Handball : Glandorf startet das Reha-Programm

Holger Glandorf trägt einen Spezialschuh, in dem der Fuß stark geneigt ist, um die operierte Achillessehne nicht zu belasten.   ki 
Holger Glandorf trägt einen Spezialschuh, in dem der Fuß stark geneigt ist, um die operierte Achillessehne nicht zu belasten. ki 

Linkshänder der SG Flensburg-Handewitt möchte zur Saisonvorbereitung wieder fit sein.

shz.de von
10. Januar 2015, 08:00 Uhr

Am Montag startet die SG Flensburg-Handewitt in ihre Rückrunden-Vorbereitung. Ein Spieler war schon in dieser Woche aktiv: Holger Glandorf. „Wirklich aktiv war das noch nicht“, schmunzelt der Linkshänder. „Nach dem Achillessehnenriss und zwei Wochen Nichtstun geht es erst einmal nur darum, den Kreislauf wieder in Gang zu bekommen und etwas zu schwitzen.“

Gleichwohl hat sein Reha-Programm bereits feste Strukturen. Immer vormittags geht es zum Radeln ins Förde-Fitness und danach zur Behandlung. SG-Physiotherapeutin Jana Kräber massiert das Narbengewebe und erweckt die Reize in der Muskulatur unterhalb des Knies, also in dem Bereich, den der Handballer noch nicht belasten darf.

Die schwere Verletzung im Landesderby am 20. Dezember hat den Alltag von Holger Glandorf komplett umkrempelt. Als die „Hölle Nord“ kurz vor Schluss bereits den Sieg gegen den THW Kiel feierte, lag der Linkshänder nach einer normalen Wurf-Aktion plötzlich am Boden. Er selbst hat sich die Szene noch einmal angeschaut, vermag aber nicht genau zu sagen, wo die Blessur im rechten Fuß wirklich herrührte. Vermutlich geschah es bei der Landung nach dem Sprung. „Da war nur ein stechender Schmerz“, erzählt er. „Zunächst dachte ich an einen Krampf, dann habe ich mich aber auf einen Achillessehnenriss eingestellt.“ Die Mediziner bestätigten schnell die Diagnose.

Während zahlreiche Genesungswünsche von Fans, Freunden und Handball-Kollegen aufbauende Wirkung entfalten und die Experten noch diskutieren, ob der Verschleiß einer langen Karriere oder die abnorme Terminhatz im Handball-Business hauptverantwortlich für den langfristigen Ausfall ist, hat Holger Glandorf die Situation akzeptiert und den Blick nach vorne gerichtet. Zunächst war er nur froh, dass die Operation ohne Komplikationen verlief und er bereits Heiligabend bei den Lieben zu Hause sein konnte. Die Lymph-Drainagen von Psychotherapeutin Carolin Weidner und vor allem die regelmäßigen Kontrollen von Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Lange bestätigten: Alles im Normalbereich.

So konnten vor einer Woche die Fäden gezogen werden. Die nervigen Stützen fielen weg. Stattdessen trägt Holger Glandorf nun einen Spezialschuh („Vacoped“), in dem der Fuß stark geneigt ist, um die operierte Achillessehne nicht zu belasten. Ans Autofahren oder an längere Spaziergänge ist noch nicht zu denken, aber zu Hause lässt sich bereits eine ordentliche Mobilität erzielen. „Wenn alles normal läuft, kommt der Schuh in fünf Wochen ab“, sagt der Flensburger Profi. „Dann kann ich mehr machen als jetzt.“

Schritt für Schritt, angepasst an die Heilungsfortschritte, will er das Trainingspensum hochfahren. Im Allgemeinen rechnen Ärzte nach einem Achillessehnenriss mit einem Comeback erst nach einem halben Jahr. So war es auch beim Isländer Arnor Atlason, der in der Serie 2012/13 als letzter SG-Akteur mit dieser Verletzung ausgefallen war. „Es wäre gut, wenn ich bei der Vorbereitung auf die nächste Saison wieder voll mitmischen kann“, sagt Holger Glandorf. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor ihm.

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