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Handball-EM : Eingetaucht in die magische Kulisse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier SG-Spieler feierten mit Dänemark das erste von acht erhofften Handball-Festen in Herning. Österreich heute zweiter EM-Gegner.

Mit dem 29:21 (12:8) über Mazedonien war das erste von acht erhofften dänischen Handball-Festen im mitteljütländischen Herning gerade beendet, da mussten die Danebrog-Nationalspieler Überstunden machen. Während das Gros der Akteure den Spalier der vielen Medienvertreter passierte, hatten Lasse Svan sowie die beiden Edel-Reservisten Rasmus Lauge und Anders Eggert einen Sonder-Job. In der Fan-Zone stellten sie sich einem riesigen Andrang junger Zuschauer. Anders Eggert schrieb Autogramme im Akkord und verbreitete mit seinem Elan den gewohnten Optimismus. „Im Moment sieht es so aus, dass ich ab der Hauptrunde dabei sein kann“, sagte der Linksaußen der SG Flensburg-Handewitt. Das wäre der Sonnabend. Bis zu drei Wechsel in seinem Kader während der EM kann der dänische Nationalcoach Ulrik Wilbek vornehmen.

Eine Blessur an der Ferse hatte den EM-Start von Anders Eggert am Sonntag verhindert. Der Flügelflitzer musste die letzte Testserie in Frankreich abbrechen, ließ sich in Dänemark untersuchen und kehrte für die Behandlung kurzzeitig auch nach Flensburg zurück. „Sprinten kann ich noch nicht“, berichtete der 29-Jährige nun. Als wenige Momente vor dem Anpfiff in Herning die dänische Fußballer Hymne von 1986 („Re-sepp-ten“), die in der Flens-Arena immer seine Torerfolge begleitet, erklang, hatte Eggert bereits Platz auf der Tribüne genommen. Doch die musikalische Einlage hatte der Ballkünstler gar nicht mitbekommen, so sehr war er bereits in die magische EM-Kulisse eingetaucht.

Ausgerechnet Zimmergenosse Thomas Mogensen sorgte mit einem beherzten Wurf für das erste dänische Tor bei diesen Titelkämpfen. „Wir hatten einen großartigen Beginn, dann büßten wir aber an Geschwindigkeit ein“, bemerkte der SG-Spielmacher. Eine Einschätzung, die auch zu seinem Auftritt passte. Bei ihm lief noch nicht alles rund. Nach 27 Minuten durfte sich Vereinskollege Michael Knudsen ins Getümmel werfen. „Bei insgesamt drei Kreisläufern war es keine Überraschung, dass ich nicht anfangen durfte“, erzählte er. „Keiner von uns ist so stark, dass er 60 Minuten auf höchstem Niveau durchhalten kann.“

Der Routinier hatte dafür Gelegenheit, die Atmosphäre in der Jyske Bank Boxen zu inhalieren. „Es war verrückter als erwartet, bewegend, als wir in die Arena einliefen. Noch im Bett werde ich Gänsehaut haben.“ 14 000 Zuschauer bildeten einen rot-weißen Jubel-Teppich, der durch Tore und die Paraden von Niklas Landin in Begeisterungs-Wellen versetzt wurde. Man spürte: Ganz Dänemark rechnet mit Gold. Zugleich plagte sich das Land nach dem 23:23 im letzten Test gegen Handball-Zwerg Katar mit einer gewissen Nervosität herum. Im Team löste diese Leistung keine Diskussion aus. „Das war eher typisch, wenn man am Ende einer harten Vorbereitung auf einen unbekannten Gegner trifft und sich niemand verletzen will“, so Knudsen.

Nach der Pause kam auch Lasse Svan aufs Feld. Zweimal durfte er seine aus der Flens-Arena bekannten Jubel-Läufe inszenieren, ehe den anwesenden SG-Fans in der 49. Minute das Herz besonders kräftig schlug: Die drei Flensburger standen erstmals gemeinsam auf der Platte. Ob es heute gegen Österreich so weiter geht? Die Alpen-Handballer erwischten mit dem 30:20 über Tschechien einen Traum-Einstand. Knudsen: „Österreich hat unseren Respekt verdient.“

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erstellt am 14.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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