Wir haben gute Chancen auf einen Spitzenplatz. Aber über die Meisterschaft machen wir uns wirklich keine Gedanken.

Auch weil am Ende ein Aufstieg in die 3. Liga gar nicht möglich wäre?

Unter den Bedingungen wie jetzt in Weiche ist ein Aufstieg nicht vorstellbar. Es ist natürlich schön, wenn man darauf angesprochen wird wie in der Zeit, als wir Tabellenführer waren. Aber in der 3. Liga geht es nur mit Vollprofis. Bei uns lebt kein Spieler allein vom Fußball, wir sind Amateure. Ich könnte mir nicht vorstellen, meinen Job aufzugeben. Dazu müsste gesichert sein, dass der Verein finanziell ausgleicht, was ich sonst in meinem Beruf verdiene. Das wird in Weiche nicht gehen. Deshalb freuen wir uns, oben dabei zu sein. Aber ernsthaft beschäftige ich mich mit dem Aufstieg nicht. Ich freue mich daran, in einem intakten Team und mehr oder weniger am Maximum meiner Möglichkeiten zu spielen.

Höhepunkte stehen im nächsten Jahr trotzdem an.

Ja, es ist schon etwas Besonderes, wenn wir uns in der Winterpause beim Hallenturnier in Flensburg mal mit Profis messen. Auch beim Hallenmasters in Kiel haben wir noch etwas gutzumachen. Und dann ist da ja auch noch das Landespokalfinale bei Holstein Kiel. Da freuen wir uns schon jetzt drauf. Und in der Liga wollen wir natürlich auch weiter oben mitmischen und nicht ins Niemandsland abrutschen.

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