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Nord-Frauen verpassen erneuten Pokalsieg nur knapp : Großer Kampf wird nicht belohnt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Finale um den Landespokal bot alles, was das Handball-Herz begehrt: Kampf, Leidenschaftlich und Spannung bis in die Schlusssekunden. Nur der Spielausgang stimmte – zumindest aus der Sicht der Frauen des TSV Nord Harrislee – nicht.

Die Mannschaft von „Shorty“ Linde unterlag dem Final Four-Gastgeber und Drittliga-Konkurrenten SV Henstedt-Ulzburg mit 20:21 (11:10) und schrammte knapp an der Titelverteidigung vorbei. „Natürlich sind die Mädchen traurig. Dazu gibt es aber keinen Grund, denn dieses Turnier war ein riesiger Entwicklungsschritt“, hob Linde trotz der Niederlage das Positive hervor. Der dritte Platz ging an die HG Owschlag/Kropp-Tetenhusen (OKT), die den Oberliga-Spitzenreiter TSV Wattenbek im Spiel um Platz drei 32:29 besiegte.

Das Endspiel zwischen den Top-Teams der 3. Liga – Henstedt-Ulzburg ist Zweiter, Nord Dritter – war von Beginn an von den Deckungsreihen geprägt. „Wir haben eine bärenstarke Abwehr gespielt, auch unsere Torhüterinnen waren gut drauf“, lobte Linde seine aggressive Deckung, die allerdings auch sechs Zeitstrafen kassierte, und das Torwart-Duo Marie Andresen/Sophie Petersen-Kröger. Da auch die Gastgeberinnen vor 550 Zuschauern Beton anrührten, blieben Tore Mangelware. Bis zum 4:3 von Fenja Jensen (8. Minute) behaupteten die Nord-Frauen einen Vorsprung, dann drehte Henstedt-Ulzburg auf und zog auf 9:6 davon (20.). Harrislee kämpfte sich aber sofort zurück und ging dank eines Siebenmeter-Doppelpacks von Jensen sogar mit einer 11:10-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel ging es 15 Minuten Tor um Tor, ehe das Linde-Team mit 15:17 ins Hintertreffen geriet. Der Nord-Coach nahm eine Auszeit, Merle Carstensen sorgte für den Anschluss. Angeführt von Marleen Kadenbach (acht Tore) und Katharina Rahn, die zum „MVP“ des Endspiels gewählt wurde, legte Henstedt-Ulzburg aber schnell wieder ein 19:16 vor. Linde sah „zu viele technische Fehler“ und vermisste einfache Tore. „Über Außen haben wir kaum gespielt.“

Vier Minuten vor Schluss liefen die Nord-Frauen weiterhin einem Drei-Tore-Rückstand (18:21) hinterher. Zu allem Überfluss musste Samiah Jakusch für zwei Minuten auf die Bank. Dennoch gaben sich die Gäste nicht geschlagen, Merle Carstensen und Lotta Woch sorgten 120 Sekunden vor Schluss für den Anschluss – es knisterte vor Spannung. Nun griff das Schiedsrichter-Gespann Buldmann/Schulz ins Spiel ein und erlaubte der Heim-Mannschaft einen beinahe zweiminütigen Angriff. Erst zwölf Sekunden vor Ablauf der Zeit kam Nord noch einmal in Ballbesitz. Da Henstedt-Ulzburg den Angriff mit einem Foul blockierte und die Zeit nicht angehalten wurde, gab es für den Gast keine Wurfchance mehr. „Das war eine unglückliche Niederlage. Um zu gewinnen, hätten wir noch souveräner sein müssen“, suchte Linde die Ursachen in den eigenen Reihen.

Im Halbfinale hatten die Nord-Frauen beim 26:18 (11:11) gegen den Drittliga-Konkurrenten HG OKT eine 35-minütige Anlaufzeit gebraucht. „Ich muss OKT ein großes Kompliment aussprechen. Sie haben uns mit diszipliniertem Spiel lange das Leben schwer gemacht“, zollte Linde dem Gegner Respekt. Nach einer Harrisleer 3:1-Führung ließ das Team von Olaf Keck sechs Minuten lang keinen Treffer zu und übernahm mit vier Toren in Folge selbst die Führung. Zweieinhalb Minuten vor der Pause lag das Linde-Team 8:11 hinten, dann sorgten zwei Siebenmeter-Tore von Fenja Jensen und ein Treffer von Sarah Lena Börnsen für den 11:11-Halbzeitstand. Nach dem Wechsel erwischte OKT den besseren Start und legte ein 15:13 (35.) vor. Doch der Nord-Coach bewies ein gutes Händchen und wechselte zwischen den Pfosten. Für die glücklose Marie Andresen kam Sophie Petersen-Kröger, zeigte viele tolle Paraden und hielt ihrem Team den Rücken frei. Im Angriff agierte Nord nun sicherer und fand gute Lösungen gegen die 5:1-Abwehr, mit der OKT die Kreise von Merle Carstensen einengen wollte. Harrislee blieb 16 Minuten ohne Gegentor und bog mit einem 8:0-Lauf auf die Siegerstraße ein. „Nach dem nervösen Start haben wir lange gebraucht, um uns auf die OKT-Deckung einzustellen. In der zweiten Halbzeit wurde es dann immer besser, und wir haben verdient gewonnen“, bilanzierte Linde, der sich an beiden Tagen über die Unterstützung aus Harislee – unter anderem von der Jugend-Feuerwehr – freute.

TSV Nord Harrislee gegen Henstedt-Ulzburg: Petersen-Kröger, M. Andresen – Ranft, J. Andresen, Natusch, Lundelius (2), Woch (1), Börnsen (3), Carstensen (6), Lache (2/1), Litschke (1), Harbeck (1), Jensen (4/3), Jakusch.

TSV Nord Harrislee gegen OKT: Petersen-Kröger, M. Andresen – Ranft (1), Johanna Andresen (1), Natusch (1), Lundelius, Woch (2), Börnsen (4), Carstensen (4), Lache (2), Litschke, Harbeck (3), Jensen (6/4), Jakusch (2).

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