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Fussball : „Der Montag ist der schlimmste Tag“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

ETSV Weiche voll fokussiert auf das Landesduell: Für Kapitän Marc Böhnke kommt das Spiel gegen VfB Lübeck genau zum richtigen Zeitpunkt .

Die Gegner haben den ETSV Weiche noch auf der Rechnung. Fast immer würde er in den Vorberichten der anderen Teams lesen, dass die Trainer warnen würden vor kampfstarken Flensburgern und einer groß gewachsenen Mannschaft, die besonders bei ruhenden Bällen Gefährlichkeit ausstrahle, erzählt Mark Böhnke. „Aber dass wir ein Standard-Tor gemacht haben, ist gefühlt eineinhalb Jahre her“, sagt der Kapitän des Flensburger Fußball-Regionalligisten. „Uns fehlt im Augenblick einfach die Entschlossenheit und die Präzision.“

Erst vier Punkte stehen nach sechs Spielen zu Buche. Zu wenig, um zufrieden zu sein. „Die vier Punkte hatten wir uns nach zwei Spielen gewünscht, aber nicht nach sechs“, meint Böhnke. Doch nach dem Fehlstart gebe es nichts Besseres als das Derby gegen den VfB Lübeck. Am Sonntag (14 Uhr) kommt der Aufsteiger ins Manfred-Werner-Stadion. Der Kampf um die Nummer zwei im Land hinter Drittligist Holstein Kiel ist neu entfacht. Die Lübecker verloren diesen Status mit der Insolvenz vor zwei Jahren, Weiche übernahm die Position spätestens nach einer starken Saison 2013/14. „Ich erwarte ein attraktives und hart umkämpftes Spiel“, meint der 30-Jährige. Die Lübecker kommen mit breiter Brust. Drei Siege und drei Niederlagen hat es für den Neuling gegeben. Zuletzt drehte der VfB ein 0:1 gegen Oldenburg und gewann 2:1.

Der Kapitän sieht sich und die anderen Säulen in der Mannschaft – Christian Jürgensen, Matthias Hummel, Florian Meyer – in der jetzigen Situation in der Pflicht. „Wir müssen mit guten Leistungen vorangehen, die anderen mitreißen, mit ihnen reden“, sagt Böhnke. Auch im Training. „Da darf nicht der Spaß im Vordergrund stehen, so dass sich die anderen verstecken können.“ Die ersten Trainingseinheiten in dieser Woche seien hochkonzentriert verlaufen. „Mehr als sonst. Da wurde weniger geflachst.“

Die Stimmung ist natürlich alles andere als gut. Nicht nur in der Kabine nach den letzten Niederlagen, wenn es mucksmäuschenstill war. „Der Montag ist der schlimmste Tag“, meint der Kapitän. Da müsse er dann den Freunden, der Familie und in der Firma erklären, warum es nicht anders gelaufen sei. Manchmal zieht sich das sogar bis Mittwoch hin. Eine neue Erfahrung. „Im vergangenen Jahr gab es nur Lobeshymnen, diesmal ist das ganz anders.“

Neu war für einige Leistungsträger in der Vorwoche beim 0:2 in Havelse auch die Verbannung auf die Bank. Dazu zählten Torjäger Tim Wulff, Sechser Patrick Thomsen, Spielgestalter „Malla“ Kasumovic und der Kapitän. Wobei die Situation bei Böhnke etwas anders war. Er war zu einer Messe und trainierte die Woche über nicht. „Nach unser bislang schlechtesten Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Meppen musste etwas passieren“, sagt der 30-Jährige. Für ihn ist wichtig, dass niemand durch seine Versetzung auf die Bank beleidigt ist. „Aber das konnte ich im Training nicht feststellen, alle waren voll fokussiert.“ Trotzdem: Nach der Rochade auf dem Rasen könne sich zurzeit in Weiche niemand sicher sein, dass er am Sonntag auflaufe.

Aber Böhnke lässt den Kopf nicht hängen. „Wir verstehen uns in der Mannschaft gut und haben das Fußballspielen nicht verlernt. Bis auf die eine Hälfte gegen Meppen waren alle Spiele umkämpft.“ Und er sieht das Team eigentlich sogar stärker aufgestellt als in der erfolgreichen Vorsaison. Jetzt heißt es: Abkehr vom Hurrafußball, erst einmal hinten sicher stehen, damit es endlich wieder ein Erfolgserlebnis gibt – am besten gleich gegen den VfB Lübeck. Marc Böhnke ist guter Dinge, dass es klappt. „Aber wir haben genug geredet. Jetzt müssen Taten folgen.“

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