Sportlerin des Jahres : Felicitas Hornschuh auf Rekordjagd

Gelungenes Comeback: Felicitas Hornschuh schwimmt wieder starke Zeiten.
Gelungenes Comeback: Felicitas Hornschuh schwimmt wieder starke Zeiten.

Zweifache Deutsche Meisterin: Die Powerfrau vom Flensburger SK hat erst 2012 wieder mit dem Schwimmen angefangen.

shz.de von
05. Januar 2015, 08:45 Uhr

Die Wahl zur Sportlerin des Jahres durch die Leser des „Flensburger Tageblatt“ kam für Schwimmerin Felicitas Hornschuh ebenso überraschend wie der zweifache Titelgewinn bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Masters im November: Denn die Powerfrau vom Flensburger Schwimmklub (FSK), von Beruf Hebamme, hat nach siebenjähriger Pause erst 2012 wieder mit dem Schwimmen angefangen. „Ich saß mit den anderen Müttern auf der Tribüne und habe meinem Sohn Arved beim Training zugeguckt, da habe ich selbst wieder Lust aufs Schwimmen bekommen“, erzählt Felicitas Hornschuh.

In der Gemeinschaft der äußerst aktiven Masters-Schwimmgruppe des FSK fand die dreifache Mutter schnell wieder die richtige Motivation, um an frühere Erfolge anknüpfen zu können. Seitdem zieht sie regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche – vor Wettkämpfen auch häufiger – ihre Bahnen im Campusbad. „Ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass ich so schnell wieder an meine alten Bestzeiten herankomme“, sagt die 39-Jährige, die als Tochter von Auswanderern in Namibia geboren wurde und bis zu ihrem fünften Lebensjahr in Windhoek gelebt hat.

„Eigentlich habe ich da in den Pools schon das Schwimmen gelernt“, lacht Felicitias Hornschuh. Den richtigen Anstoß gaben ihr zurück in Deutschland aber erst die Erfolge von „Albatros“ Michael Groß bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. „Da habe ich zu meinen Eltern gesagt: Das will ich auch.“ Als Jugendliche beim Marner TV schaffte sie es bis in den schleswig-holsteinischen Landeskader und trainierte in Malente unter anderem gemeinsam mit der späteren Spitzenschwimmerin Sandra Völker.

Auch während ihrer Ausbildung, die sie unter anderem nach Kiel und für eineinhalb Jahre nach Südafrika führte, ist sie immer weiter geschwommen. Ihre frühere Bestzeit über 100 m Rücken lag bei 1:09 Minuten. Und viel fehlt ihr seit ihrem Triumph bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Bremen nicht mehr bis dahin. Mit ihrer Siegerzeit von 1:10,34 hatte sie ihren erst im Mai aufgestellten Landesrekord in der Altersklasse 35 um mehr als eine Sekunde unterboten. Zuvor war ihr bereits über 50m Rücken in 0:32,64 eine neue Bestmarke geglückt.

„Ich fühle mich einfach total fit im Moment“, sagt Felicitas Hornschuh. Nicht umsonst hat sie im vergangenen Jahr beim heimischen Förde-Pokal-Schwimmfest den „Power-Pokal“ für sagenhafte 19 Starts gewonnen und war beim OstseeMan-Triathlon als zweitschnellste Frau aus dem Wasser gestiegen.

Nicht unerwähnt bleiben sollen ihre Erfolge beim Förde-Crossing und bei den Norddeutschen Mastersmeisterschaften in Berlin, wo die gelernte Krankenschwester neben ihren drei Goldmedaillen auch noch zur Lebensretterin avancierte: Einen kollabierten älteren Schwimmer reanimierte sie so lange, bis Hilfe kam.

Verantwortung für ihre Mitmenschen übernimmt Felicitas Hornschuh auch im Verein: In der Schwimmschule des FSK bringt sie seit kurzem Kindern das Schwimmen bei. „Ich will den Kids zeigen, dass Schwimmen ganz viel Spaß bringt“, sagt die 39-Jährige. Und dann ist da ja noch ihr ganz großes Ziel: „2016 will ich in London Europameisterin werden!“

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