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Fussball : Bitterer Ausgleich in der Nachspielzeit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Weiche spielt nur 1:1 gegen Eintracht Norderstedt. Carstensen-Tor reicht nicht zum zweiten Saisonsieg.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Das hätte der zweite Saisonsieg für den ETSV Weiche in der Fußball-Regionalliga sein müssen. Bis zur 90. Minute führten die Flensburger im Heimspiel gegen Eintracht Norderstedt durch ein Tor des starken Timo Carstensen (22.) mit 1:0. Aber in der Nachspielzeit gelang Gäste-Kapitän Philipp Koch mit einem Sonntagsschuss der glückliche 1:1-Ausgleich. Daniel Jurgeleit wollte seiner Mannschaft nach dem dritten Unentschieden in Folge keinen Vorwurf machen: „Wie wir aufgetreten sind, war okay.“ Trotzdem hätte der ETSV-Trainer die entscheidende Szene in der Nachspielzeit gerne anders gelöst gesehen. Alle seine Spieler waren im oder am eigenen Strafraum versammelt. „Da sind wir nicht schnell genug rausgekommen, um den Ball abzublocken“, meinte er und ergänzte: „Für die Mannschaft ist das bitter.“

Mit hängenden Köpfen verließen die Flensburger den Platz. „Woche für Woche denkst du, es geht nicht schlimmer und dann das“, meinte Kapitän Marc Böhnke, der sich noch bis Freitag über das 0:0 in Goslar geärgert hatte. Aber: „Wir sind immer näher dran am Sieg.“ Die Norderstedter, die in der Vorsaison noch eine 0:4-Klatsche in Flensburg kassiert hatten, feierten das Unentschieden wie einen Sieg. „Das war mein Geburtstagsgeschenk in der 91. Minute“, meinte Eintracht-Trainer Thomas Seeliger, der am Sonnabend 48 Jahre alt wurde. Der Ex-Profi sprach von einem hoch interessanten Spiel mit einem leistungsgerechten Ergebnis. Da widersprachen die Flensburger. „Wir hätten das zweite Tor erzielen können, wenn nicht müssen“, so Jurgeleit. „Aber wir haben unsere Überlegenheit nicht in drei Punkte ummünzen können.“

Der Flensburger Trainer vertraute dem Team, das in Goslar spielerisch überzeugt hatte. Nur Dennis Emken rückte für den an der Schulter verletzten Florian Kirschke ins Tor. Da Andre Hagge nach seiner Verletzung noch einen Trainingsrückstand hat, erhielt die Flensburger Nummer drei ihre Chance und lieferte einen ordentlichen Job ab.

Die ersten Chancen des Spiels gehörten Weiche. Bei einem Konter bediente Timo Carstensen mit einem Querpass auf links Florian Meyer. Der Flensburger Stürmer hätte in der 2. Minute selbst schießen können. Sein Versuch, den mitgelaufenen Tim Wulff in der Mitte zu bedienen, war die schlechtere Lösung. Dann entschärfte Norderstedts Torhüter Johannes Höcker Schüsse von Ilidio (9.) und Meyer (15.). Der Tabellenvierte kam erstmals nach 21 Minuten gefährlich vor das ETSV-Tor. Aber die Flanke von Jan-Philipp Rose erwischte der überwiegend durch Pöbelei auffallende Yayar Kunath nicht richtig.

Im Gegenzug fiel die verdiente Flensburger Führung. Wieder war Meyer seinen Gegenspielern auf Linksaußen entwischt, Wulff wollte die Flanke für sich selbst mit der Brust stoppen, doch der Ball prallte weiter weg, genau vor die Füße von Timo Carstensen, der aus zehn Metern nicht lange fackelte und den Ball zum 1:0 (22.) in die lange Ecke schlenzte. „Mit seinem Tor hat er seine gute Leistung belohnt“, lobte Jurgeleit. „Die Umstellung auf das 3-4-3-System kommt meinem Spiel entgegen, es lief ganz gut“, meinte der Torschütze, der seine Offensivqualitäten vor der Abwehrkette besser einbringen kann. „Schon in Goslar war er häufiger im Strafraum als so mancher Stürmer“, ergänzte der Trainer.

Die Flensburger setzten nach. Aber Wulff (25.) nach Freistoß von Christian Jürgensen, Jonas Walter (29.) nach Meyer-Ecke und ein Meyer-Freistoß (45.+1.) verfehlten ihr Ziel knapp. Norderstedt spielte zwar in der ersten Hälfte ordentlich mit, strahlte aber kaum Gefahr vor dem Weiche-Tor aus. „Wir haben wenig zugelassen“, meinte Jurgeleit. Vor allem Christian Jürgensen verdiente sich die Bestnote. Er gewann jeden Zweikampf.

In der zweiten Hälfte war das Spiel verteilt, doch die klar besseren Möglichkeiten hatten die Gastgeber. Nach einem schönen Carstensen-Dribbling traf Ilidio (52.) nur die Latte. Einen Ilidio-Rückpass setzte Meyer (62.) vom Strafstoßpunkt in die Wolken, und Thomsen (74.) spitzelte den Ball aus dem Gewühl heraus über die Latte. Chancen für Norderstedt waren selten. Ein Freistoß von Philipp Koch (58.) flog am langen Pfosten vorbei, und Björn Nadler (71.), der sich an der Strafraumgrenze gegen drei Flensburger behauptete, traf mit einem Verlegenheitsschuss den Außenpfosten.

Als dann Marin Mandic nach Beleidigung des Linienrichters zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz flog, schien der Flensburger Sieg in trockenen Tüchern. „Aber wir haben uns in Überzahl keine Chancen mehr herausgearbeitet“, ärgerte sich Jurgeleit. Vielmehr machte sich in den letzten Spielminuten wieder die Angst breit. Weiche stand viel zu defensiv. Das bestrafte Kapitän Koch mit fulminantem Flachschuss aus über 20 Metern zum 1:1. Die Uhr zeigte genau 90 Minuten und zwei Sekunden. So war Timo Carstensen nicht der Matchwinner, sondern schlich wie ein begossener Pudel vom Feld. „Wir hätten das 2:0 nachlegen müssen, dann passiert nichts mehr“, meinte der Torschütze. „Wir brauchen endlich wieder einen Sieg.“ Die nächste Chance ist am kommenden Sonntag gegen VfB Oldenburg.

Weiche: Emken - Jürgensen, Hummel, Paetow - Carstensen, Thomsen, Walter (77. J. Ostermann), Böhnke - Ilidio, (90. Linhardt), Wulff, F. Meyer.
Eintracht Norderstedt: Höcker - Aniteye, Büchler, Mandic, Rose - Koch - Kunath (72. Schultz), Toksöz, L. Meyer (77. Lindener), Nadler - Veselinovic (57. Lüneburg).
Schiedsrichter: Patrick Mewes (SpVgg Laatzen), Die Norderstedter waren mit vielen Entscheidungen nicht einverstanden, hatten aber Glück, dass Mewes, der erst sein drittes Regionalliga-Spiel pfiff, nicht rigoroser gegen das Pöbeln vorging. Sonst wären noch mehr Norderstedter vorzeitig zum Duschen gegangen.
Tore: 1:0 Carstensen (22.), 1:1 Koch (90.+1).

Zuschauer: 371 zahlende. – Gelb-Rote Karte: Mandic (79. Beleidigung). – Beste Spieler: Jürgensen, Carstensen, F. Meyer / Koch, Büchler.

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