Fast 1000 Zuschauer in der Idrætshalle : Gut verkauft gegen den Meister

Neun Tore im letzten Heimspiel: Ole Zahkrzewski kämpft sich durch die HSV-Abwehr.
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Neun Tore im letzten Heimspiel: Ole Zahkrzewski kämpft sich durch die HSV-Abwehr.

Die Drittliga-Handballer des DHK Flensburg unterliegen dem HSV Hamburg – und ärgern sich über den Erfolg des MTV Braunschweig gegen Altenholz.

shz.de von
16. April 2018, 11:30 Uhr

Der DHK Flensburg hat in der 3. Handball-Liga Nord binnen acht Tagen auch gegen das zweite Spitzenteam eine erwartete Niederlage hinnehmen müssen. Dem 33:38 in Altenholz folgte die 24:28 (11:11)-Heimniederlage gegen den neuen Meister HSV Hamburg – da der TSV Altenholz zweieinhalb Stunden nach der Partie in der Idrætshalle beim MTV Braunschweig mit 27:32 das Nachsehen hatte, ist dem HSV der Titel nicht mehr zu nehmen.

Den Gastgebern tat der Sieg des direkten Konkurrenten aus Braunschweig noch mehr weh als die Niederlage gegen die Hamburger. Die Mannschaft von Jens Häusler lieferte dem Primus einen großen Kampf. Der DHK-Coach hatte sein Team gegen seinen Ex-Club hervorragend eingestellt. Auf der Spielmacher-Position agierte der zum Saisonende scheidende Timo Brüne mit viel Tempo und Leidenschaft und setzte seine Nebenleute in Szene – allen voran Ole Zakrzewski, der ebenfalls den DHK verlässt und der in seinem letzten Heimspiel schnell auf Betriebstemperatur war. So steuerte er drei Treffer zur 5:2-Führung nach sechs Minuten bei.

Die Gastgeber steckten auch die zwei frühen Zeitstrafen gegen Tjark Desler weg. Er wurde in der Deckung von Timmi Ejmar ersetzt, der mit voller Energie gegen den Hamburger Angriff agierte. So war die Defensive der Schlüssel dafür, dass der DHK nach 20 Minuten mit 9:5 in Front lag

Doch die Gäste zeigten, warum sie auf dem „Platz an der Sonne“ stehen. Die die individuelle Qualität des Teams von Weltmeister Torsten Jansen machte in einigen Szenen den Unterschied. Rückraumspieler Lukas Ossenkopp fand mit wuchtigen Aktionen Lücken und verkürzte zum 9:8 (24.), da sich der Flensburger Angriff gegen den nach einer Auszeit eingewechselten und gut aufgelegten HSV-Keeper Dominik Plaue im Abschluss sehr schwer tat.

So ging es nach einem spannenden ersten Durchgang mit einem 11:11 in die Kabinen. Der DHK steckte nach Wiederbeginn erste Rückstände weg und lag nach einem Treffer von Timo Brüne erneut mit 14:13 vorne (34.). Doch zwei Zeitstrafen binnen kürzester Zeit brachten die Gastgeber allmählich aus dem Gleichgewicht. Der HSV nutzte dies, um die Begegnung mit 15:17 in seine Richtung zu drehen.

Das Häusler-Team zeigte aber Moral und hielt nach Kräften dagegen. Bis zum 20:22 des neunfachen Torschützen Ole Zakrzewski blieben die Flensburger mit der Unterstützung ihrer Fans dran (48.). Die beinahe 1000 Zuschauer, darunter mehr als 100 Hamburger Fans, registrierten, dass die Gäste mehr Optionen auf der Bank hatten. Der Bundesliga-erfahrene Kevin Herbst band mit seiner Physis die DHK-Abwehrspieler, die beiden schnellen Rückraumschützen Philipp Bauer und Finn Wullenweber bauten den Vorsprung viereinhalb Minuten vor Spielende auf 21:26 aus und sorgten so für die Vorentscheidung.

„Toto“ Jansen lobte: „Ich komme immer gerne nach Flensburg. In einer 90 000-Einwohner-Stadt zwei Drittligisten und eine Weltklassemannschaft aufzubieten, verdient Respekt und zeigt, dass dies eine Handball begeisterte Region ist. DHK steht in der Tabelle völlig zu Unrecht da unten, denn die Mannschaft hat sehr viel Qualität.“

DHK-Coach Jens Häusler war trotz der Niederlage begeistert von der Vorstellung seiner Mannschaft. „Meine Mannschaft hat 60 Minuten einen hervorragenden Fight geliefert. Das ist der Geist der Mannschaft. Keiner schenkt etwas weg, das ist einfach toll“, so Häusler.

DHK Flensburg: Basenau, Muus Meyer – Zakrzewski (9), Jessen, Lohrbach (7/3), Brüne (4), Worm, Blumenberg, Wickert-Grossmann (3), Jochimsen, Ejmar, Desler (1).

HSV Hamburg: Plaue, Peveling – Schröder (1), Tissier (3), Bauer (4), Weller (3), Ossenkopp (9/3), Fuchs (1), Ehlers, Forstbauer (3), Wullenweber (2), Kleineidam, Herbst (2).

Schiedsrichter: Beyer/Höhne (Eberswalde).

Zuschauer: 978.

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