Handball : DHK packt spät das Kämpferherz aus

Der Hüruper Philipp Hinrichsen (li.) wird ziemlich unsanft von Eike Möller (DGF) attackiert.
Der Hüruper Philipp Hinrichsen (li.) wird ziemlich unsanft von Eike Möller (DGF) attackiert.

Oberliga: Flensburger schaffen nach Sechs-Tore-Rückstand glückliches 26:26 im Nachbarschaftsderby gegen den TSV Hürup.

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10. März 2014, 08:00 Uhr

Ein keineswegs hochklassiges, aber spannendes Derby bekamen die 550 Handball-Fans am Freitagabend in der Idraetshalle zwischen Gastgeber DHK Flensburg und dem TSV Hürup zu sehen. Am Ende trennten sich beide Teams mit einem für DHK letztlich glücklichen 26:26 (9:14).

Die Partie begann zäh und nach zehn Minuten waren beim Stande von 2:2 gerade einmal vier Tore gefallen. Die Angriffsreihen beider Teams hatten Probleme, sich in Szene zu setzen, was den beiden Torhütern Hendrik Schefer (DHK) und Malte Samuelsen (Hürup) mit einigen Paraden dagegen gelang. Danach fand die Hüruper Offensive, angeführt vom immer wieder anspielbaren und durchsetzungsstarken Kreisläufer Phillip Hinrichsen, die entsprechenden Lücken in der DHK-Deckung und setzte sich binnen fünf Minuten auf 7:3 ab. Bis zur Pause hielt Hürup die aus dem Rückraum blassen Gastgeber, die zudem nur zwei Tempogegenstöße in den ersten 30 Minuten liefen, souverän in Schach und ging mit einem verdienten 14:9-Vorsprung in die Kabinen.

Nach dem Wechsel versuchte DHK es zunächst mit viel Tempo und schien nach einem Gegenstoßtor von Jeppe Bruhn zum 12:16 auf dem richtigen Weg (36.). Doch der Rechtsaußen vergab wenige Sekunden danach freistehend gegen Samuelsen einen weiteren Treffer und kassierte kurz darauf eine Zeitstrafe. Hürup konterte zum 18:12 und schien beim 21:15 (45.) auf klarem Siegkurs. Doch in der Schlussviertelstunde packte der DHK dann zumindest sein Kämpferherz aus und kam durch eine offensive Deckung zu fünf Toren und zum 20:21-Anschlusstreffer. In der Schlussphase wogte die Partie hin und her. Der TSV Hürup legte immer einen zweiten Treffer vor, DHK verkürzte postwendend. Nachdem Arne Zschiesche seinen sechsten Siebenmeter nervenstark verwandelt hattte, schien Hürup beim 26:24 endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch DHK kämpfte sich abermals zurück und bekam nach 25:26 von Torben Sievers 16 Sekunden vor dem Abpfiff noch einen finalen Angriff. Die Gastgeber konnten nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Mit der letzten Aktion verwandelte Jeppe Bruhn den Strafwurf ebenfalls nervenstark zum 26:26.

Nach der Partie waren die Meinungen der Trainer sehr unterschiedlich. Hürups Coach Christian Lutter hatte trotz eines verspielten Sechs-Tore-Vorsprungs viel Lob für seine Mannschaft übrig. „Hätte mir vor dem Spiel jemand gesagt, wir spielen bei DHK unentschieden, dann hätte ich vor Freude getanzt. Natürlich ist es nach dem Spielverlauf nicht so. Aber ein Kompliment an meine Mannschaft, sie hat 50 Minuten lang mit einer kalten Schnauze gespielt.“

DHK-Coach Matthias Hahn war sichtlich angefressen. „Ich kann mich nur beim Publikum für die großartige Unterstützung bedanken. Das ist das einzig gute, was dem DHK heute passiert ist. Das Spiel möchte ich ganz schnell vergessen, denn was wir gezeigt haben, ist nicht unser Anspruch. So kann ich mich über den Punkt gar nicht freuen.“




DHK Flensburg: Schefer, Quednau - Zakrzewski (2), Eike Möller (1), Noack (3), Brüne (1), Torben Sievers (4), Walluks, Cordes (2), Johannsen (5), Bruhn (3/1), Marcel Möller (5).


TSV Hürup: Malte Samuelsen, Himmelsbach (n.e.) - Timm (2), Gümmer (1), Blasczyk (4), Kohnagel (1), Lewe Samuelsen (2), Lundgaard-Petersen (1), Reinsch (2), Zschiesche (7/6), Hinrichsen (6), Wickert-Grossmann.


Schiedsrichter: Brandes/Müller.


Zuschauer: 550.

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