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Fussball-Regionalliga : Frust nach erster Heimniederlage

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der ETSV Weiche verlor überraschend gegen den zuvor sieglosen BV Cloppenburg mit 0:1 (0:0). Trainer Daniel Jurgeleit hatte die Flensburger Mannschaft erneut auf fünf Positionen verändert.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Woran lag’s? Nach der 0:1(0:0)-Pleite gegen den BV Cloppenburg rätselten die Verantwortlichen beim ETSV Weiche über die Ursachen der ersten Heimniederlage in dieser Saison. Spielten die Flensburger am Mittwoch gegen die U23 des SV Werder Bremen noch groß auf und hatten den Titelfavoriten der Fußball-Regionalliga beim 0:0 am Rande einer Niederlage, so enttäuschten sie gegen die zuvor noch sieglosen Niedersachsen auf der ganzen Linie. Trainer Daniel Jurgeleit, der das Team des Tabellendritten erneut auf fünf Positionen verändert hatte, suchte die Schuld auch bei sich. „Vielleicht habe ich als Trainer etwas verkehrt gemacht? Bisher hat es geklappt, wenn ich die Mannschaft auf mehreren Positionen umgestellt habe, diesmal nicht.“ Vielleicht sei seine Ansprache vor der Partie auch zu lasch gewesen?

Harald Uhr konnte die Wechselspiele des Coaches nicht nachvollziehen. „Warum spielen Florian Kirschke und Christian Jürgensen nicht?“ fragte er. „Beide haben gegen Werder voll überzeugt. Und wie soll sich die Abwehr mit Matthias Hummel und Christian Jürgensen einspielen, wenn Christian nicht spielt?“ Ungewohnt heftige Worte des unzufriedenen Liga-Chefs und Mäzens. Matthias Hummel war ebenfalls ratlos nach der schachern Vorstellung. „Wir hatten uns so viel vorgenommen, nichts ist aufgegangen. Das war mangelhaft. Wir haben verdient verloren.“ Der Abwehrchef legte nach: „Wir hatten null Ideen, null Raumgewinn, null Bewegung.“

Über das Weicher Offensivspiel gab es nicht viel zu erzählen. Nur in den ersten zehn Minuten sah es so aus, als wenn die Begegnung einen normalen Verlauf nehmen sollte. Die favorisierten Flensburger hätten 1:0 in Führung gehen müssen. Nach einem Konter bediente Timo Carstensen den diesmal im Angriffszentrum eingesetzten Florian Meyer, der von der Mittellinie allein auf Stefan Tilling zulief. Doch statt den Ball am heraus stürmenden Torhüter vorbei zu schieben, versuchte Meyer, den Cloppenburger auszuspielen und wurde gestoppt. „Der Ball muss rein. Das war eine 100-prozentige Chance“, zürnte Uhr. „Aber das ist unser Manko. Wir lassen zu viele gute Möglichkeiten aus.“

Danach fanden die sehr kompakt stehenden Niedersachsen immer besser ins Spiel. Die Flensburger schoben dagegen im Mittelkreis immer wieder den Ball hin und her, fanden keine Lücke, weil zu wenig ohne Ball gelaufen wurde. Jurgeleit ging alles viel zu langsam. „Da stelle ich mich auch noch hin und spiele mit“, meinte der 49-jährige Ex-Profi. Weiche hatte Glück, nicht schon in der ersten Hälfte in Rückstand zu geraten. Die zweikampfstarken Cloppenburger spielten schnell nach vorne und ließen die ETSV-Defensive mehrfach schlecht aussehen. Nach einer Ecke kam der keinesfalls groß gewachsene Jonas Wangler (19.) frei zu Kopfball, aber Karl-Christian Melfsen klärte kurz vor der Linie. Dann spekulierte Weiche auf Abseits, Milad Faqiryar (36.) stand plötzlich allein vor Andre Hagge, der das 0:1 verhinderte. Die Gastgeber hatten nur noch einen Distanzschuss von Florian Meyer (32.) zu bieten, mit dem Tilling aber keine Mühe hatte.

War die erste Hälfte schon schlecht, wurde es nach der Pause noch grausamer für die Flensburger Fans. Nach Timo Carstensens Schuss (49.) aus zu spitzem Winkel lief nichts mehr zusammen. Kapitän Marc Böhnke schwante schon Böses. „Geht doch mal in die Zweikämpfe!“, forderte er seine Mitspieler lautstark auf. Es half nichts. Und als Hagge einen abgefälschten Freistoß von der Strafraumgrenze von Malte Beermann nach vorn abklatschen ließ, war Faqiryar zur Stelle und drosch den Ball aus drei Metern zum 0:1 (63.) ins Netz. Das Tor konnte man Hagge aber nicht ankreiden. Von diesem Rückschlag erholten sich die immer konfuser agierenden Weicher nicht mehr. Erst in den letzten Minuten, als Cloppenburg den Vorsprung nur noch mit allen Mitteln verteidigen wollte, hatten Tim Wulff (83.) und Hummel (88.) noch zwei Chancen, trafen das Tor aber nicht.

Verdient wäre der Ausgleich auch nicht mehr gewesen. „Das war fast schon lethargisch“, befand ein frustrierter Matthias Hummel nach der schwächsten Saison-Leistung. Für ihn lag es nicht an den vielen Wechseln. „Wir haben einen breiten, starken Kader. Aber jeder einzelne muss sich heute hinterfragen, warum er nicht 100 Prozent Leistung abgerufen hat. So reicht das nicht in dieser Liga.“

ETSV Weiche: Hagge - Melfsen (69, Webessie), Dehner, Hummel, Böhnke - Kasumovic (78. Strömer), Hasanbegovic, Thomsen - T. Carstensen (61. M. Meyer), F. Meyer, Wulff.
BV Cloppenburg: Tilling - B. Gerdes, Steidten, Willen, D. Olthoff - Kosenkow, Beermann (78. Bennert), Westerveld (88. Niemeyer), Mi. Faqiryar - Wernke (83. Gerdes-Wurpts), Wangler.
Schiedsrichter: Senning (Marklohe).
Tor: 0:1 Mi. Faqiryar (63.).
Zuschauer: 433 zahlende.
Beste Spieler: Hummel, Böhnke / Willen, Westerveld, Kosenkow.

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