Stadion in Flensburg : ETSV Weiche fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen

Sitzkomfort im Manfred-Werner-Stadion: Die Tribüne ist  32 Meter lang, knapp acht Meter breit  und hat eine Kapazität von 512 nummerierten Plätzen.
Sitzkomfort im Manfred-Werner-Stadion: Die Tribüne ist 32 Meter lang, knapp acht Meter breit und hat eine Kapazität von 512 nummerierten Plätzen.

Muss die Tribüne im Manfred-Werner-Stadion wieder abgerissen werden? Der Liga-Etat bleibt bei rund 400.000 Euro – die Eintrittspreise steigen.

shz.de von
28. Juli 2014, 08:00 Uhr

Flensburg | „Haddy“ Suhr schaute aus dem Fenster des Clubheims und breitete die Arme aus. „Wir haben hier in Weiche in den vergangenen Jahren einiges auf die Beine gestellt“, sagt der ETSV-Vereinsvorsitzende auf der Saison-Pressekonferenz des Fußball-Regionalligisten. HSV-Trainer Mirko Slomka habe das Manfred-Werner-Stadion beim Hamburger Gastspiel vor ein paar Wochen sogar als kleines Schmuckkästen bezeichnet, ergänzt der neue Medienverantwortliche Reiner Thiessen. Aber wirklich zufrieden mit dem Ist-Zustand der Plätze an der Bredstedter Straße sind die Vereinsverantwortlichen nicht. Sie üben sogar massive Kritik in Richtung Politik. „Zaun, Tribüne, Zeituhr – wir haben alles in Eigenregie aufgebaut. Von der Stadt Flensburg hätten wir uns mehr Unterstützung erhofft“, so Suhr.

Liga-Geschäftsführer Harald Uhr wird noch deutlicher: „Unsere Bemühungen werden von der Kommune torpediert.“ Jetzt habe die Stadt Bedenken geäußert, dass die Tribüne nach den Sommerferien hinter der Tartanbahn stehen bleiben dürfe. Bis jetzt ist der Aufbau nur bis zum 23. August genehmigt. Dabei haben die Weicher das Stahlgerüst bereits gekauft und wollen es im Herbst für die schlechte Jahreszeit überdachen. „Die Tribüne hat alle Genehmigungen, die es gibt“ erklärt Uhr. In vielen anderen Städten wie im Kieler Holstein-Stadion seien Teile von derselben Firma verbaut. „Irgendwann ist jeder Schwung weg“, sagt Uhr. Wenn im Osten eine Mannschaft in die 5. Liga aufsteige, erhalte sie gleich eine neue Anlage für fünf Millionen hingestellt. „Aber bei uns fehlt es an allen Ecken und Kanten. Wir könnten gar nicht weiter aufsteigen, obwohl ich das der Mannschaft und dem Trainer zutraue.“ Trotzdem steht für den Liga-Chef fest: „Nach Flensburg gehört eine starke Fußball-Mannschaft.“

Der Etat des Viertligisten ETSV Weiche ist mit rund 400.000 Euro gleich geblieben. Allerdings ist ein Zuschauerschnitt von 700 bis 800 einkalkuliert. Gut 550 Besucher waren es im Vorjahr pro Heimspiel. „Aber wir brauchen diesen neuen Schnitt, um in der Regionalliga zu überleben“, meint der Liga-Geschäftsführer. Um die Zuschauer-Zahl zu erhöhen, wird in dieser Saison sonnabends und sonntags gespielt. Jeder Besucher mehr sei wichtig für die Weiterentwicklung, betont Trainer Daniel Jurgeleit. Man wolle ausprobieren, welcher Tag besser sei.

Allerdings: Die Eintrittspreise haben sich auf 9 Euro (13 Euro Tribüne) erhöht. „Nachdem die Verbandsabgaben gestiegen sind, ist Regionalliga-Fußball für 7 Euro nicht mehr möglich“, erklärt Harald Uhr, der das Produkt Fußball in Flensburg von der Wirtschaft gut angenommen sieht. „Sogar ein Unternehmen aus Hamburg ist bei uns eingestiegen.“

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