Handball-Bundesliga Nord : Die Jüngsten setzen die Akzente

Der B-Jugendliche Marlon Runow (re.) war mit zehn Toren der beste Werfer im SG-Trikot gegen Ratingen.
Der B-Jugendliche Marlon Runow (re.) war mit zehn Toren der beste Werfer im SG-Trikot gegen Ratingen.

A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt landet einen 35:26-Pflichtsieg gegen Schlusslicht Ratingen.

shz.de von
12. November 2013, 11:08 Uhr

Wer in die Fördehalle gekommen war, um ein Feuerwerk des Jugendhandballs zu erleben, wurde doch eher enttäuscht. Das 35:26 (17:14) der SG Flensburg-Handewitt in der A-Jugend-Bundesliga über Schlusslicht SG Ratingen musste in die Kategorie „Pflichtsieg“ eingeordnet werden. „Ich bin nicht zufrieden“, stellte Trainer Till Wiechers klar. „In der Abwehr wurde zu wenig miteinander geredet, die Absprache zwischen Block und Torwart stimmte nicht, und im Abschluss waren wir zu inkonsequent.“

Es kann nicht allein am Fehlen einiger Leistungsträger gelegen haben – im Training erwischte es auch noch „Allrounder“ Stefan Wilhelm am Ellenbogen –, dass es beim SG-Nachwuchs nicht rund lief. Es mangelte gegen den vermeintlichen Außenseiter irgendwie am letzten Biss, und Goalgetter Finn Klang hatte in seinen Würfen eine größere Streuung als sonst. Das 2:5 nach zehn Minuten war ein Tiefstand. Manch ein Zuschauer hätte da schon gerne zur grünen Karte gegriffen. Till Wichers kam ohne Team-Time-Out aus. „Immer wenn ich ein paar Dinge regeln wollte, gab es passender Weise eine Wischpause“, schmunzelte der SG-Coach später.

So auch nach der Anfangsphase, als Wiechers die Aufstellungsrotation anwarf. Die beiden bedeutendsten Änderungen: Die B-Jugendlichen Marlon Runow und Jannis Blumenberg betraten das Spielfeld und avancierten zu den auffälligsten SG-Akteuren. „Entschlossenheit und Willen war heute vor allem von diesen beiden zu sehen“, lobte Till Wiechers. Zeitweise durften die beiden Youngster sogar den Defensiv-Mittelblock bilden. Und nach vorne sorgten sie für mächtig Wirbel. Marlon Runow markierte mit seinem fünften Treffer das 10:9 (20.), die erste SG-Führung.

Jannis Blumenberg ackerte am Kreis. Ein Einsatz, der kurz vor der Pause mit einem aufgeschlitzten Trikot „belohnt“ wurde und einen materiellen Engpass enthüllte. Ersatztrikots wie in der Männer-Bundesliga gibt es in der Jugend nicht. Die Verantwortlichen versuchten ohne Kleidungswechsel auszukommen. Doch Jannis Blumenberg, ohnehin schon im „Nicolaisen“-Trikot , wurde schließlich von den Schiedsrichtern an die Seitenlinie geschickt und kehrte als „Wilhelm“ zurück. Mit „neuer Identität" erzielte er das 24:19 (41.). So allmählich setzte sich der Favorit ab. Begeisterung löste der Auftritt des Tabellendritten gegen das sieglose Schlusslicht dennoch nicht aus.

SG Flensburg-Handewitt: Jöhnck, Temme (ab 52.) – Klang (5/1), Frahm, Blumenberg (5), Steidtmann (6/3), Woyczechowski, Runow (10), N. Witte (4), Asmussen (2), Pust (2), Beering (1).
SG Ratingen: Büttner – Kurowski (3), Büchel (2), van den Boom (1), Könemann (3), Merzenich, Röhrig, Schlossmacher (1), Fritzenwanker, Steppke (3), Brauner (8/3), Langheinrich (2), Stumpf (3).
Zeitstrafen: 1:2. – Siebenmeter: 6:3.

Zuschauer: 100.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen