Die Meister der Saison 1978/79 treffen sich wieder : „Beates Buben“ feiern Wiedersehen

Gruppenbild mit ehemaligen Handball-Größen des TSB: Fast alle Spieler aus den 70-er und 80-er Jahren waren gekommen.
1 von 2
Gruppenbild mit ehemaligen Handball-Größen des TSB: Fast alle Spieler aus den 70-er und 80-er Jahren waren gekommen.

Ehemalige Handball-Größen des TSB Flensburg erleben im „Turner’s“ kurzweilige Stunden – und erinnern sich gern an ein 18:17 gegen den THW Kiel. Fast alle Spieler waren gekommen.

shz.de von
19. Januar 2017, 07:15 Uhr

Die Haare sind etwas lichter geworden und auch etwas grauer – ansonsten machen sie aber noch immer eine gute Figur, sind rank und schlank wie eh und je. Knapp 38 Jahre nach dem Gewinn der norddeutschen Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bundesliga trafen sich ehemalige Handball-Größen des TSB Flensburg im „Turner’s“ an der Eckener Straße. Und fast alle waren da.

Die Idee dazu war im vergangenen Sommer geboren worden, als Wilfried Desler und Ehefrau Ingrid gemeinsam ihren 60. Geburtstag feierten. Danach wurde recherchiert und telefoniert, denn einige aus der erfolgreichen Flensburger Handball-Ära haben inzwischen der Fördestadt den Rücken gekehrt. Die Erfolgsquote war beeindruckend. Nur den Dänen Steen Hansen, den Finnen Ari Halme und Gerd Walter konnten die Deslers und Sönke Voß, der damalige Betreuer, nicht ausfindig machen. „Der Name Hansen kommt in Dänemark ziemlich häufig vor“, erzählte der wurfgewaltige Rückraumschütze Wilfried Desler. „Und der Name Halme ist in Finnland ungefähr so selten wie der Name Schmidt in Deutschland.“

Bis auf Klaus Martens, der kurzfristig hatte absagen müssen, und Ingwer Tetens, der am 10. Dezember einem Krebsleiden erlegen war, waren alle aus dem Meisterteam 1978/79 da: Die Torhüter Kurt Jessen und Finn Duggen, Uwe Hoffmann, Hans-Werner Johannsen, Rüdiger Vollmer, Boy Boysen, Hans-Wilhelm Thomsen, Lothar Raasch, Wilfried Desler – und natürlich auch Hans-Joachim Krüger, der bereits 1971 gemeinsam mit Sönke Voß und Trainer Trutz Kob Flensburg mit dem FTB in der Bundesliga vertreten hatte. Auch Physiotherapeut Jochen Raddatz und Mannschaftsarzt Dr. Herbert Behnke waren gekommen.

„Ihr habt damals den zweiten Pfeiler gesetzt“, sagte der TSB-Vorsitzende Frerich Eilts bei der Begrüßung. „Ohne Euch wären die heutigen Erfolge der SG Flensburg-Handewitt nicht möglich gewesen.“ Eilts fügte allerdings mit einem Lächeln an: „Heute müsste man jedoch die Tabelle drehen, um den TSB ganz oben zu sehen.“ Damals hatten die Flensburger in der 14er-Liga nach der Hinrunde mit 2:22 Punkten am Tabellenende gelegen. „Da gefällt mir der Blick auf die Tabelle heute besser“, meinte der TSB-Vorsitzende. „Aber das werdet Ihr verschmerzen.“

Nicht nur das Meisterteam der Regionalliga 1978/79, auch andere Ehemalige, die im Bundesliga-Team und anschließend in der 2. Liga das TSB-Trikot getragen hatten, waren gekommen – wie Lewe T. Volquardsen, Bernd Johannsen, Hartmut Duus, Jörg Bahlmann oder Volker Masuhr. Die weiteste Anreise hatte Ex-Nationalspieler Dirk Sommerfeld, der aus Bergisch-Gladbach an die dänische Grenze gekommen war.

Das Intermezzo in der Bundesliga dauerte wie in der Saison 71/72 auch im zweiten Anlauf nur ein Jahr. Aber die Ehemaligen hatten viele Anekdoten zu erzählen, und es wurde fleißig in alten Alben mit Fotos und Zeitungsartikeln aus dieser Zeit geblättert. Unvergesslich geblieben ist dabei bis heute der 18:17-Heimsieg in der KGS Adelby gegen den THW Kiel.

Ein historisches Dokument hatte Hans-Hermann Laturnus mitgebracht. Der damalige Wirtschaftsrat hatte 1980 mit Beate Uhse den ersten Sponsorenvertrag des TSB mit dem Erotik-Unternehmen – damals noch „das Versandhaus für Ehehygiene“ – ausgehandelt. 25  000 Mark erhielten die Flensburger für eine Saison. Das war für Beate Uhse eine mehr als gute Investition. Dass die Flensburger mit dem Schriftzug auf der Trikotbrust durch die Lande reisten, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Für die „Bild“-Zeitung waren die Flensburger eine Zeit lang nur noch „Beates Buben“.

Die ehemaligen Flensburger Handball-Größen saßen an diesem Abend noch lange zusammen – die Stimmung war blendend. Gut möglich, dass sie sich in zwei Jahren wieder treffen, wenn sich ihr Bundesliga-Aufstieg zum 40. Mal jährt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen