zur Navigation springen

Handball : Es wird hart gegen Melsungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

SG Flensburg-Handewitt muss den dritten Tabellenplatz der Handball-Bundesliga morgen gegen die aufstrebenden Hessen verteidigen.

Es könnte einem fast schwindelig werden angesichts der emotionalen Achterbahnfahrt, auf der sich die Handballer der SG Flensburg-Handewitt seit 20 Tagen befinden. Voller Zuversicht nach dem Triumph über die Rhein-Neckar Löwen im Pokalhalbfinale, tief erschüttert nach dem Endspiel gegen Berlin, im Jubelrausch nach dem Skopje-Krimi und wieder betrübt nach der Bundesliga-Schlappe am 1. Mai in Hamburg und dem Abschied vom Meisterschaftstraum. Und es geht im Kampf um die Champions-League-Qualifikation rasant weiter: Morgen (17.15 Uhr) gastiert die MT Melsungen in der Flens-Arena – alles andere als ein Aufbaugegner vor dem Landesderby eine Woche später in Kiel.

Als Tabellensechster und zweimaliger Final4-Teilnehmer stehen die Hessen an der Schwelle zur Beletage der Liga. Das hebt das Selbstbewusstsein. MT-Manager Axel Geerken legte sich kürzlich mit Bob Hanning wegen dessen problematischer Doppelrolle als Füchse-Boss und DHB-Vize an, und Melsungens Kapitän Nenad Vuckovic fragt im Vorfeld der Reise in den Norden nicht nur rhetorisch: „Warum sollte uns in Flensburg nicht mal eine Überraschung gelingen?“

In neun Jahren Bundesligazugehörigkeit ging die MT an der Förde stets leer aus. Dennoch warnte SG-Linkshänder Holger Glandorf noch in Hamburg: „Wir müssen sofort den Fokus auf Sonntag richten. Das wird hart. Melsungen hat eine sehr starke Abwehr, gute Torhüter und schnelle Außen. Das ist eine Mannschaft mit hoher Qualität.“

Die Flensburger müssen eigentlich keine Mannschaft der Welt fürchten – solange sie bei Kräften sind. Doch das Haushalten mit den Ressourcen wird in dieser Saisonphase zunehmend schwieriger. „Ich habe eine zu kleine Truppe“, sagte Trainer Ljubomir Vranjes nach der Niederlage bei HSV. Die heftig strapazierte SG traf auf ausgeruhte Hanseaten, die im gesamten April nur zwei Spiele hatten (Melsungen ebenso). Auf die Frage, ob er in der kommenden Saison personell besser aufgestellt sei, antwortete Vranjes mit einem sarkastischen Lächeln: „Ich bekomme 21-Jährige dazu. Talente – das kriege ich. Es wird interessant.“

Geschäftsführer Dierk Schmäschke meint: „Ljubo hat ja recht. Mannschaften wie Hamburg, Kiel, Mannheim und Barcelona haben andere Möglichkeiten. Trotzdem können wir auf höchstem Niveau mithalten – phasenweise.“ Inbesondere ein Problem verhindere mehr Stabilität, sagt Schmäschke. „Seit zwei Jahren begleitet uns die unsägliche Situation auf halblinks.“ Drasko Nenadic, einer der überragenden Spieler im Herbst, brauche nach der Knieoperation im Februar noch Zeit, um die alte Form wiederzugewinnen. Hoffnung auf routinierte Neueinkäufe kann Schmäschke seinem Trainer derzeit nicht machen: „Unsere Personalplanung ist abgeschlossen. Wir müssen wirtschaftlich vernünftig handeln. Wir haben für unsere Angestellten und für unsere Fans die Verantwortung, nicht solche Schlagzeilen zu produzieren wie es gerade in Hamburg der Fall ist.“

Offen ist aber noch, wie lukrativ das Kölner Final4 für die SG wird. Mindestens 150 000 Euro kommen in die Kasse, bei einem Überraschungserfolg ein deutlich höherer Betrag. Der würde wohl kaum im Sparstrumpf landen.

Infos rund ums Spiel


Gegner: Die MT Melsungen hat sich mit Philipp und Michael Müller aus Wetzlar sowie Rechtsaußen Johannes Sellin aus Berlin kräftig verstärkt und spielt ihre bisher beste Saison, u.a. mit dem Highlight gegen Kiel (30:29-Sieg). Mit Nenad Vuckovic und dem früheren Flensburger Patrick Fahlgren stehen Trainer Michael Roth starke Spiellenker zur Verfügung.

Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönnisvorst/Ratingen).

Bilanz: In 17 Partien gegen Melsungen gab es 15 SG-Siege und zwei Unentschieden.

Karten: Es gibt noch ausreichend Stehplätze und wenige Sitzplätze in den sh:z-Ticketcentern, in allen weiteren Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert