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handball : Der Spezialist im Sand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aus der Halle an den Strand: Dan Jakob Zimmermann spielt mit der deutschen U 17-Nationalmannschaft bei der Beachhandball-EM in Kroatien.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2017 | 11:46 Uhr

Ein Mal für die Deutsche Nationalmannschaft auflaufen – wovon viele junge Handballer träumen, hat Dan Jakob Zimmermann schon erreicht. Zwar nicht in der Halle, dafür aber im Sand. Der 16-Jährige aus Wees wurde als einziger Schleswig-Holsteiner für das Team nominiert, das vom 16. bis 18. Juni bei der Beachhandball-Europameisterschaft der U  17-Junioren (Jahrgänge 2000 und 2001) in Kroatien im Idealfall um eine Medaille kämpfen will. „Wir wollen unter die besten Vier und am liebsten natürlich aufs Treppchen“, erzählt Zimmermann. Er ist einer von zwölf Spielern, die Beach-Trainer Konrad Bansa in sein Aufgebot für die EM am Jarun-See in Zagreb berufen hat.

Geplant hat der Schüler vom Fördegymnasium das nicht. Im Januar 2016 weilte Zimmermann, der zu diesem Zeitpunkt noch für die HFF Munkbrarup spielte, mit der Landesauswahl bei einem Sichtungslehrgang in Kienbaum bei Berlin. Was er nicht wusste: Auch Beach-Trainer Konrad Bansa war vor Ort, fand Gefallen an dem sprunggewaltigen Rechtshänder und lud ihn zu einer Sichtung im Sand ein. „Das kam völlig überraschend. Aber ich dachte: Warum nicht? Da mache ich mit“, erinnert sich Zimmermann. Gleich beim ersten Treffen habe Bansa erklärt, dass der Deutsche Handballbund im Bereich Beachhandball im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024 etwas aufbauen wolle – ob die Sportart dann tatsächlich olympisch ist, wird in diesem Sommer vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entschieden. Wie für jeden Sportler wäre Olympia auch für Dan Jakob Zimmermann ein Traum. „Darauf arbeiten wir hin“, sagt er. Anfang 2016 sei der Stellenwert von Beachhandball zwar noch nicht so groß gewesen, das sei mittlerweile jedoch schon anders. „Auch ich nehme es jetzt viel ernster“, meint Zimmermann.

Plötzlich im Sand zu spielen, sei am Anfang zwar „ein bisschen komisch“ gewesen, dennoch schaffte der 16-Jährige auf Anhieb den Sprung in den Zwölfer-Kader für die folgende U  16-EM in Portugal, wo Deutschland das Halbfinale verpasste. Dort war er allerdings nur einer von zwei Reservespielern. Das ist diesmal anders, Zimmermann ist fest eingeplant. „Der Trainer will meine Vielseitigkeit nutzen“, erklärt der mit einer Größe von 1,78 Metern kleinste Spieler des Teams. Er besticht mit Sprungkraft, Schnelligkeit und sogar mit Beidhändigkeit.

„Ich habe früher schon in der Halle trainiert, mit links zu werfen“, sagt der gelernte Linksaußen, der vor Kurzem im Kampf um die Deutsche Meisterschaft mit der B-Jugend der SG Flensburg-Handewitt erst im Halbfinale an den Füchsen Berlin gescheitert war.

Das Spiel im Sand gefällt ihm. „Es macht Sau-Spaß. Das Spiel ist viel schneller als in der Halle und außerdem trickreicher, weil Tore nach einem Kempa oder einer Pirouette doppelt zählen.“ Zugute kommt ihm sein Wohnort an der Flensburger Förde. „So kann ich am Strand trainieren, mache Strandläufe und übe meine Pirouette“, erklärt er. Im U  17-Nationalteam nimmt der 16-Jährige eine wichtige Rolle ein. Er geht als Spezialist auf Torejagd, wodurch jeder seiner Treffer zweifach gewertet wird (siehe Info-Kasten). „Das erste Ziel ist daher immer, den Spezialisten in Wurfposition zu bringen“, erläutert Zimmermann, der aber auch auf der linken Position eingesetzt wird.

Für ihn und seine Mannschaftskameraden geht es morgen zunächst in ein viertägiges Trainingslager nach Kelkheim bei Frankfurt, ehe am kommenden Mittwoch der Abflug von Köln nach Zagreb erfolgt. Und wenn am Freitag die EM startet, will Zimmermann der deutschen Mannschaft mit seinen Spezialisten-Toren den Weg in die Endrunde ebnen.

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