Handball 2. Bundesliga : Eine gute Halbzeit ist zu wenig

Gleich zwei Gegenspielerinnen „bearbeiten“ Harrislees Lotta Woch (links) – kein Wunder, dass das Trikot in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Gleich zwei Gegenspielerinnen „bearbeiten“ Harrislees Lotta Woch (links) – kein Wunder, dass das Trikot in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Handball-Frauen des TSV Nord Harrislee kassieren die dritte Heimniederlage – 23:30 gegen den 1. FSV Mainz 05. Der Aufsteiger ist Tabellenletzter.

shz.de von
29. Oktober 2018, 06:00 Uhr

„Bis nächstes Mal“, sagte Thomas Zeitz, Trainer der Zweitliga-Handballerinnen des FSV Mainz 05, und schloss seinen Kollegen „Shorty“ Linde freundschaftlich in die Arme. Da hellte sich die Miene des Nord-Trainers wieder etwas auf. Nach dem 23:30 (10:17) hatte er eher „bedröppelt“ dreingeblickt. „Wir brauchen zu lange, um auf Touren zu kommen“, so der Trainer über die Defizite seines Teams.

Nach einem eigentlich guten Start und einem 3:3 nach sieben Minuten sorgten leichte Fehler und vergebene Chancen für eine Schieflage und zu viel Druck auf die zuvor noch gute Deckung. So liefen die Nordfrauen über 3:6, 5:8 Mitte des ersten Durchgangs und 9:12 immer einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. In den letzten sechs Minuten vor der Pause setzten sich die physisch starken Gäste immer wieder durch und kamen mit einfachen Toren zum 17:10-Halbzeitvorsprung.

„Zu Beginn der zweiten Hälfte hat uns Harrislee zwei Tore geschenkt“, sagte Mainz-Coach Zeitz. Sein Team wurde nach dem 11:18 zu zwei Tempogegenstößen förmlich eingeladen. „Das war’s“, war aus dem Harrisleer Publikum zu hören. Doch die Nordfrauen zeigten Nehmerqualitäten und rappelten sich wie angeschlagene Boxer wieder auf.

Die Deckung agierte wesentlich aggressiver. Tor um Tor kämpfte sich der Aufsteiger gegen die zum oberen Tabellendrittel gehörenden Gäste heran, bei denen nur noch Trainer Zeitz mit lautstarken Kommandos Druck erzeugte. Nord hingegen sorgte mit Leidenschaft, Mut und Zug zum Tor für einen 10:5 Lauf und schien beim 21:25 von Milena Natusch eine Wende herbeiführen zu können. Kurz darauf musste Franziska Peters mit Verdacht auf eine Kapsel- oder Bänderverletzung in der rechten Schulter vom Feld.

Danach verhinderten ein Pfostentreffer und zwei Paraden der starken FSV-Torhüterin Kristin Schäfer, dass es zur Wende kam. Paulina Golla (Schwester von SG-Kreisläufer Johannes) und der starken Rechtsaußen Hanne van Rossum, die insgesamt sieben Tore erzielte, sorgten mit einem Doppelschlag für das 21:27 und die Vorentscheidung.

Am Ende stand die 23:30-Niederlage, die „Shorty“ Linde nachdenklich machte. „Wir verwerfen einfach zu viel. Das ist unser Problem. Aber die Mannschaft hat das ganze Spiel gekämpft. Das ist das einzige, was ich ihr nicht vorwerfen kann“, so der Harrisleer Trainer.

TSV Nord Harrislee: Sibbersen, Tiedemann, Fasold – Krey, Fischer, Natusch (3), Volquardsen (2), Woch (4), Frauenschuh, Carstensen (8), Lache (2/2), Lauf (1), Andresen (2), Peters (1), Melfsen, Klingenberg.

FSV Mainz 05: Schäfer, Geerken – Gangel, Bauer (2), van Rossum (7), Feldmann, Stoffel (6), Hartstock (1), Platen (6/5), Cipaian, Großheim (2), Burkholder (5), Golla (1).

Schiedsrichter: Blunck/Maczeyzik (Hamburg). Zuschauer: 345.

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