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Fussball : Die Leichtigkeit ist zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Weiche klettert nach dem 3:0 gegen Hannover auf den sechsten Tabellenplatz. Überragender Florian Meyer Doppel-Torschütze.

Der ETSV Weiche setzte seine Erfolgsserie am Sonntag fort. Mit dem völlig verdienten 3:0 (2:0) gegen eine enttäuschende Elf von Hannover 96 II feierten die Flensburger den vierten Sieg in Folge, verbesserten sich schon auf den sechsten Tabellenplatz und sind erstmals in dieser Saison bester Fußball-Regionalligist aus Schleswig-Holstein. „Wir sind wieder in der richtigen Spur“, meinte Trainer Daniel Jurgeleit. „Das war ein schöner und verdienter Sieg, der uns für die kommenden zwei Spiele bis zur Winterpause hilft.“ Doch der Coach warnte davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. „Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen. Das Derby gegen Neumünster und das Spiel gegen Tabellenführer HSV II werden nicht einfacher.“

„Es macht wieder richtig Spaß“, freute sich ETSV-Kapitän Marc Böhnke über die Leichtigkeit, die zurück ist. „Heute hat es sogar geklappt mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei.“ Trotz des starken Auftritts gegen Hannover wollte Jurgeleit nicht vom besten Heimspiel der Saison sprechen. Dafür stand für seinen Trainerkollegen Sören Osterland fest: „Das war unser schlechtestes Auswärtsspiel.“ Der 96-Coach war bedient: „Wie einige in meiner Mannschaft ihr Trikot spazieren tragen, kotzt mich an!“ Seine Spieler hätten sich schnell den Schneid abkaufen lassen. „Dabei haben wir gewusst, was uns in Flensburg erwartet und vorher darüber geredet. Dass das nicht in die Köpfe hineingeht, ist bitter.“

Von Beginn an entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, in der beide Mannschaften den Weg nach vorne suchten. Dabei erwies sich jedoch die 96-Abwehr als äußerst löchrig. So zeigten die Flensburger Angriffe immer wieder Wirkung. Schon die erste gefährliche Szene führte dabei zur Führung. Christian Jürgensen, für den grippekranken Jannick Ostermann ins Team gerückt, hatte sich links durchgesetzt und geflankt. Der Schuss von Nedim Hasanbegovic war noch abgeblockt worden, doch Florian Meyer drehte sich am Strafraum um einen Gegner herum und traf aus 15 Metern mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 (9.). 96 reklamierte Handspiel, aber Schiri Christian Scheper winkte ab. Auf der Gegenseite verpassten der völlig freie Roman Prokoph (11., traf den Ball nicht voll) und Sebastian Ernst (12., drüber) eine schnelle Antwort der Gäste, ehe Weiche eindeutig das Zepter übernahm.

Alexander Rehberg musste erstmals eingreifen, als seine Vorderleute den Ball nicht wegbekamen und Meyer nach guter Vorarbeit von Patrick Thomsen abzog (14.). Drei Minuten später bekam der Keeper zwar noch die Finger an den Ball, war aber chancenlos. Tim Wulff hatte nach einem starken Flankenlauf von Torge Paetow präzise aus elf Metern eingeköpft – 2:0 (17.). Und Weiche machte weiter. Marc Böhnkes Schuss wurde von Can Tuna geblockt (20.). Rehberg musste Kopf und Kragen riskieren, um den durchgelaufenen Meyer zu stoppen (26.). Nach einem Doppelpass zwischen Kevin Schulz und Timo Carstensen war im Strafraum noch ein Abwehrbein dazwischen (30.). Und als Hasanbegovic einen Sané-Vorstoß gebremst hatte, verfehlte Meyer mit einem Schuss aus 60 Metern das verlassene 96-Tor knapp (35.). Zudem erzielte Wulff nach Flanke von Jürgensen ein Abseitstor (37.). Von 96 war erst kurz vor der Pause wieder etwas zu sehen. In der 43. Minute erwischte Prokoph eine Flanke vor Thomsen, aber Kirschke klärte mit einem Reflex. Und nach der folgenden Ecke köpfte Salif Sané freistehend am Tor vorbei. Sané hatte kurz vor der Pause Glück – er rutschte aus, doch Hendrik Ostermann schoss nach seinem Solo vorbei (45.).

Hannover machte nach der Pause zwar Druck, ohne aber Chancen zu erspielen. Weiche hatte Raum für Konter und war deutlich gefährlicher. Meyer (50., vorbei) sowie Carstensen (53.) und Hasanbegovic (60.), die jeweils zu lange zögerten, vergaben noch, ehe Meyer auf 3:0 erhöhte. Nach einem schönen Pass von Hasanbegovic lief er allein auf Rehberg zu und überwand diesen aus 16 Metern (65.). Hannover hatte bis auf einen Karaman-Schuss (72., drüber) wenig zu bieten. Im Gegenteil: Wulff (81.) und Len Strömer (84.) verpassten sogar ein noch höheres Ergebnis.

Weiches Liga-Geschäftsführer Harald Uhr hatte den Unterschied zwischen seiner Mannschaft und dem Profi-Nachwuchs schnell gefunden: „Wir haben 80 Prozent der Zweikämpfe gewonnen.“ Das hatte auch der Talentscout des 1. FC Köln gesehen, der sich telefonisch bei Harald Uhr angemeldet und den 19-jährigen Torge Paetow, der auch von Bayer Leverkusen beobachtet wird, und den Doppel-Torschützen Florian Meyer im Visier hatte. „Wenn ich Scout wäre, hätte ich nach dem Spiel Florian auf der Stelle verpflichtet“, schmunzelte ein gut gelauter Harald Uhr.

ETSV Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H.Ostermann – Carstensen, Schulz (89. Walter), Jürgensen, Böhnke – Hasanbegovic (86. Ilidio) – Wulff, Meyer (82. Strömer).

Hannover 96 II: Rehberg – Tuna, Sané, Wilton (85. Röcker) – Pietler (66. Pläschke) – Rankovic, Ernst, Dierßen (74. Schulze), Sulejmani – Karaman, Prokoph.

Schiedsrichter: Scheper (Emstek).

Tore: 1:0 Meyer (9.), 2:0 Wulff (17.), 3:0 Meyer (65.).

Zuschauer: 668 zahlende.

Beste Spieler: Meyer, Hasanbegovic, Thomsen / –.

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