PFingst-Cup beim Flensburger Segel-Club : Entscheidung erst im letzten Rennen

„Drachen-Bändiger“: (v.li.) Bernd Döpke, Marcus Wieser und Lutz Boguhn.
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„Drachen-Bändiger“: (v.li.) Bernd Döpke, Marcus Wieser und Lutz Boguhn.

Spannende Regatten bei besten Bedingungen lieferten sich die Teilnehmer beim Pfingst-Cup. Die Lübeckerin Tanja Jacobsohn verteidigte dabei ihren Titel im Drachen.

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11. Juni 2014, 06:00 Uhr

Den größten Aufreger beim Pfingst-Cup des Flensburger Segel-Club (FSC) gab es nach den Regatten im Hafen. Segelprofi Marcus Wieser machte mächtig Rabatz, weil seiner Meinung nach die Reihenfolge beim Kranen nicht eingehalten wurde. „Wir waren erstes Schiff im Hafen, Vordrängeln gehört sich nicht“, meinte der bärtige Bayer schon wieder gemäßigt, nachdem er die übereifrige Drachen-Konkurrenz verbal am Haken gehabt hatte.

Das Kran-Getöse trübte die tolle Stimmung eines von Wind und Wetter verwöhnten Pfingst-Cup aber nicht im geringsten. „Ein super Wochenende“, strahlte die Lübeckerin Tanja Jacobsohn, die mit einem fünften Platz im allerletzten Rennen der Drachen-Konkurrenz den spannenden Zweikampf um den Cup-Sieg gegen die Crew des Hamburgers Thomas Müller für sich entschied. Das Team des Norddeutschen Regattavereins (NRV) mit Vincent Hoesch und Michael Lipp an Bord kam als Achte ins Ziel und belegte mit drei Punkten mehr belastet den zweiten Rang. „Aber wir haben nicht nur gegen Thomas Müller gewonnen, sondern gegen die ganze Konkurrenz“, strahlte die Siegerin mit der Sonne um die Wette und hangelte sich mit Ehemann Bernhard und Vorschoter Jan Scharffetter ganz entspannt an den Pollern der Hanseatischen Yachtschule entlang zum zweiten mobilen Kran. Noch bevor die Crew überhaupt im Hafen ankam, hatte sich auch Heinz-Joachim Jacobsohn über den Ausgang des letzten Rennens informiert. „Sie hat gewonnen, klasse. Das ist das wichtigste,“ meinte der stolze Schwiegervater.

Mit dem Erfolg verteidigte das Team Jacobsohn den Titel aus dem vergangenen Jahr, als allerdings wegen Flaute nur zwei Wettfahrten gesegelt worden waren. Entgegen der Prognosen hielt am Sonnabend der Ostwind bis zum späten Nachmittag durch und bot bei vier bis fünf Beaufort und Sonnenschein beste Bedingungen. „Das war richtig schönes Segeln“, meinte ein entspannter Regattaobmann Claus-Otto Hansen und erhielt Zuspruch von allen Seiten.

Bahn und Bedingungen waren auch für Marcus Wieser in Ordnung. „Platz vier ist besser als erwartet“, meinte der 50-Jährige vom Starnberger See, der mit dem Flensburger Lutz Boguhn an Bord von Steuermann Bernd Döpke (Hamburg) angeheuert hatte. Am Ruder war Wieser nicht. „Der Chef saß hinten, wir waren nur die Knechte“, meinte Wieser.

Eine so eindeutige Hierarchie herrschte in der Melges-Klasse an Bord der Flensburger „Pflaumenkomplott“ nicht. An Stelle von Steuermann Sven Koch hatte 49-Segler Jan-Hauke Erichsen die Pinne übernommen. Platz sechs stand nach sieben Wettfahrten zu Buche, eingeleitet und abgeschlossen mit einem Tagessieg. „Das war schon eine coole Sache“, kommentierte Erichsen seinen Ausflug in die internationale Kielboot-Klasse. „Die Abstimmung an Bord lief schon ganz gut, nur bei viel Wind hatte ich die Reaktionen des Bootes nicht immer richtig eingeschätzt.“ Die Bedingungen am Sonntag waren genau die richtigen. „Noch zwei Rennen mehr, und wir wären nicht nur zum Klatschen zur Siegerehrung gegangen“, meinte Erichsen selbstbewusst.

Dem jungen Flensburger steht bei der Kieler Woche (21.-29. Juni) mit seinem Vorschoter Max Lutz ein ungleich härteres Programm bevor. Als Generalprobe für die 49er-EM vor Helsinki (8.-13. Juli) hat ein hochklassiges Feld für die Regatten vor Schilksee gemeldet.

Für die Regatta-Crew des FSC indes geht es am Wochenende mit dem Robbe & Berking mR Sterling Cup (13.-15. Juni) der klassischen Meter-Klassen weiter – vermutlich ohne Kranprobleme.

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