Am Dienstag “Runder Tisch“ mit Stadt und Verein : Das Thema Stadion rückt wieder in den Mittelpunkt

Harald Uhr durfte am Mittwoch jubeln – jetzt plant er intensiv für die neue Saison.
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Harald Uhr durfte am Mittwoch jubeln – jetzt plant er intensiv für die neue Saison.

Der Titel ist da – aber die Grundlage dafür, dass auch ein Aufstieg in die 3. Liga möglich wäre, muss erst noch gelegt werden.

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18. Mai 2018, 06:00 Uhr

Der erste Titel ist eingefahren. „Aber eigentlich hat die Saison erst so richtig begonnen“, sagte Abwehrspieler Patrick Thomsen angesichts der vier „Endspiele“ innerhalb von elf Tagen. Am Pfingstmontag steht das Pokal-Endspiel gegen Husum an, danach folgen am Donnerstag (19 Uhr) in Kiel und am Sonntag (14 Uhr) in Cottbus die beiden Aufstiegsspiele zur 3. Liga.

Die Grundlage dafür, dass auch ein Aufstieg in die 3. Liga möglich wäre, muss aber erst noch gelegt werden. Doch Geschäftsführer Harald Uhr ist optimistisch – auch wenn die letzte Hintertür für den ursprünglichen Plan, eine komplette Saison in Kiel zu verbringen, mit der Bundesliga-Genehmigung für das Holstein-Stadion zugeschlagen wurde.

„Ich bin zuversichtlich“, sagte Uhr. „Es ist möglich, auch kurzfristig in Flensburg etwas auf die Beine zu stellen.“ Gut zwei Monate bräuchte die Stadionbaufirma Nüssli laut Uhr, um die Planung des 8500 Plätze fassenden Stadions in Weiche (wir berichteten) umzusetzen. Auf dem C-Platz sollen Container für ein Medienzentrum entstehen. „Auch das geforderte 800 Lux starke Flutlicht ließe sich in kurzer Zeit installieren“, erklärte Uhr.

Für die genaue Umsetzung und Finanzierung erhofft sich der Weiche-Macher vom „Runden Tisch“ mit Vertretern der Stadt am Dienstag entscheidende Fortschritte. „Und in der Landesregierung beschäftigt man sich auch mit dem Thema“, sagte Uhr.

Selbst die bürokratischen Hürden sollen zu überspringen sein. „Es geht um eine provisorische Lösung“, erklärte der Geschäftsführer. „Deshalb greifen andere Verordnungen und es kann schneller gehen. Mit den Anwohnern haben wir ohnehin ein gutes Verhältnis. Die meisten freuen sich über unseren Erfolg. Und die Frage des Lärmschutzes ist bereits geregelt.“

Dazu sagte Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange. die dem Team gratuliert hatte, gestern: „Natürlich ist die Meisterschaft für Stadt und Region klasse, stellt uns aber auch vor Riesen-Herausforderungen. Wir sind gewillt, alles Menschenmögliche zu machen, um eine Spielstätte vorzuhalten. Beim kurzfristigen Ausbau des Manfred-Werner-Stadions geht es nicht um temporäre Tribünen, sondern um Lärm und Licht in der Nähe eines Wohngebiets. Weder in Mürwik noch in Weiche ist eine dauerhafte Lösung möglich. Dafür brauchen wir einen neuen Standort.“

Zu einem Neubau auf dem Campusgelände äußerte sie sich zurückhaltend: „Ich wünsche mir ein Stadion, mit dem wir für die Region ein neues Aushängeschild schaffen können. Die Idee Campus finde ich spannend, halte aber eine Lösung nahe der Autobahn für chancenreicher, mit der wir gut erreichbar sind und bei der wir weniger Schwierigkeiten mit Lärm und Verkehr haben werden.“

Klappt die Umsetzung tatsächlich, wäre das Kieler Holstein-Stadion nur noch als Ausweichspielort bei wenigen Risikospielen eingeplant. „Und das würden wir mit der Stadt Kiel und mit Holstein hinkriegen“, ist Harald Uhr sicher.

Argumente dafür hat er: Die Landesmittel für den dortigen Ausbau wurden schließlich auch unter der Prämisse vergeben, dass auch eine andere Nutzung als für Holstein-Heimspiele gewährleistet sein muss.

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