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Segeln : Die verflixte Sache mit der Ziellinie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum Abschluss der Regatten der 105. Flensburger Fördewoche gewinnt der Zwölfer „Sphinx“ erstmals das Blaue Band. Schnellste auswärtige Yacht ist die “Chrila“ (Swan 56) des Hamburgers Klaus Bressler.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 06:53 Uhr

Zielstrebig das Schiff über die Regattabahn segeln ist das eine, die richtige Bahnmarke in vorgeschriebener Richtung zu runden, ist das andere. Am Ende auch noch die Ziellinie zu treffen, das war bei der Abschluss-Regatta der 105. Fördewoche des Flensburger Segel-Club (FSC) nicht jeder Crew vergönnt. Selbst die mit allen Fördewassern gewaschene „Sphinx“ (12mR) mit Miteigner Gorm Gondesen am Ruder brauchte einen zweiten Anlauf, um am Tag des größten Erfolges das Ziel ordnungsgemäß zu überqueren. Dann aber stand fest: Der schöne Zwölfer hat es im achten Anlauf geschafft und das traditionelle Blaue Band der Flensburger Förde gewonnen. „Ein absolut perfektes und aufregendes Rennen“, freute sich Miteigner und Taktiker Jochen Frank über den Coup nach rund 24 Seemeilen. Vom perfekten Leichtwind-Start (bei vier Minuten Anlauf nur fünf Sekunden zu spät an der Startlinie), zur aufregenden Fast-Flauten-Phase am Beginn der Außenförde (die „Tøsen“ und die „Pflaumenkomplott“ waren vorbeigezogen), bis hin zur Rückreise mit dem entscheidenden Schlag über die dänische Seite Richtung Ziel vor dem FSC-Hafen war es der Tag der 1939 gebauten „Sphinx“. „Mitte des Rennens wurde wir schon nervös, aber wir haben immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, meinte Frank freudestrahlend. Es ist das erste Blaue Band für den Zwölfer, der seit 2008 wieder unter dem Mädchennamen „Sphinx“ auf der Förde flaniert. Zu Zeiten ihres „Wehrdienstes“ segelte die 12mR-Yacht als „Ostwind“ unter dem Kommando der Marineschule und gewann von 1959 bis 1960 drei Mal das Blaue Band. 1963 folgte der vierte Sieg. Und jetzt die Premiere für die „Sphinx“ – trotz der Desorientierung um die Ziellinie, die von zwei Tonnen begrenzt vor dem Zielhaus des FSC ausgelegt war. „Wir haben wohl die Segelanweisung nicht genau genug gelesen, außerdem verwirrten die Regatta-Tonnen der Katamarane“, erklärte Frank. Nach einer zweiten Durchfahrt war der Triumph fünf Minuten vor der „Black Jack“ (Swan 60 SD) aber perfekt.

Ein ebenso perfektes Wochenende legte die „Chrila“ (Swan 56) von Claus Bressler hin. Der Gewinn des Swan Cup war schon Grund genug zur Freude, das zusätzliche Blau-Gelbe Band für die schnellste auswärtige Yacht nach gesegelter Zeit war das Sahnehäubchen. „Das ist ja der Hammer“, sagte der Hamburger zu der überraschenden Nachricht. Erstes Schiff im Ziel war nämlich die riesige „Calypso“ (Dovell 82) von Gerhard Clausen vor der Frauencrew der „Tutima“ (DK 46). Beide trafen die Ziellinie nicht, die „Chrila“ wusste, wo es lang geht. „Das ist wohl doof gelaufen“, meinte Clausen enttäuscht, nachdem er nochmals die Segel-Anweisung studiert hatte. „Aber da lagen viele kleine rote Tonnen rum.“ Die „Tutima“ korrigierte ihren Fehler und lief als sechstes Schiff über die Linie.

Auch bei der Flotte der drei Trimarane, die ums Gelbe Band der Förde segeln, traf der Sieger die richtige Linie nicht. Allerdings überzeugte eine Abordnung aller Teilnehmer die Wettfahrtleitung, das Rennen für die „Tridefix“ (Corsair 31 CR) von Tobias Lösche-ter Horst als Sieger zu werten.

Bei der späten Preisverleihung in der Bootshalle des FSC wurden neben den Bändern unter großem Beifall körbeweise Teller und Pokale ausgegeben. „Ein toller Abschluss der Fördewoche und der Meisterschaft im Seesegeln“, meinte FSC-Ragtta-Obmann Claus-Otto Hansen. „Ein sportlich schönes Ende unser zahlreichen Regatta-Aktivitäten im Jubiläumsjahr mit dem Highlight der 49er-Junioren-WM“, sagte der FSC-Vorsitzende und Blaue Band-Gewinner Jochen Frank.

Alle Ergebnisse: www.fsc.de

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