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Das Duell der Topstarter

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Regionalliga: Der ETSV Weiche kann mit einem Sieg gegen Oldenburg die Tabellenführung übernehmen / Florian Meyer und Tim Wulff wieder fit

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Flensburg | Ob man nach zwei Spieltagen von einem Spitzenspiel sprechen kann, sei dahingestellt. Aber wenn sich der ETSV Weiche und der VfB Oldenburg heute (14 Uhr) im Manfred-Werner-Stadion gegenüberstehen, treffen zwei Mannschaften aufeinander, die optimal in die Saison der Fußball-Regionalliga gestartet sind. Nach jeweils zwei Auftaktsiegen liegen die Flensburger auf Rang zwei, ein Tor schlechter als der Traditionsverein aus Niedersachsen, der in den 80-er Jahren in der 2. Bundesliga spielte.

Weiches Trainer Daniel Jurgeleit hat Respekt vor dem Gegner, der nach einigen Verstärkungen als Geheimfavorit auf den Titel gehandelt wird. "Die Mannschaft hat Qualität, sie gehört in den oberen Bereich der Regionalliga", sagt der Flensburger Coach. So weit sieht er sein Team noch nicht. "Wir sind auch im zweiten Jahr noch Neulinge und haben keine Berechtigung zu sagen, wir zählen zu den ersten Sechs." Das soll aber nicht heißen, dass der ETSV-Trainer nach Rang sieben im Vorjahr nicht mehr möchte: "Wir wollen uns verbessern. Mein Ziel ist der sechste Platz."

Von Tabellenführung spricht der Trainer nicht. Aber sollten die Flensburger heute gewinnen, wären sie erstmals in der Vereinsgeschichte Spitzenreiter in der 4. Liga. Das wäre natürlich ein Highlight. "Wir freuen uns auf ein tolles Heimspiel und wollen beweisen, dass wir auch Qualität haben", erklärt Jurgeleit vor dem Duell der Topstarter und fordert: "Wir müssen 100 Prozent Leistung abrufen." Ganz sachlich geht VfB-Trainer Alexander Nouri ins Spiel: "Die Mannschaft setzt die neue Mentalität aus der Vorbereitung um und belohnt sich dafür. Das wollen wir aufrechterhalten und keinen Luftschlössern hinterherjagen."

Ein Spieler der Oldenburger stand bislang besonders im Blickpunkt: Addy Waku Menga. Der Neuzugang vom Drittligisten Preußen Münster erzielte bislang alle fünf Regionalliga-Tore der Niedersachsen beim 2:0 gegen Braunschweig und beim 3:1 in Neumünster. Zudem war er auch im Pokal schon zwei Mal erfolgreich. Nouri setzt auf seine Fähigkeiten: "Er ist für diese Liga ein außergewöhnlicher Stürmer und nimmt eine Vorbild-Funktion für seine Mitspieler ein." An eine Sonderbewachung für den 29-jährigen Kongolesen denkt der Flensburger Coach jedoch nicht. "Wir werden unsere Spielweise nicht ändern", betont er, will seine Abwehr aber besonders auf den gefährlichen Stürmer einstimmen.

In Weiche gibt es unterdessen Entwarnung. Spielmacher Florian Meyer, der sich beim 1:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig II eine schmerzhafte Steißbeinprellung zugezogen hatte und ausgewechselt werden musste, trainiert seit Mittwoch wieder mit. Auch Torjäger Tim Wulff (Schlag auf das Knie) meldete sich zurück. "So wie es aussieht, können beide spielen", sagt Jurgeleit, der sich noch nicht festgelegt hat, ob er die Erfolgself der ersten beiden Spiele erneut beginnen lässt. "Es könnte sein, muss aber nicht. Ich habe mich noch nicht entschieden." Ein Kandidat für die Startformation wäre Torhüter Florian Kirschke, der am Mittwoch neben einigen anderen Ligaspielern mit der zweiten Mannschaft bei Schleswig 06 1:0 gewann. Jurgeleit sah sich die zweite Hälfte in Schleswig. Er bescheinigte Kirschke eine souveräne Leistung. Und er habe eine fast 100-prozentige Chance vereitelt.

Mit dem Saisonstart ist Jurgeleit voll zufrieden. Und das Argument, dass der ETSV Weiche mit zwei Neulingen ein relativ leichtes Auftaktprogramm hatte, lässt der Coach nicht gelten. "Das war nicht leicht", erklärt er. Sein Team habe im letzten Jahr beim souveränen 3:1-Erfolg im ersten Heimspiel gegen den SV Meppen selbst gezeigt, was die Aufstiegseuphorie bewirken kann. "Entscheidend ist vielmehr, wie man jedes Spiel angeht."

Jetzt kommt ein Club mit großen Ambitionen. "Unsere Spielweise kommt gegen stärkere Mannschaften besser zur Geltung", meint Jurgeleit. Es sei schwerer, gegen Teams zu spielen, die kompakt hinten drin stehen. Wie im Vorjahr, als Weiche gegen Oldenburg überraschend klar mit 3:0 gewann, haben sich die Niedersachsen nach dem guten Start mit einer großen Fangemeinde in Flensburg angesagt. "Sie kommen mit rund 150 Zuschauern", erzählt ETSV-Pressesprecher Daniel Hoffmann. Aber es ist kein Sicherheitsspiel, so dass die Flensburger Besucher wieder rund ums Stadion stehen können. Jurgeleit erinnert sich noch gut an die tolle Stimmung im vergangenen Jahr. "Das ist für beide Mannschaften gut, wenn auf den Zuschauerrängen etwas los ist."

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