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Handball-bundesliga : Das Fundament der SG wird immer stabiler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die SG Flensburg-Handewitt hat vor fünf Jahren den Kurs der Konsolidierung eingeschlagen. Heute steht der Pokalsieger dank engagierter Sponsoren und Gesellschafter wieder auf solider Basis und kann mit einem breiteren Kader als bisher antreten.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Es herrscht Angriffslust bei der SG Flensburg-Handewitt. Die jüngeren Erfolge im Europacup der Pokalsieger, im Supercup, in der Champions League, im DHB-Pokal sowie die beständige Teilnahme an Europas Königsklasse haben enorme Kräfte mobilisiert. Sponsoren und Gesellschafter verstärken ihr Engagement, neue Partner kommen hinzu, und die Fans zeigen eine Begeisterung wie lange nicht. 4830 Dauerkarten setzte die SG für die Bundesliga-Spiele ab, 2600 für die Gruppenphase der Champions League. „Das ist die höchste Zahl an Bundesliga-Saisontickets seit dem Meisterschaftsjahr 2004, für die Champions League wurden noch nie so viele Dauerkarten verkauft“, berichtet Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Der Etat wächst von 6,0 auf 6,5 Millionen Euro. Die Dynamik wird von einer „Jetzt-oder-nie“-Stimmung getragen – das ist die Reaktion auf ein neues Wettbewerbsumfeld und auf die Verletzungsserie der Vorsaison. „Beirat, Gesellschafter, Trainer und Geschäftsführung haben gemeinsam entschieden, dass wir uns breiter aufstellen“, sagt Schmäschke. Nachverpflichtungen aufgrund von Ausfällen (allein in den vergangenen drei Jahren neun Spieler) soll es nicht mehr geben. „Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Energie. Künftig wollen wir diese Probleme mit eigenen Ressourcen kompensieren“, beschreibt Schmäschke das Konzept. „Die Etats von Kiel, Paris, Barcelona, Veszprem oder Kielce sind zum Teil drei bis fünf Millionen Euro höher. Um gegen solche Konkurrenz zu bestehen, musste etwas passieren.“

Natürlich im Rahmen der Möglichkeiten: Die Neuzugänge Rasmus Lauge, Petar Djordjic und Henrik Toft Hansen sind zwar namhafte Akteure, aber doch nicht zentral im Fokus der wirtschaftlich stärksten Clubs und somit erschwinglich. Etwas anders lag der Fall Kentin Mahé. Der hochbegabte Franzose gehörte zunächst nicht in die Planung für die aktuelle Serie, doch als sich die Chance ergab, ihn zu bekommen, „mussten wir zugreifen“, so Schmäschke. Später wäre ein Mahé-Transfer deutlich schwieriger, wenn nicht unmöglich gewesen, glaubt der Geschäftsführer. Insbesondere Michael Lassen (Nordschrott) und Jörn Lassen (Balzersen), die mit ihren Unternehmen als Trikotpartner zu den wichtigsten Sponsoren gehören, ermöglichten den Kraftakt.

Aber auch andere Geldgeber griffen tiefer in ihre Schatullen. Die Trikotpartner Jacob Cement und Flensburger Brauerei sowie der Teamparter M&M Gartenbau erhöhten ihren Beitrag. Der Hauptsponsor Dänisches Bettenlager mobilisierte sein Netzwerk im Nachbarland und vermittelte in Roto Smeets (Druckerei) und Engel (Arbeitsbekleidung) die neuen Teampartner. Ganz neu im Kreis der Trikotpartner ist der Scandinavian Park. Das Handewitter Unternehmen baut sein Sponsoring deutlich aus und übernimmt den Platz von R.A.K. Ceramics, das aber als Premiumpartner im Boot bleibt. Trixie ist ein weiterer Neuzugang bei den Premiumpartnern. Die Tarper Firma mit 350 Mitarbeitern ist der europäische Marktführer in der Branche Heimtierbedarf.

Ein neuer Nutzungsvertrag bis 2022 für die Flens-Arena beendete nicht nur einen lange schwelenden Streit, sondern stellt die SG auch finanziell besser. Wie stabil das Fundament inzwischen ist, unterstreichen weitere Daten. Der Club 100 ist wieder im Wachsen begriffen und zählt 171 Mitglieder, die einen jüngst erhöhten Beitrag bezahlen. 73 Gesellschafter unterstützen die SG, und auch Schmäschkes Idee eines Kleinsponsorenpools stieß auf bereite Resonanz: 297 Unternehmen bilden die „Crew Achter Mann“ und unterstützen die SG durch den Kauf von Ticketpaketen.

In der ewigen Bundesliga-Tabelle ist die SG an Lemgo und Großwallstadt vorbeigezogen und belegt hinter Kiel und Gummersbach nun Rang drei. Dazu haben starke TV-Präsenz und nicht zuletzt die grandiose Show beim Final Four in Hamburg den Rang der SG als überregionale Marke gestärkt, registriert Schmäschke. „Unser Merchandising wächst, wir bekommen Trikotbestellungen aus ganz Deutschland.“

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