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Flensburg-Handewitt im Champions League-Einsatz : Bewährungschance für ein SG-Talent

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jannek Klein kommt als Entlastung für Holger Glandorf mit zum Auswärtsspiel der SG Flensburg-Handewitt bei Wisla Plock am Sonntag (17.30 Uhr). Der 17-Jährige freut sich – und ist „ein bisschen aufgeregt.“

Am Donnerstag kam der Anruf, der die Wochenendplanung von Jannek Klein veränderte. Und den Pulsschlag des 17-jährigen Handballers beschleunigte. „Ich soll mit nach Plock fahren – klar, ich bin ein bisschen aufgeregt“, sagte der Linkshänder aus der Bundesliga-A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt am Freitag nach dem Abschlusstraining mit den Profis. Klein komplettiert den 16-köpfigen Kader der SG für das Spiel in der Gruppe A der Champions League am Sonntag (17.30 Uhr) bei Wisla Plock. Denn drei Akteure fallen aus: Neben Johan Jakobsson und Tobias Karlsson steht Ivan Horvat (Rückenprobleme) nicht zur Verfügung.

Junioren-Nationalspieler Jannek Klein, der seit zweieinhalb Jahren im Internat der Flensburg Akademie an seiner Karriere feilt, soll in Plock nicht nur Taschen tragen und den Spielbericht füllen. „Wir sollen alle zum Einsatz kommen“, freut sich der junge Mann auf sein Debüt in der europäischen Königsklasse. Das bestätigt Trainer Ljubomir Vranjes: „Ich werde Jannek auf das Spielfeld bringen, er kommt nicht mit, um nur zuzugucken. Er muss natürlich noch in allen Belangen besser werden, aber er ist ein Riesentalent. Ich werde ihn auch in den nächsten Champions-League-Spielen mitnehmen.“ In einem auf 14 Positionen beschränkten Bundesliga-Aufgebot sieht Vranjes noch keinen Platz für den 17-Jährigen – zu seinem großen Bedauern.

Parallel arbeitet daher Dierk Schmäschke, der nicht mit nach Polen reist, an einer Ersatzlösung für den rechten Rückraum. „Es muss dieses Wochenende passieren. Ob es gelingt, weiß ich noch nicht“, meinte der SG-Geschäftsführer zur Linkshändersuche. Mit den gegen Kiel probierten Alternativen zur Entlastung für Holger Glandorf war Vranjes nicht zufrieden: „In fünf Angriffen ohne Glandorf haben wir ein Tor gemacht – zu wenig, das hatte ich mir anders vorgestellt.“

Besser lief es im Abwehrzentrum ohne Kapitän Karlsson, der von Jacob Heinl und Henrik Toft Hansen gut vertreten wurde. Überdies kämen dort noch Anders Zachariassen, Rasmus Lauge, Jim Gottfridsson und Petar Djordjic in Frage, zählt Vranjes auf.

Das Gruppenspiel in Plock wird kein Spaziergang. Schon die Partie in Flensburg war eine einzige Quälerei. Die SG geriet mit 1:7 in Rückstand, Vranjes forderte in einem ungewöhnlichen Appell die Unterstützung der Fans ein und so glückte noch ein 22:20-Sieg, damals übrigens auch ohne Karlsson. „Ich weiß nicht, ob jeder versteht, welche Qualität Plock hat. Trainer Pjotr Przybecki macht da gute Arbeit“, sagte Vranjes. Plock verfüge über einen breiten Kader, setze wie die SG auf kollektives Spiel, habe aber auch einige Akteure mit hoher individueller Qualität. Die Stützen des polnischen Vizemeisters sind der 2,02 m lange Torhüter Rodrigo Corrales, der im Sommer zu Paris St. Germain wechselt, Spielmacher Dmitry Zhitnikov, die Linkshänder Jose de Toledo und Sime Ivic sowie Gilberto Duarte (halblinks) und Thiago Rocha (Kreis). Das genügte dem momentanen Gruppensechsten, um dem THW Kiel mit einem 24:22 zu Hause und einem 24:24 auswärts drei Punkte abzunehmen. Auch Veszprem kam beim 28:28 in Plock nicht ungeschoren davon.

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