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Erster TAg des Rollstuhlsports in Flensburg : „Gut, dass man das organisiert hat“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Veranstalter vom SV Adelby waren zufrieden mit der Resonanz auf den ersten „Tag des Rollstuhlsports“ und peilen eine Wiederholung an. In zwei Hallen gab es zahlreiche Angebote zum Zuschauen und Mitmachen.

Das metallische Klirren, wenn die Rollstühle aneinander rasseln, wird immer wieder vom schrillen Pfiff des Schiedsrichters unterbrochen. Beim „Tag des Rollstuhlsports“, den der SV Adelby organisiert hat, wird Rollstuhl-Basketball gespielt. Die Teams bewegen sich auf dem Feld schnell hin und her – es ist nicht auszumachen, welches Mannschaftsmitglied gehandicapt ist und welches nicht.

„Ich habe es schon vorher ein paar Mal ausprobiert, im Rollstuhl zu fahren“, erzählt Jan-Hendrik Scharff (23). Beruflich baut und repariert er Rollstühle, jetzt ein ganzes Basketballspiel darin zu absolvieren, sei eine Herausforderung. „Ich versuche, das Beste daraus zu machen“, sagt er schmunzelnd. Sein Kollege Jawad Mahmoud (27) freut sich über seine Teilnahme: „Schön, dass er mitmacht.“ Und das Turnier findet er auch spannend. „Es ist immer interessant zu sehen, wie andere mit ihrem Rollstuhl umgehen.“

Mahmoud ist selbst aktives Mitglied beim SV Adelby. Während sich das Feld in der Pause nach der Hinrunde leert, wirbeln die beiden Kollegen in den blauen Trikots noch weiter eifrig umher und zielen mit dem Basketball auf den Korb – er trifft häufig sein Ziel. Ein solcher Tag, an dem der Rollstuhlsport im Mittelpunkt steht, sei schon wichtig, meint Mahmoud: „Ich finde das gut, dass man das organisiert hat.“

Um zu Christoph Theune-Kreuziger zu gelangen, muss man ganz an das andere Ende der Halle gehen. Vorbei an der ParaDart-Scheibe, an der die Besucher das Dartspielen aus der Perspektive von Rollstuhlfahrern ausprobieren können und den RaceRunnern. Auf diesen Aufsehen erregenden Laufrädern, die drei Räder, aber keine Pedale haben, fegen Wagemutige immer wieder umher und ernten vor allem von den jüngeren Besuchern staunende und anerkennende Blicke.

Theune-Kreuziger zeigt sich unterdessen sehr konzentriert und wenig beeindruckt von dem Trubel um ihn herum. Er erklärt Interessierten mit ruhiger Stimme und viel Geduld das Bogenschießen – sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Rot-weißes Absperrband neben der Schussbahn signalisiert: Ab hier besser nur noch zugucken. Auch Wolf-Dieter Feil versucht, die Zielscheibe möglichst mittig mit seinen Pfeilen zu treffen. „Hauptsache, man hat Spaß. Alles andere läuft dann schon“, ermutigt ihn Christoph Theune-Kreuziger. „Das kostet ganz schön viel Kraft, das hätte ich nicht gedacht“, japst Feil, nachdem er alle Pfeile verschossen hat, aber er lächelt dabei. Motorisch fit müsse man sein, meint der Erzieher, der an der Helen-Keller-Schule in Damp arbeitet. Trainer Theune-Kreuziger gibt ihm recht: „Am Anfang ist es anstrengend.“

Anstrengend wird es auch noch einmal für die Basketballer: Die Turnierpause neigt sich dem Ende zu, draußen lässt der Andrang am Hot-Dog-Stand nach, weil alle zurück in die Halle strömen. Der „Tag des Rollstuhlsports“ kam gut an. „Das Ziel, gemeinsam Sport zu treiben und Spaß zu haben, wurde zu hundert Prozent erreicht. Wir wollen einen 2. Tag des Rollstuhlsports ausrichten“, sagt Jörg Karstens vom SV Adelby.

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