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Fussball : Befangen: Kreisgericht lehnt Fall ab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sportrichter aus Rendsburg-Eckernförde ermitteln jetzt, was sich auf dem Sportplatz in Streichmühle abgespielt hat.

Das hat es im Kreisfußballverband (KFV) Schleswig-Flensburg noch nicht gegeben. Das Kreisgericht fühlt sich befangen und lehnt es ab, den Fall Markus Meyer (Bild links) kontra Ingo Lüthje (Bild rechts) zu bearbeiten, der sich am 29. März im Kreisliga-Spitzenspiel zwischen dem TV Grundhof und dem TSB Flensburg ereignet hat. Stattdessen ermitteln jetzt die Sportrichter aus Rendsburg-Eckernförde.

Zur Vorgeschichte: In einer turbulenten Nachspielzeit soll Schiri-Assistent Markus Meyer vom VfB Schuby auf dem Sportplatz in Streichmühle einen Zuschauer, der zuvor etwas hereingerufen hatte, mit einem derben Spruch bedacht haben. Das rief TSB-Co-Trainer Ingo Lüthje auf den Plan, der den Assistenten darauf hinwies, dass er so doch nicht reden könne. Dabei berührte Lüthje den Assistenten am Arm, worauf dieser sich die Hände vors Gesicht schlug und zu Boden ging. Ein Spielabbruch drohte. Doch Schiedsrichter Christian Schliep wartete einige Zeit, pfiff dann wieder an – und sofort ab, so dass die Partie ordnungsgemäß mit 1:1 zu Ende ging. Die Vorkommnisse landeten natürlich im Spielbericht, und damit war das Kreisgericht im KFV Schleswig-Flensburg im Spiel.

Doch der Vorsitzende Peter Kroll und sein Team lehnten den Fall „wegen Befangenheit“ ab. Das Verhältnis zwischen Meyer, der zu Saisonbeginn bereits von einem Spieler des TSV Rabenkirchen-Faulück in der Kreisklasse nach Spielschluss mit einer Kopfnuss zu Boden gestreckt worden war und später vom Notarzt versorgt werden musste, und dem Kreisgericht ist nicht das beste. Meyer habe sich sehr negativ geäußert, sagt Kroll, der übrigens wie Lüthje Mitglied des TSB ist. Allerdings spielte das keine Rolle. „Wir haben genug neutrale Leute in unserem Kreisgericht.“ Ausschlaggebend war vielmehr die Tatsache, dass Markus Meyer kürzlich zum stellvertretenden Schiedsrichter-Obmann ernannt wurde. „Gegen ein eigenes Mitglied im KFV-Vorstand wollten wir nicht urteilen“, erklärt Peter Kroll seine Bedenken. Zudem sei Meyer, der bereits 34 SH-Liga-Spiele gepfiffen hat, aus Sicht des Kreisgerichts-Vorsitzenden nicht ganz unschuldig an der Situation in Grundhof gewesen. „Verbal ist er manchmal unter der Gürtellinie“, weiß Kroll aus der Vergangenheit, hakt aber gleich nach: „Als Lehrwart sind alle begeistert von ihm.“

Unter den gegebenen Umständen wollten Peter Kroll und sein Team den Fall nicht übernehmen und schalteten den Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) ein. Da das Spiel aber in der Kreisliga stattgefunden hat, ist das Verbandsgericht frühestens in der zweiten Instanz zuständig. Darum vergab der SHFV die Ursachenforschung an das Kreisgericht des KFV Rendsburg-Eckernförde weiter. Der Vorsitzende Detlef Lüling hat in seiner ersten Amtshandlung „dem TSB zur Kenntnis gegeben, dass wir jetzt den Fall bearbeiten. Das ist ja etwas ungewöhnlich“.

Das Verfahren wurde dann am 1. Mai eröffnet. Der Sportrichter hat von beiden Seiten eine schriftliche Stellungnahme angefordert, wobei TSB und Meyer eine Woche Zeit haben zu antworten. „Wir haben keine große Eile, weil es nicht um einen bestimmten Spieler geht, sondern nur um einen Schiedsrichter und einen Trainer“, sagt der Vorsitzende vom Rendsburg-Eckernförder Sportgericht. „Wir werden jetzt die Stellungnahmen reinholen und dann in aller Ruhe sehen, was dabei herauskommt.“ Wenn alles glatt läuft, rechnet Lüling bis Mitte Mai mit einem Urteil. Wenn eine mündliche Verhandlung gefordert wird, „könnte es sich aber noch hinziehen. Da müssen wir die Fristen einhalten“.

Detlef Lüling hat bereits seine Hausaufgaben gemacht. Er hat sich zwei Spiele mit Markus Meyer als Schiedsrichter angeschaut. „Eines in seinem Heimrevier in der Kreisliga, eines auf Verbandsebene.“ Lülings Urteil: „Er pfeift als Schiedsrichter exzellent. Aber er hat offensichtlich mit dem Kreisgericht Schleswig-Flensburg ein Problem.“

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