DFB-Pokal-Auslosung am Freitag : Großer Gegner oder „leichtes“ Los ?

Am Pfingstmontag gewannen die Fußballer des SC Weiche 08 den Landespokal.
Am Pfingstmontag gewannen die Fußballer des SC Weiche 08 den Landespokal.

Zum ersten Mal sind sie dabei: Die Fußballer des SC Weiche Flensburg 08 sind gespannt auf die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal am Freitag.

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06. Juni 2018, 06:00 Uhr

Am Freitag richten sich in Flensburg viele Blicke nach Dortmund. Wenn gegen 22.15 Uhr im Deutschen Fußball-Museum die Lose für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde unter der Aufsicht von DFB-Präsident Reinhard Grindel gezogen werden, befindet sich erstmals der Regionalligist SC Weiche Flensburg 08 im Topf. Der Regionalliga-Meister hat sich die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb mit dem Sieg im SHFV-Pokal-Endspiel (3:0 gegen die Husumer SV) verdient, nachdem die Jurgeleit-Elf zuvor jahrelang im Pokal viel Pech gehabt und drei Endspiele knapp verloren hatte.

Der SC Weiche 08 ist der zweite Vertreter aus der Region Flensburg im DFB-Pokal: 1978 war der TSV Nord Harrislee – übrigens mit dem heutigen Weiche-Liga-Geschäftsführer Harald Uhr als Spieler – mit 0:6 gegen Zweitligist Borussia Neunkirchen ausgeschieden.

Entsprechend groß ist die Vorfreude, ehe am Freitag im Anschluss an das Länderspiel zwischen Deutschland und Saudi-Arabien live in der ARD die Lose gezogen werden. Die Flensburger können sich unabhängig vom Los auf einen „Geldregen“ freuen. Im vergangenen Jahr flossen 115 000 Euro an jeden Amateurvertreter in der ersten Runde. Eine Erhöhung war beschlossen worden, indem die Anteile für die Solidartöpfe der Landesverbände aus anderen Quellen bezahlt werden.

Neben dem Geld, das aus dem Fernseh- und Marketingtopf des DFB stammt, können sich die Flensburger in jedem Fall auch über ein Heimspiel freuen. Gelost wird wie seit Jahren aus zwei Töpfen , dem Topf der „Kleinen“, zu dem die Amateurvertreter, die Drittligisten, die Zweitliga-Aufsteiger und die letzten Vier der abgelaufenen Zweitliga-Saison gehören, und der „Großen“. Der auf dem Papier schwächste Gegner, den die Flensburger ziehen könnten, wäre somit der Zweitliga-14. Dynamo Dresden, der stärkste natürlich das Traumlos schlechthin, der Deutsche Meister Bayern München. „Mir wäre eine Mannschaft, gegen die wir eine Chance haben, an einem guten Tag eine Runde weiter zu kommen, am liebsten“, sagte Trainer Daniel Jurgeleit. „Bundesligisten haben wir in den letzten Jahren schon einige in Flensburg gehabt.“

Kapitän Christian Jürgensen sieht das ähnlich: „Natürlich wäre ein richtiges Topteam der Bundesliga auch eine interessante Geschichte. Aber ich habe damals mit Holstein als Regionalligist erlebt, was möglich sein kann. Und da wäre vielleicht ein auf den ersten Blick unattraktiverer Zweitligist eine gute Geschichte.“ Jürgensen war 2012 Kapitän der Kieler Elf, die nach Siegen gegen Cottbus, Duisburg und Mainz bis ins Viertelfinale gegen Dortmund vorstieß.

Möglich wäre auch ein Landesduell gegen Holstein Kiel. „Das muss nicht unbedingt sein“, meinten Jurgeleit und Jürgensen. „Obwohl es durch die vielen Ex-Kieler bei uns einen anderen Reiz hätte, wäre das kein gutes Los“, so der Kapitän. Besonders freut sich der Weicher Trainer auch auf die Auslosung: „Das wird für alle ein besonderes Gefühl, dass wir da zum ersten Mal dabei sind. Diese Vorfreude ist auch wichtig.“

Die Flensburger haben noch nicht endgültig entschieden, ob sie die Ziehung in großer Runde verfolgen. „Zumindest für die Spieler, die in Flensburg sind, bietet sich das ja möglicherweise an“, sagte Jurgeleit angesichts des Public Viewing, das im 08-Vereinsheim am Freitag auch für Fans angeboten wird. Clubwirt Rüdiger Boysen im „Treffpunkt Stadion“ öffnet um 17 Uhr seine Türen, wobei erst das Länderspiel und dann die Auslosung auf Fernseher und Leinwand übertragen werden.

Ob die Flensburger ihr Pokalspiel im Manfred-Werner-Stadion austragen können, wird erst nach der Auslosung geklärt werden. Der DFB ermöglicht Vereinen ohne Flutlichtanlage gewöhnlich Nachmittagstermine. Ob Kapazität und Sicherheitsvorkehrungen erfüllbar sind, hängt wesentlich vom Gegner ab. In jedem Fall wären aber in Flensburg einige Umbauten nötig, um vor allem die Bedingungen für die Live-TV-Übertragung bei Sky – der Pay-TV-Sender überträgt weiterhin alle Erstrundenspiele live – zu ermöglichen.

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