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Spannung beim hart umkämpften Heimsieg der SG : Ein Feuerwerk taktischer Finessen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt sind glücklich über zwei Punkte im Heimspiel der Champions League gegen den starken HC Zagreb – 28:27 stand es nach einer spannenden und umkämpften Partie.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Veselin Vujovic schaute grimmig in die Runde, gratulierte der SG Flensburg-Handewitt dann aber höflich zum „verdienten Sieg“ und war auch mit seinem HC Zagreb zufrieden – trotz der 27:28-Niederlage. „Es war guter Handball von beiden Seiten, aber wir haben in den letzten zehn Minuten zu viele Fehler gemacht. Ich wünsche Flensburg alles Glück in der Champions League“, sagte der Trainer des HC Zagreb, dessen wilde Jahre offenbar vorüber sind.

Die erste Chance, ein Europacupspiel in der Flens-Arena zu erleben, hatte Vujovic im April 2002 versäumt. Nachdem er im Hinspiel einen Eklat ausgelöst hatte, musste der Montenegriner die Partie von Ciudad Real in seinem Flensburger Hotelzimmer verfolgen. Schwamm drüber. Diesmal ist zu würdigen, dass der 54-Jährige nicht durch Temperamentsausbrüche auffällig wurde, sondern mit seinem großen Handballverstand dazu beitrug, dass es am Mittwoch ein spannendes Spiel mit einem Feuerwerk taktischer Finessen beim elften Aufeinandertreffen zwischen der SG und dem kroatischen Hauptstadtklub gab.

Ljubomir Vranjes war beeindruckt: „Vujovic hat bei jedem dritten oder vierten Angriff von uns das Abwehrsystem geändert. 6:0, 4:2, 3-2-1, 5:1 – da war alles dabei. Wenn ich gesagt hatte, was nun zu tun ist, hat er wieder etwas verändert. Dass die es geschafft haben, das alles zu lösen, war schon stark“, lobte der SG-Trainer die Gäste und war sehr erleichtert, dass man zwei Punkte im Kampf um einen Spitzenplatz in der Gruppe A eingesammelt hatte.

„Die waren sehr clever in Abwehr und Angriff“, meinte SG-Rechtsaußen Lasse Svan, „aber ich war trotzdem immer ganz ruhig und sicher, dass wir das irgendwie hinkriegen.“ So kam es – nicht zuletzt dank Kentin Mahé, der sein bislang bestes Spiel im SG-Trikot lieferte.

Wenn nichts mehr ging gegen das Kroaten-Bollwerk, platzierte der Franzose ansatzlose Schlagschüsse. Seine fünf Tore allein zwischen der 20. und 27. Minute brachten die SG nach schwerem Auftakt zurück ins Spiel. Vranjes hatte auf den Franzosen anstelle von Rasmus Lauge gesetzt, weil dieser nach der Länderspielwoche als „einer der frischesten“ zurückgekehrt war. „Schön, dass er heute seine Kreativität gezeigt hat“, sagte der SG-Coach. Der am Ende achtfache Torschütze Mahé freute sich über das Erfolgserlebnis, lobte aber lieber Torhüter Andersson, der kurz vor Schluss mit einer Glanzparade den Ausgleich durch Zagrebs brillanten Rückraumspieler Domagoj Pavlovic verhindert hatte: „Das war die Schlüsselszene, dafür muss man Mattias danken.“

In acht Tagen sieht man sich in Zagreb wieder – zu einem anderen Spiel, wie Thomas Mogensen ankündigte. „Dann sind wir wieder im SG-Rhythmus. Wir haben einen besonderen Lauf, wenn wir jeden dritten Tag spielen. So eine Pause ist schön für den Körper, aber nicht einfach für den Kopf. Du brauchst das Sicherheitsgefühl für die Nebenleute“, sagte der SG-Spielmacher.

Überschattet wurde der große Handballabend von der Verletzung des HC-Linkshänders Luka Stepancic, der sich zwei Minuten vor Schluss böse das Knie verdrehte und aus der Halle getragen werden musste.

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