Fussball : Drei Weiche-Spieler nominiert

„Fußballer des Jahres“ in Schleswig-Holstein . Auch Trainer Jurgeleit in der engeren Wahl. Vorfreude auf das Flensburger Hallenturnier.

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14. November 2013, 16:09 Uhr

Beim ETSV Weiche war die Freude groß. Mit Kapitän Marc Böhnke, Abwehrchef Matthias Hummel und Torjäger Tim Wulff wurden gleich drei Flensburger Regionalliga-Spieler für die Wahl zu Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres nominiert. „Damit stehen wir fast auf einer Stufe mit Drittligist Holstein Kiel, der auch drei Spieler in den Top Ten hat“, sagt Marc Böhnke. „Das bestätigt, dass wir die zweite Kraft im Lande sind.“ Zudem zählt Trainer Daniel Jurgeleit wieder zur zehnköpfigen Auswahl-Liste des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, der den Wettbewerb zum fünften Mal veranstaltet. Im Vorjahr belegte der ETSV-Coach Platz drei bei der Wahl zum Trainer des Jahres.

Böhnke war vor einem Jahr auch schon in der engeren Wahl und landete am Ende ebenfalls auf Platz drei. „Das war für mich etwas ganz Großes“, erklärt der Verteidiger mit Offensivdrang . „Ich war der erste Spieler unter den ersten Drei, der nicht von Holstein oder vom VfB Lübeck kam und Profi war.“ Der 29-Jährige freut sich, als Abwehrspieler wieder dabei zu sein. „Stürmer haben es etwas einfacher. Sie stehen mehr im Fokus, weil sie die Spiele entscheiden – so wie Vorjahressieger Jarek Lindner.“ Der Kieler war lange verletzt und ist diesmal nicht dabei.

Marc Böhnkes Leistungsdaten in dieser Saison können sich sehen lassen. Er bestritt alle 15 Punktspiele über 90 Minuten, erzielte ein Tor und bereitete zwei Treffer vor. Dennoch zeigt er sich sehr selbstkritisch: „Im vergangenen Jahr war ich besser.“ Matthias Hummel hat in dieser Serie ebenfalls noch keine Regionalliga-Minute verpasst und war auch schon im Vorjahr nominiert. Neu in den Top Ten ist Tim Wulff, der bereits acht Treffer erzielte und in der Torjägerliste auf Platz fünf liegt. „Er hat es auf jeden Fall verdient, nominiert zu werden“, sagt sein Teamkamerad Marc Böhnke.

Neben der Sportler-Vorwahl gab es in Kiel auch die Auslosung zum Hallenmasters in der Ostseehalle (11. Januar). Der ETSV-Kapitän ist mit dem Los zufrieden. In der Gruppe mit Holstein Kiel und den SH-Ligisten Preetzer TSV und TSV Altenholz „muss man als Regionalligist weiterkommen“, sagt Böhnke. Aber wie schnell ein Team in der Halle scheitern kann, hat Weiche bei seiner ersten Teilnahme erfahren. Da wurden die Flensburger Letzter. „Das ist kein Selbstgänger. Aber diesmal wollen wir es besser machen“, so Böhnke. Noch höher siedelt er den Stellenwert des Flensburger Hallenturnieres mit den Profimannschaften FC St. Pauli, Arminia Bielefeld, VfL Osnabrück und SønderjyskE drei Tage zuvor (8. Januar) in der Flens-Arena an. „Für uns ist das kaum noch zu toppen. Und dann wird das Turnier auch noch im Fernsehen übertragen.“ Vergleichbar wäre für ihn vielleicht ein Spiel gegen einen Bundesligisten oder ein Regionalliga-Spiel live im TV, wie es am Montagabend (18. November, 20.15 Uhr) die Traditionsvereine SV Meppen und VfB Oldenburg bei Sport 1 live bestreiten. „So ein Spiel wäre der Traum“, sagt der Routinier aus Weiche.

Dafür müsste beim Regionalliga-Dritten im Manfred-Werner-Stadion erst einmal eine Flutlichtanlage errichtet werden. Das wird in dieser Saison nichts mehr. Aber die Stimmung ist nach den Siegen gegen Goslar (3:2) und in Norderstedt (2:1) prima. Der größere Trainingseinsatz in den vergangenen Wochen hat sich ausgezahlt. Mit einem weiteren Dreier am Sonnabend im Heimspiel gegen den BSV SW Rehden (14 Uhr) könnten sich die Flensburger oben festsetzen. Anschließend folgen in diesem Jahr noch das letzte Hinrundenspiel gegen Meppen und die Begegnungen in Eichede und gegen Eintracht Braunschweig II. „Gegen alle ist was drin“, glaubt Marc Böhnke. „Aber so eng wie die Liga in diesem Jahr ist, können wir auch verlieren oder nur einen Punkt holen – das ist abhängig von der Tagesform.“ Trotzdem traut der Flensburger seinem Team zu, in der Rückrunde noch einmal so viele Punkte zu holen. „Ob wir dann Dritter oder Fünfter werden, ist egal.“ Vorgabe ist, besser abzuschneiden als im Vorjahr. Da wurde Weiche Siebter. „Wenn wir unter die ersten Sechs kommen, sind wir zufrieden.“

Nicht so zufrieden sind die Flensburger mit den Zuschauerzahlen. „Dabei spielen wir attraktiver als in der vergangenen Saison“, sagt Marc Böhnke. „Und es macht einfach mehr Spaß, in den Topspielen vor 800 oder 900 Zuschauern zu spielen als vor 300 oder 400.“ Zum Vergleich: Am vergangenen Wochenende beim Nachbarschaftsderby zwischen Rehden und Tabellenführer Oldenburg kamen 1800 Zuschauer – so viele wie die Gemeinde im Kreis Diepholz an Einwohnern hat.




Wählen zum Fußballer und Trainer des Jahres kann jeder ab dem 2. Dezember über das neue Online-Voting auf der Homepage des SHFV. Das Gesamtergebnis des Votings zählt dann ebenso 1/3 wie eine gesonderte Abstimmung der schleswig-holsteinischen Sportjournalistenvereinigung und der Jury.

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